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Start-Up: Hygienische Handschuhe Saubere Sache

Einweghandschuhe sollen vor Dreck und Keimen schützen. Meist kann man die Handschuhe jedoch kaum ausziehen, ohne dass Arm oder Hand trotzdem schmutzig werden. Maxim Glesers "IP Gloves" schützen auch beim ausziehen der Handschuhe vor Keimen.

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Hygienische Handschuhe: Anders als übliche Modelle haben die "IP Gloves" von Maxim Gleser eine Ausziehlasche namens "Doofy" - von "to doff", Englisch für "ausziehen". Anfragen bekommt der Student sogar aus dem Ausland.

Quelle: Kutter

Es gibt Produkte, die sexyer sind als Einweghandschuhe. Trotzdem will der 21-jährige Medizinstudent Maxim Gleser genau damit durchstarten. Zusammen mit seinem Kompagnon Paul Diers hat der Hannoveraner ein Modell entwickelt, das dank einer kleinen Änderung den Markt für medizinische Handschuhe revolutionieren könnte. Ihre „IP Gloves“ haben eine kleine Lasche, mit deren Hilfe man sie abstreifen kann, ohne mit den Fingern der einen Hand umständlich in den Schaft des anderen Handschuhs greifen zu müssen.

Dass Einweghandschuhe bislang alles andere als hygienisch sind, fiel Maxim schon in der dritten Woche seines Studiums auf: Im Präparierkurs der Medizinischen Hochschule sollte er erstmals Leichen sezieren – und hatte anschließend schleimige, gelbe Flüssigkeit an den Händen. „Es ist fast unmöglich, die Handschuhe auszuziehen, ohne dass der Arm dabei kontaminiert wird“, erklärt der 21-Jährige.
  

Also suchte er zusammen mit seinem alten Schulfreund Diers, der in Aachen Maschinenbau studiert, nach Alternativen – und erfand den Handschuh mit Lasche. Ein Jahr lang tüftelten sie an einem Prototypen. „An der Leibnizschule haben Paul und ich auch schon intensiv zusammengearbeitet“, sagt Maxim. „Im Physik-LK haben wir für die Facharbeit Modelle gebaut, um eine Kugel optimal zu beschleunigen.“

Die Idee für „IP Gloves“ überzeugte auch die Start-up-Experten von Hannover­impuls. Nachdem die Studenten bei mehreren Wettbewerben mit Geldpreisen ausgezeichnet wurden, suchen sie nun nach einer Klinik, um die „IP Gloves“ in der Praxis zu erproben. „Wir bekommen auch viele Anfragen aus dem Ausland“, sagt Maxim, der regelmäßig mit Firmen in Malaysia skypt, wo die Handschuhe produziert werden sollen. Der Markt ist riesig: Rund 40 Paar Handschuhe verbraucht eine Schwester im Krankenhaus pro Tag, 100 Milliarden Paar, so schätzt Maxim, würden pro Jahr weltweit benötigt.

Wegen seines Start-ups sind die Nächte manchmal extrem kurz – selbst vor wichtigen Prüfungen. Zeit, um etwa Sport zu treiben, habe er aber immer noch, versichert er. „Wenn man immer etwas zu spät kommt, gewinnt man ungemein viel Zeit“, sagt Maxim lachend, ehe er wieder seinen Dienst in der MHH-Dermatologie antritt. Pünktlich, versteht sich.

Karsten Röhrbein

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