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Lehrer-Schüler-Netzwerk

Start-Up: Facebook für die Schule Lehrer-Schüler-Netzwerk

Um auch nach Schulschluss Fragen klären zu könnnen richten Lehrer gerne Klassengruppen bei WhatsApp oder Facebook ein. Jedoch nicht jeder Schüler ist bei einem der datenrechtlich umstrittenen Netzwerke. Der ist dann schnell ausgeschlossen. Mit dem Start-Up "Edyou" gibt es nun eine Alternative.

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Die Netzwerker: Christopher Bick (links) und Felix Ferchland haben eine digitale Plattform für Schulen entwickelt.

Quelle: edyou

Im Internet nachschauen, ob die Mathestunde morgen ausfällt: Praktisch. Blöd nur, wenn jeder Schüler Zugriff auf die Einstellungen hat – und die Fächer plötzlich in Hebräisch statt Deutsch angezeigt werden. Das ist der Schwester von Felix Ferchland passiert. Dadurch kam ihm und Christopher Bick die Idee, sich mit sozialen Netzwerken für Schulen zu beschäftigen. Sie stellen fest: Gibt es gar nicht. Also gründeten die beiden 28-Jährigen aus Springe „Edyou“ – eine Art Facebook für die Schule.

Das war im Jahr 2012. Damals studierte Felix Informatik. Christopher hatte einen Job in der Telekommunikationsbranche. An „Edyou“ arbeiteten die beiden ein Jahr lang nach Feierabend – anstrengend. Dann entdeckten die ersten Kunden „Edyou“. Aus dem Freizeitprojekt wurde eine Firma. „Wir mussten schauen, wie wir das finanzieren können. Natürlich hat man auch Ängste, daran zu scheitern“, beschreibt Christopher die damaligen Gedanken. Denn wer selbstständig arbeitet, hat nicht nur viel Freiheit – sondern auch Verantwortung. Für das Startkapital nutzten die Gründer ihre Ersparnisse. Außerdem half Hannoverimpuls, an Geld zu kommen. Sie stellten Kontakt zu Investoren her.

Mittlerweile wird die Software von über 200 Schulen genutzt, darunter auch von der hannoverschen Käthe-Kollwitz-Schule. Auf „Edyou“ können Lehrer Arbeitsblätter hochladen, Schüler ihren Stundenplan und Hausaufgaben nachschauen und chatten. Fast alles Funktionen, die auch andere soziale Netzwerke bieten. Aber: Eine Lerngruppe bei Facebook gründen oder Arbeitsblätter via Dropbox verteilen dürften Lehrer gar nicht. „Das verbietet das Landesdatenschutzgesetz. Viele Schulen sind sich darüber nicht bewusst“, sagt Christopher.
„Edyou“ dagegen ist ein internes Netzwerk – und nicht für private Nachrichten gedacht. So muss niemand mehr die Freundschaftsanfrage vom Lehrer annehmen – oder Angst haben, in der Schule auf die Bilder von der Abi-Party angesprochen zu werden.

Sarah Franke

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