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Neues Futter für Serienjunkies

Für den Herbst Neues Futter für Serienjunkies

Science-Fiction-Episoden, Mystery-Horror und ziemlich schräger Zeichentrick-Klamauk: Pünktlich zum Semesterstart kommen hier vier Empfehlungen für die Tage, an denen man keine Lust hat, durch den Herbstregen zur Uni zu fahren.

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Das Leben ist zu kurz für schlechte Serien: Wer sich bei Schmuddelwetter ins Bett zurückzieht, kann die Laune zum Beispiel mit der schwarzhumorigen Zeichentrickserie „Rick and Morty“ aufhellen.

Quelle: Eberstein

Das bekannte Unbekannte

Alien“, „Resident Evil“ und „Poltergeist“: Wer die Story dieser Filme mochte, kann sich auf die Netflix-Serie „Stranger Things“ freuen. In ihr steckt ein bisschen was von ihnen allen.

Der kleine Junge Will verschwindet spätabends auf dem Weg nach Hause. Ein großes Ereignis in der beschaulichen Kleinstadt Hawkins, in der nie Verbrechen geschehen. Als die Polizei auch nach Tagen nichts als Wills Fahrrad im Wald gefunden hat, beginnen die Mutter, der Bruder und drei Freunde, selbst nach ihm zu suchen. Im dunklen Wald finden sie aber nur ein verstörtes Mädchen mit kurz geschorenen Haaren – und telekinetischen Fähigkeiten. Nach und nach kommt heraus, dass das Energieministerium sowohl etwas mit dem Verschwinden von Will als auch mit dem Mädchen zu tun hat. Und dass es einen neuen Bewohner in Hawkins gibt: ein unheimliches Wesen.

Zugegeben: Richtig neu ist die Geschichte nicht. Viele Motive anderer Mystery-Filme kehren wieder, wenn auch neu verknüpft. Spaß macht die Serie trotzdem. Das liegt an den unterschiedlichen Charakteren – von der irre wirkenden Mutter bis hin zum drolligen Dustin – und der atmosphärischen Achtzigerjahre-Optik mit Blümchentapeten und Schnurtelefon. Und natürlich, weil man wissen will, ob der kleine Junge Will gerettet werden kann.

Maike Brülls

Stranger Things gibt es exklusiv bei Netflix. Eine zweite Staffel ist angekündigt.

Die Serie der 
Zukunft

Black Mirror“ ist keine Serie im herkömmlichen Sinne. Von Folge zu Folge wechseln Schauspieler, Schauplätze, Zeit, Handlung, Rahmen – eigentlich alles. Das Einzige, was die britische Serie zusammenhält, ist der rote Faden der Zukunftsvision. Jede Episode ist ein abgeschlossenes Stück Science Fiction für sich.

Wem jetzt instinktiv grüne Alienmännchen und monströse Laserkanonen-Raumfahrt-Schlachten vor dem inneren Auge erscheinen, liegt ziemlich weit daneben. „Black Mirror“ ist häufig absurd, aber trotzdem nah dran an unserer Realität. Und genau das macht die Serie so fesselnd. Denn häufig geht es um Fragen, die näherliegen, als wir uns eingestehen wollen. Was passiert zum Beispiel, wenn alle Menschen kleine Chips im Auge haben und alles, was sie sehen, aufnehmen? Was macht das mit alten Freunden, die sich die gegenseitigen alten Fehltritte immer und immer wieder anschauen können? Oder was passiert, wenn eine Firma anbietet, mit dem gerade verstorbenen Partner über den Tod hinaus zu kommunizieren? Als Chat mit einer künstlichen Intelligenz, einzig erschaffen aus den Daten, die der Tote in sozialen Netzwerken hinterlassen hat.

„Black Mirror“ stellt diese Fragen und findet häufig Antworten, die verstören.Das ist nicht immer einfach anzugucken, aber es lohnt sich.

Ansgar Nehls

Black Mirror gibt es bei Netflix, iTunes und auf DVD. Die dritte Staffel erscheint am Freitag.

Mehr als nur heldenhaft

Luke Cage ist unverwundbar und übermenschlich stark. Er kämpft gegen die Drogendealer und Waffenhändler in New Yorks Harlem – doch wenn jemand in seiner Gegenwart flucht, wird er ungehalten. Die von Netflix produzierte Serie greift den Charakter aus dem Comic-Universum auf und macht ihn zu einem sympathischen Helden, der seit einem missglückten Experiment ungeheure Kräfte besitzt und seitdem immer wieder die Gang-Konflikte seines Viertels lösen muss.

Als kugelsicherer Ex-Polizist legt er sich mit dem mächtigsten Drogenbaron an und bringt damit nicht nur sich selbst in Gefahr. Luke ist in Netflix-Serien kein Unbekannter. Bereits in „Marvel’s Jessica Jones“, einer Serie über eine schlecht gelaunte Privatdetektivin mit Superkräften, lernte man ihn als Affäre der Titelheldin kennen. Aber auch die Krankenschwester Claire von „Marvel’s 
 Daredevil“ spielt hier eine größere Rolle. Auch sonst gibt es immer wieder Anspielungen auf die beiden Serien, wahrscheinlich, weil 2017 „The Defenders“ anlaufen soll, in dem Luke Cage zusammen mit Jessica Jones, Daredevil und Iron Fist ein Team nach Vorbild der Avengers bilden wird. Durch viel Wortwitz und wenig Spezialeffekte ist „Luke Cage“ aber trotzdem eine Serie, für die man kein Comic- oder Superhelden-Fan sein muss. Wenn man alle Witze und Anspielungen verstehen möchte, schadet das aber nicht.

Anne-Sophie Lucas

Luke Cage gibt es bei Netflix. „The Defenders“ mit Luke Cage soll nächstes Jahr anlaufen.

Chaos im 
Paralleluniversum

Rick hat eine Bombe gebastelt. Mitten in der Nacht stürmt der ruppige Großvater betrunken in das Zimmer seines Enkels Morty. Er will ihn mit auf ein Abenteuer nehmen: Gemeinsam fliegen sie in einem Ufo durch den Nachthimmel. Rick will die Bombe abwerfen, alles zerstören und für einen Neuanfang der Zivilisation sorgen. Er will nur noch Mortys Schwarm Jessica abholen. Der ängstliche Enkel bringt ihn aber davon ab. Bei der Landung wird die Bombe aktiviert. Dann folgt der Vorspann der Serie „Rick and Morty“ – und wir hören nie wieder etwas von der alles zerstörenden Bombe.

Szenen wie diese sind typisch für die etwas schräge US-Zeichentrickserie, die sich gerade vom Geheimtipp zum Kulttitel mausert. Im Wechselspiel folgen wir den beiden Protagonisten bei ihren Abenteuern durch das Weltall und kuriose Paralleluniversen oder bezeugen makabere Familiendramen. „Rick and Morty“ ist dabei humorvoll, tabulos und oftmals an der Grenze zur Bösartigkeit. Es ist ein Cartoon für Menschen, die Dinge lustig finden, über die man eigentlich nicht lachen darf.

Das Storytelling ist bewusst inkonsequent: Dadurch dass die Serie mit Paralleluniversen spielt, ist es nicht nötig, jeden Erzählstrang mit dem Rest der Serie in Einklang zu bringen. Ein Umstand, den die Serienmacher ausnutzen und regelmäßig die Welt ins unwiderrufliche Chaos stürzen.

 Joss Doebler

Rick and Morty gibt es bei Amazon, iTunes und auf DVD. Die dritte Staffel soll wohl im Dezember erscheinen.

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