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Auf der schiefen Bahn

Der große ZiSH-Freizeitpark-Test Auf der schiefen Bahn

Ob Heide-Park, Kletterwald oder Serengeti-Park – rund um Hannover gibt es einige Freizeitparks.
 ZiSH hat für euch den Test gemacht und geguckt, 
welche Achterbahn sich wirklich lohnt.

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Die Wutprobe

Nervenkitzel mitten in der Heide: Der Heide-Park Soltau ist einer der größten deutschen Freizeitparks.

Quelle: Heide-Park Soltau

Action an jeder Ecke

Das runde Boot, in dem ich sitze, schunkelt einen Fluss entlang. Plötzlich wird die Strömung stärker, wir rasen auf einen Wasserfall zu – und werden ordentlich nass. Dabei sah das „Mountain Rafting“ vom Heide-Park ziemlich harmlos aus. Ganz anders als der „Flug der Dämonen“, einem Wing 
Coaster, bei dem die Beine in der Luft baumeln, oder der „Krake“, bei der man aus 45 Metern Höhe in das Maul des Meerestieres fällt. Wie bei allen großen Attraktionen muss man ewig anstehen. Ganze 45 Minuten warte ich, bis ich mich in die Holzachterbahn „Colossos“ setzen kann – und 143 Sekunden mit ihr fahre. Dass man so lange anstehen muss, ist ärgerlich, weil man nur acht Stunden am Tag Zeit hat, um den 85 Hektar großen Park zu erkunden. Kaum anstehen muss ich hingegen bei der „Bounty Schiffschaukel“ – was ich auch ausnutze. Auf einem Schützenfest wäre diese Schiffschaukel das Highlight – hier ist sie entspannend. Nach der fünften Fahrt ist mir trotzdem so schlecht, dass ich auf der Suche nach Erholung bei der „Kanalfahrt“ lande. Die wird zu einer spannenden Tour, die in einen Tunnel führt, in dem sich plötzlich gruselige Figuren bewegen. Dieser Überraschungseffekt macht die „Kanalfahrt“ zu meinem Geheimtipp. Im Heide-Park bekommt man zwar eine riesige Auswahl an Fahrgeschäften. Doch den Eintrittspreis von 45 Euro kann ich mir als Schülerin nur schwer leisten.

Anna Darmstädter

Nervenkitzel: *****
Erholung: **
Erreichbarkeit: ***
Geeignet für: Action-Fans

In luftigen Höhen

Bei sonnigstem Wetter kommen wir am SeaTreepark an und erleben erst mal einen Schreck: Als unter 18-Jährige brauchen wir eine Einverständniserklärung zum Klettern! Zum Glück können unsere Eltern die Erlaubnis per Mail nachreichen. Die Wartezeit verbringen wir auf dem angenehmen Picknickplatz vor dem Kletterbereich – leider ohne Picknick. Doof, denn im Kletterpark gibt es nichts zu essen. Der Hunger ist aber bald vergessen. Bei der Einweisung bekommen wir einen klobigen Helm aufgesetzt und steigen in einen Gurt, der einem Tiergeschirr ähnelt. Er besitzt drei Sicherungskarabiner für die Sicherung und Neusicherung zwischen den Kletterelementen. Anfangs kommen wir schnell durcheinander, welchen Karabiner wir wann öffnen müssen, außerdem verhaken sie sich schnell und sind schwergängig. Schon der drei Meter hohe Anfängerparcours sorgt für Nervenkitzel durch die anfängliche Unsicherheit. Der mittlere Parcours führt uns über eine Schaukel und eine Wippe, die uns an unserer Geschicklichkeit zweifeln lassen. Der schwerste und spannendste Parcours erfordert an einigen Stellen Überwindung. Wir hangeln uns von Baum zu Baum und sausen per Seilbahn wieder hinunter. Das alles macht Spaß – wenn man keine Höhenangst hat. Der Eintritt kostet für Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren 20 Euro.

Johanna Losacker

Nervenkitzel: *****
Erholung: ***
Erreichbarkeit: **
Geeignet für: Kletterlustige

Im Mini-Riesenrad zurück in die Kindheit

Dass der Magic Park Verden auf sehr junge Besucher ausgelegt ist, bemerke ich bereits im Eingang. Dort wird allen Ernstes „Omi liebt Opapa“ von Rolf Zuckowski gespielt. Der Altersschnitt des Publikums ist dementsprechend jung: Mein Kumpel und ich sind die einzigen, die ohne Eltern unterwegs sind.
Wie bei fast allen Attraktionen im Park bringe ich auch das Miniriesenrad durch eigenen Knopfdruck in Bewegung. Dadurch bekommt der Park einen gewissen nostalgischen Flair, der durch ein kleines Dorfrummel-Zirkuszelt mit jonglierenden Artisten noch verstärkt wird.
Spannender ist die einzige Achterbahn des Parks – aber nur für Besucher, die kleiner sind als 1,90 Meter. Ich habe es gerade noch so geschafft und kann ein wenig Nervenkitzel erleben. Jedoch eher, weil ich aufpassen muss, nirgends mit dem Kopf anzustoßen. Auch im Freefall-Turm „Magic Tower“ genieße ich bei der geringen Höhe eher die schöne Aussicht, als mich vor dem Absturz zu fürchten.
Für kleinere Besucher bietet der Magic Park schöne erste Achterbahn-Erfahrungen. Für mich ist es immerhin ein Ausflug in alte Kindheitserinnerungen gewesen – mit Mini-Achterbahn und Zuckerwatte. Der Magic Park Verden kostet für Erwachsene 17 Euro, für Kinder von drei bis zwölf Jahren 15 Euro.


Tim Ende


Nervenkitzel: **
Erholung: ***
Erreichbarkeit: ***
Geeignet für: Nostalgiker

Ein Hauch von Adrenalin

Eine riesige Warteschlange empfängt meinen Kumpel und mich vor dem Rastiland. Lauter Erwachsene mit Kinderwagen und quengelnde Sechsjährige stehen an – Ferienzeit. Das Rastiland ist gut besucht. Schnell merken wir auch, warum: Die Attraktionen sind ausgelegt für Familien mit Kindern. Ich als 1,90 Meter großer 22-Jähriger komme mir oftmals fehl am Platz vor. Und viele Attraktionen scheiden wegen unserer Größe von vornherein aus. Zu Beginn fahren wir mit viel zu kleinen Gokarts, bei denen unsere Knie bis an die Lenkräder reichen. Ich bin froh, dass das Gokart mich über die kleine Steigung auf der Strecke befördern kann. Weiter geht es mit der Achterbahn und der Wildwasserbahn. Beides ist ganz nett. Unser Highlight ist jedoch die Raftingbahn. Hier spüren wir zumindest den Hauch von Adrenalin. Allerdings nicht aufgrund des reißerischen Streckenverlaufs, sondern wegen der Sorge um die Wasserfestigkeit unserer Smartphones. Nach drei Stunden sind wir den kompletten Park abgelaufen und beenden unseren Ausflug.
Das Rastiland ist sicher ein toller Ausflugsort für Familien mit Kindern, die dort einiges erleben und entdecken können. Wer aus den Kinderschuhen raus ist und den Nervenkitzel sucht, wird aber wohl enttäuscht sein. Das Rastiland kostet für Besucher ab zwölf Jahren 22 Euro.

Tim Fritsche

Nervenkitzel:*
Erholung: **
Erreichbarkeit: ***
Geeignet für: Freizeitpark-Anfänger

Mit dem Auto ins Gehege

Ein bisschen mulmig wird uns schon, als mein Freund und ich fünf Meter am Löwenrudel vorbei fahren – zwischen uns und den majestätischen Tieren nur die dünne Autowand. Wem normale Zoos zu langweilig sind, der ist im Serengeti-Park in Hodenhagen richtig: Hier geht man selbst auf Safari, entweder mit dem eigenen Auto oder mit einem Bus. Wir fahren selbst durch die weitläufigen Gehege, lassen Zebras und Giraffen durch das Fenster schauen und Affen über das Auto klettern. Aussteigen ist allerdings strengstens verboten – zur eigenen Sicherheit.
Nach der Rundfahrt geht es zu Fuß weiter in den angrenzenden Freizeitpark. Zum Glück habe ich wenig Berührungsängste mit Tieren: In den begehbaren Affengehegen springen die Kletterkünstler einigen Besuchern furchtlos auf die Schulter.
Zum Schluss sorgen die Wildwasserbahn und andere Fahrgeschäfte – darunter ein 17 Meter hoher Freefall-Tower – für etwas Action. Doch wer nur des Adrenalins wegen herkommt, ist hier eher fehl am Platz. Doch dies gleicht die Safari allemal aus. Besonders begeistert uns, wie nah man den exotischen Tieren, die erstaunlich wenig Scheu vor Menschen zeigen, kommen kann. Für Tierliebhaber jeden Alters lohnt sich der Besuch definitiv, und auch der Freizeitpark bietet jede Menge Abwechslung. Der Eintritt kostet 
29 Euro für Erwachsene.

Elena Everding

Nervenkitzel:***
Erholung: ****
Erreichbarkeit: ***
Geeignet für: Zoofans

Nachdenkliches Staunen

Zugegeben: Der erste Eindruck macht neugierig. Eine Karikatur von Angela Merkel, die auf einer „Titanic“ mit Griechenland-Flagge sitzt, begrüßt den Besucher an der Einfahrt. Am Eingang steht: „Lass alle Sorgen an der Kasse und genieß den Tag.“ Noch sind meine Freundin Luise und ich aber skeptisch: Im Freizeitpark Sottrum gibt es keine Fahrgeschäfte, sondern einen Streichelzoo und jede Menge Spielplätze. Und auch als ausgewachsenes Kind komme ich beim Schlendern entlang des „Schimpfwortwegs“ aus dem Staunen nicht heraus. So viele kreative Skulpturen und exponiert drapierte Alltagsgegenstände gibt es. Zum Beispiel eine Kurbel, die laut Schild dazu da ist, Mathelehrer zu verhauen. Neben einer Ausstellung zu dem Ei, bei der man sich auch in eines setzen kann, gibt es kritische Texte zum Freihandelsabkommen oder eine Statistik über den deutschen Fernsehkonsum. Ich bin verwirrt. Das sollen Zehnjährige verstehen? Viele der Schilder hängen nicht auf ihrer Augenhöhe – sondern auf meiner. Der Park lädt auch Erwachsene zum Nachdenken ein. Stutzig macht mich eine Ausstellung über den Unsinn, ein Guckloch in der Wand, durch das man nichts sehen kann. Wenn man sich auf solche Merkwürdigkeiten einlassen kann, ist es hier echt cool, und die 11,50 Euro Eintritt – für Kinder bis 14 Jahre nur 9,50 Euro – lohnen sich auf jeden Fall. 
 Jacqueline Niewolik
Nervenkitzel: *
Erholung: *****
Erreichbarkeit: **
Geeignet für: Kinder und 
Erwachsene mit Kinderherz

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