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So lernst du richtig

Expertentipps So lernst du richtig

Hilfe – die 
stressige Klausurenzeit steht wieder an! Wir erklären euch, 
warum ihr trotzdem 
irgendwann schlafen müsst – und wie ihr nervige Mitbewohner und den anstehenden Abwasch einfach mal ausschaltet.

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Die Band, die bei dir pennt
Quelle: von Ditfurth

Komm mal runter!

Hannover. Mach Pausen! Den ganzen Tag zu lernen ist nicht effektiv. Business Coach Daniel Grundke empfiehlt, jede Stunde eine Pause von 10 bis 15 Minuten einzulegen. Nach zwei Stunden dann eine längere Pause von 20 bis 30 Minuten. Die sollte man aber nicht vor dem TV verbringen. „Bei einem Spaziergang verknüpft sich durch die Bewegung und den Sauerstoff das Wissen besser im Kopf“, sagt Grundke. Wer auswendig lernt, sollte das nicht mehr als sechs Stunden täglich.

Komm mal runter! Wer den ganzen Tag gelernt hat, dem brummt abends der Kopf. Ausdauersportarten helfen beim Runterkommen und machen müde. Tipp vom Experten: „Auch ein Block neben dem Bett kann helfen, besser zu schlafen – spontane Einfälle können dort notiert werden.“

Lass dich nicht ablenken! Das Smartphone zeigt ständig neue Nachrichten an – sich nicht ablenken zu lassen ist schwer. Trotzdem sollten Störungen vermieden werden. „Klare Absprachen mit den Mitbewohnern treffen und das Smartphone mal im Nebenraum lassen – klingt banal, aber hilft“, sagt Grundke.

Fang früh an! Wer kurzfristig lernt, weiß nach der Klausur kaum noch was von dem Stoff. Wegen der Nachtschichten ist der Bulimie-Lerner so ausgepowert, dass er erst mal eine Woche Ruhe braucht – keine gute Voraussetzung, wenn zwei Tage später die nächste Klausur ansteht.

Kira von der Brelie

Zu mir oder zu dir?

Finde heraus, welcher Lerntyp du bist! „Meist merkt man schon in der Oberstufe, welche Methoden für einen die besten sind. Wichtig ist es, verschiedene Strategien wie Mind-Mapping oder Karteikarten auszuprobieren“, sagt Jan Thorweger, 33, Lehrer und Mitarbeiter im Arbeitsbereich Didaktik der politischen Bildung an der Leibniz-Uni Hannover.

Lerne in einer Gruppe! Dabei habe man den höchsten Lerneffekt, denn: „Wenn verschiedene Lerntypen zusammenkommen, eröffnen sich unterschiedliche Perspektiven und Zusammenhänge werden besser sichtbar“, so Thorweger.

Bringe anderen etwas bei! Beim Gruppenlernen ist es am besten, wenn ihr den Stoff vorher aufteilt und ihn euren Kommilitonen später genau erklärt. „Am meisten lernt man selbst, indem man seinen Stoff anderen beibringt“, sagt Thorweger.

Ab in die Bib! Wenn du lieber allein lernst, ist es wichtig, sich an einen lernfördernden Ort wie die Uni-Bibliothek zu begeben. „Allein dadurch, dass man dort Kommilitonen sieht, die auch lernen, ist man motivierter.“ Auch sei man nicht so leicht ablenkbar wie zu Hause, wenn auf einmal lieber die Spülmaschine ausgeräumt wird, als zu lernen.

Tim Ende

Wohnst du noch oder lernst du schon?

Zwölf Kapitel, zwei Bücher und Notizzettel vom Klo bis zur Küche – und das alles zu morgen? Egal ob im Kinderzimmer, der WG oder der eigenen Wohnung – auch oder gerade beim Last-Minute-Lernen braucht man einen Ort, an dem man sich gut konzentrieren kann.

Trenne Schlaf- und Arbeitsbereich! Innenarchitekt Michael Scholz aus Hannover empfiehlt, den Schlaf- und Arbeitsbereich durch Raumtrenner zu trennen. „Wichtig ist, dass man beim Lernen nicht von Dingen aus der Umgebung abgelenkt wird, die man noch nicht erledigt hat“, so Scholz.

Richte den Blick auf ruhige Flächen! Um den abschweifenden Blick auf den dreckigen Wäschestapel oder die neue Serien-Box zu vermeiden, rät Scholz dazu, Schreibtische so hinzustellen, dass man auf beruhigende Flächen blickt – etwa Wände oder ein Fenster ohne regen Fußgängerverkehr dahinter.

Streiche die Wände hell! „Besonders beruhigend für das Auge sind helle, bedeckte Farben, Sand- und Grüntöne“, so der Innenarchitekt.

Weg mit flackernden Lampen! Auch Lichtquellen tragen zu einer guten Lernatmosphäre bei. „Die Lampen sollten nicht blenden, flackern oder auf Möbeln reflektieren“, so der Experte.

Leandra Kristin Morich

Zu viel Club Mate ist auch nicht gut!

Trinke mindestens 1,5 Liter Wasser! Was immer für gesunde Ernährung gilt, solltest du in Lernphasen besonders einhalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, viele Getreideprodukte, wenig fette Lebensmittel, dafür Milch und Fisch.

Trickse deinen Körper nicht aus! Aufputschgetränke wie Kaffee oder Club Mate sorgen kurz für gesteigerte Konzentration, können aber auch zu Herzrasen führen und dazu, dass man seinen Schlafbedarf ignoriert. Gerade in Lernphasen sei es wichtig, zwischen sechs und acht Stunden zu schlafen, so Diätassistentin Uta Meyer von der Medizinischen Hochschule Hannover. Auch wenn es hart ist: Party und Alkohol sind in der Lernzeit tabu.

Trenne Lernzeit von Mahlzeit! Iss, bis dein Bedarf gestillt ist – und bewusst, also nicht vorm Fernseher oder Lehrbuch. Wichtig: nicht nebenbei snacken. Süßigkeiten kannst du dir mal gönnen, aber im Rahmen einer Mahlzeit – zum Beispiel als kleinen Nachtisch.

Plane Pausen ein! Mit einem Loch im Bauch schweifen die Gedanken leichter ab – genauso nach dem üppigen Mensamenü. Um das Mittagstief zu überwinden, stretchst du dich am besten ein bisschen vor dem offenen Fenster.

Jacqueline Niewolik

Nicht ablenken lassen!

Weg mit Handy und Tablet! Der Klassiker des Prokrastinierens sei der Hausputz, so Hans-Werner Rückert, Leiter der Psychologischen Beratung der Freien Universität Berlin und Autor des Buches „Schluss mit dem ewigen Aufschieben“. Aber auch elektronische Medien sind oft schuld: das Mailpostfach entrümpeln oder Serien gucken – all das lenkt ab.

Nimm Rückschläge ernst! In einer Umfrage von „ZEITWissen“ gaben 40 Prozent der Deutschen an, durchs Aufschieben schon mal Nachteile erfahren zu haben. „Man sollte es ernst nehmen, wenn negative Folgen eintreten“, so Rückert. „Wenn das Selbstwertgefühl Schaden nimmt, sollte man mit jemandem sprechen.“

Schaff dir Rituale! Prokrastination beginnt und endet im Kopf. Die Flucht vorm Schreibtisch löst im Hirn ein Belohnungsgefühl aus: Man beschäftigt sich mit weniger komplexen Problemen und sieht schneller Erfolge als beim Lernen. Rückert empfielt, eine halbe Stunde am Schreibtisch auszuhalten, auch wenn erst mal nicht viel dabei rumkommt. Danach darf man sich belohnen. Außerdem helfen Rituale, einen Lernrhythmus zu schaffen – so beispielsweise eine tägliche To-Do-Liste, die auch schaffbar ist.

Hinterfrage deine Motivation! Um produktiver zu werden, muss man hinterfragen, ob man ernsthaft aktiv werden will. Was soll sich an der Arbeitsweise ändern? Was bin ich bereit, für die Ziele zu opfern?

Sophie Leyh

Funfacts aus der Bib

22 300 Studenten hatten 2015 einen Nutzerausweis für die Technische Informationsbibliothek (TIB) der Universität Hannover. Zum Vergleich: 26  800 Studenten sind dieses Semester eingeschrieben.


460 000 Bücher wurden im Jahr 2015 ausgeliehen.


1 500 000 Besucher kommen durchschnittlich pro Jahr in die TIB.


5 982 901 Bücher gab es 2014 in der TIB. Ganz schön viel.


„De partibus aedium Dictionarius longe lepidissimus nec minus fructuosus“ : So heißt das älteste Buch des TIB-Bestandes, das 1508 erschien.


Etwa jedes zehnte Buch wird mit Verspätung in der TIB abgegeben.


168  613 Euro Gebühren nahm die TIB im Jahr 2013 ein.


100 Euro Mahngebühren kommen bei Einzelpersonen zwar mal vor, sind aber selten. Der Durchschnitt liegt unter 10 Euro.

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