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Lieber Brian Anderson,

ZiSH grüßt ... Lieber Brian Anderson,

Du bist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Skatebordern. Nun hast du einen sehr mutigen Schritt gewagt.

Outet sich zur Homosexualität: Profiskater Brian Anderson.

Quelle: Vice/Screenshot

unter Skateboardern bist du eine Legende. Seit den späten Neunzigern bist du in der Szene bekannt für deinen aggressiven, waghalsigen Stil. In einem Interview mit dem „Vice“-Magazin hast du dich nun geoutet: Du bist schwul. Damit bist du der erste Profiskater, der sich offen zur Homosexualität bekennt. Das sagt einiges über die Szene aus und über dich: Du traust dich mutige Sprünge ins Ungewisse auch ohne Brett unter den Füßen – und bringst damit hoffentlich Dinge ins Rollen.

Mit beeindrucktem Gruß, ZiSH

Liebes Christkind,

noch fast drei Monate sind es bis Weihnachten, deine Ferien sind aber dennoch schon beendet. In Engelskirchen sind bereits jetzt 3000 Briefe für dich eingegangen. Während sich Mama und Papa noch über Lebkuchen im Supermarkt ärgern, steckst du schon mitten in den Weihnachtsvorbereitungen: Himmlische Unterstützung bei den Hausaufgaben erhoffen sich die Kinder aus aller Welt beispielsweise – da kann man verstehen, dass sie Weihnachten kaum abwarten können.

Mit beschäftigtem Gruß, ZiSH

Lieber Til Schweiger,

du bist längst nicht mehr nur Schauspieler. Mit deinen Firmen verkaufst du Designermöbel und betreibst nun bald auch eigene Restaurants. Für die erste Filiale in Hamburg suchst du noch Mitarbeiter. Bewerber sollen ein 1:30 Minuten langes Video einsenden und darin ihren Lieblingswitz erzählen. Danach folgt, mit etwas Glück, der Recall samt persönlichem Gespräch mit dir. Wer danach neben einer Privataudienz auch noch an Gehalt interessiert sein sollte, bekommt übrigens 9 Euro die Stunde.

Und Action! ZiSH

Lieber Matthew und Mark McLachlan,

eure Erfindung, der Fidget Cube, ist bei Kickstarter gerade sehr erfolgreich. Das Finanzierungsziel von 15 000 Dollar ist schon jetzt um rund 3 Millionen Euro übertroffen. Kein Wunder, euer „Zappelwürfel“ dürfte gelangweilte Schüler retten. Die Seiten des Würfels bieten Knöpfe und Scheiben zum hemmungslosen Herumspielen. So lässt sich auch die zäheste Unterrichtsstunde aushalten. Allerdings sollte der Ton ausgestellt werden, sodass das neue Spielzeug vom Lehrer unentdeckt bleibt.

Mit zappeligem Gruß, ZiSH

Liebe Virginia Hanlon Grohl,

wenn das eigene Kind ein Rockstar ist, quälen sich die Eltern mit Sorgen: Isst der Junge genug? Hat er eine warme Jacke dabei? Lässt er die Finger von Drogen? Du kennst das: Dein Sohn Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters) ist seit 26 Jahren im Geschäft. Über diese Zeit schreibst du in dem Buch „From Cradle to Stage“. Dafür hast du auch die Mütter von anderen Stars angerufen: etwa von Dr. Dre, Mike D (Beastie Boys) und den Haim-Schwestern. Klingt nach unterhaltsamer Lektüre.

Mit amüsiertem Gruß, ZiSH

Liebe Panda-Bären,

endlich eine gute Nachricht: Ihr steht nicht mehr auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation, weil ihr nicht mehr vom Aussterben bedroht seid. Euer Heimatland China hat sich Mühe gegeben, euren Lebensraum zu erhalten. Doch der ist weiter in Gefahr: Der Klimawandel könnte dafür sorgen, dass ein Drittel der Bambuswälder, in denen ihr lebt, in den nächsten 80 Jahren vernichtet wird. Um das zu verhindern, ist nicht nur China gefragt, sondern wir alle sind es.

Mit besorgtem Gruß, ZiSH

Liebe Hamster,

unter dem Hashtag #Hamsterkäufe machen sich zahlreiche Twitter-Nutzer mit Hamsterwitzen über eine Empfehlung der Bundesregierung lustig, Vorräte für zehn Tage anzulegen.Da blast ihr vor Schreck die Hamsterbacken auf. Denn einige User fragten sich schon, wie groß wohl der Vorrat an Hamstern sein muss, um sich so lange von euch ernähren zu können. Vielleicht solltet ihr vorsichtshalber untertauchen. Genug Vorrat habt ihr bestimmt schon gehamstert.

Mit vorrätigem Gruß, ZiSH

Liebe Twitter-Nutzer,

habt ihr euch nicht auch schon mal gefragt, wie ihr als Hund aussehen würdet? Nein?! Über den Account @YouAreDogNow könnt ihr es herausfinden. Denn die Betreiber suchen nicht nur zu Promis wie Donald Trump (Foto) das passende Hunde-Pendant. Auch jeder andere Nutzer kann Fotos einsenden. Die Macher suchen nach einem passenden Ebenbild auf vier Beinen. Wo genau die Macher bei ihrer Suche herumschnüffeln und wo sie die Bilder ausgraben, ist unbekannt.

Mit haarigem Gruß, ZiSH

Liebe Bärtige,

mit eurem Hashtag #Beardsfrombelow eröffnet ihr uns gerade neue Perspektiven auf die hippe Kinnfrisur. Den Kopf überstreckt fotografiert ihr Hals und Kinn aus der Froschperspektive. Die Sonnenbrille, die ihr bei diesem Möchtegernsommer eh nicht braucht, platziert ihr auf dem Kehlkopf, mit Lippenstiften malt ihr darunter einen Mund. Skurril, irritierend und lustig sieht das aus. Aber im Gespräch würden wir dann doch euer echtes Gesicht bevorzugen.

Mit haarigem Gruß, ZiSH

Liebe Brexit-Befürworter,

ihr verlasst die EU, und nun verlassen eure Mitbürger euch. Wie die Deutsche Presse-Agentur mitteilt, informieren sich immer mehr Briten bei der neuseeländischen Einwanderungsbehörde über Studien- und Arbeitsmöglichkeiten. Die Londoner Börse in Frankfurt, die Pro-Europäer in Neuseeland und ihr Brexiteers feilt noch immer an eurem Austrittsgesuch. Scheint so, als hätten alle außer euch schon Ideen, wo’s als Nächstes hingehen soll.   

Mit deplatziertem Gruß, ZiSH

Lieber Donald Trump,

vor 16 Jahren haben die Macher der beliebten US-Serie „The Simpsons“ dich als Präsidenten gezeigt – ein Horrorszenario. Jetzt, da diese Situation tatsächlich eintreten könnte, haben sie noch mal nachgelegt: In einem Minitrailer zur neuen Staffel wird gezeigt, wie Marge und Homer einen Spot im TV sehen. Der zeigt, wie du, statt ans Telefon zu gehen, auf Twitter gegen Politikerkollegen stänkerst. Laut einer Studie beeinflussen Serien unsere politische Meinung. Pech für dich – wenn Marge und Homer gegen dich sind, sind wir es auch!

Mit streamendem Gruß, ZiSH

Liebe „Pokémon Go“-Spieler,

lasst euch nicht verwirren: Das Maskottchen für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sieht aus wie Pikachu. Vinicius soll jedoch eine Mischung aus Wildkatze und Affe darstellen. Also spart euch die Mühe. Fangt lieber ein paar Rattfratze, bevor ihr euch an Vinicius die Zähne ausbeißt. Im Notfall hilft immer noch, die Augen vom Bildschirm zu lösen. Wenn euch ein lebensgroßes Fantasietier gegenübersteht, seid ihr nicht mehr im Pokémon-Universum, sondern irgendwo in Rio.

Mit analogem Gruß, ZiSH

Lieber Mark Forster,

beim Putzen ist dir deine Goldene Schallplatte für den Song „Bauch und Kopf“ zerbrochen, wie du bei Instagram mitgeteilt hast.Kollateralschäden bleiben beim Kampf gegen dicke Staubschichten nicht aus. Bei der nächsten Putzsession solltest du im Umgang mit dem Staubwedel trotzdem etwas vorsichtiger sein: Dann schützt du dich nicht nur vor Hausstaublunge, sondern auch vor Trophäenschwund.
Und ganz nebenbei: Wenn du trotz deines Erfolgs noch eigenhändig putzt, kommst du auch ohne protzige, goldene Angeberscheibe an der Wand aus.

Mit verstaubtem Gruß, ZiSH

Lieber Alexander Pfefferle,

auf deiner Facebook-Seite „Alistration“ veröffentlichst du regelmäßig kreative Illustrationen. Passend zum Pokémon-Go-Hype hast du dir „typisch deutsche“ Pokémon ausgedacht. Besonders gut gefallen uns „Sandalsok“, eine Socke mit Augen und Sandalen, und das Deutsche-Bahn-Pokémon „Deeban“ – wegen der ständigen Verspätung in Schneckenformoptik. Das Beste daran: Man kann sie auch ohne die chronisch überlastete App Pokémon-Go sehen.

Mit schmunzelndem Gruß, ZiSH

Lieber Vincent van Gogh,

du bist bekannt für deine Sonnenblumengemälde und Selbstporträts. Mit der Foto-App „Prisma“ kann jetzt jeder solche Gemälde machen wie du. Millionen Nutzer haben bereits ihre Schnappschüsse mithilfe von Filtern in expressionistische Selbstporträts oder kubistische Gemälde à la Picasso verwandelt. Auch wenn du vermutlich nicht so viel mit einem Duckface anfangen könntest – das moderne Selbstporträt ist nun einmal das Selfie und so vielleicht auch ganz in deinem Sinne.

Mit stilvollem Gruß, ZiSH

Lieber Samuel L. Jackson,

gerade ist die sechste Staffel von „Game of Thrones“ ausgelaufen, da legt die Produktionsfirma HBO nach: In einer Zusammenfassung der Geschichte gibst du den Erzähler. Aus Filmen wie „Django Unchained“ wissen wir, dass du gut und gerne fluchst – so auch in der siebenminütigen Kurzfassung auf Youtube: „Sch**ß auf die Drachen! Konzentriert euch!“ Dabei gelingt es dir, die komplexe Handlung nachzuerzählen, ohne Highlights zu spoilern. Das ist bei „GoT“ nur wenigen gelungen.

F*ck yeah, ZiSH

Liebe Walt Disney Company,

eure Trickfilme sind Kult. Als Kinder wollten wir wie Arielle die Meerjungfrau durch den Ozean schwimmen und lachten über Donald Ducks cholerische Wutausbrüche. Nun lasst ihr die Helden unserer Kindheit wieder in unseren Alltag einziehen – als Emoticons für das Betriebssystem Android. Der Haken: Die neuen Smileys müssen erst in der bald erscheinenden App „Emoji Blitz“ erspielt werden. Aber von unseren Disney-Helden haben wir ja gelernt, dass es sich lohnt für wichtige Dinge zu kämpfen.

Mit heldenhaftem Gruß, ZiSH

Liebe Trump-Wähler,

in einer Beziehung sollten beide Partner ungefähr die gleichen Werte vertreten, sonst gibt’s Krach. Damit ihr unter euch turteln könnt, habt ihr jetzt eine eigene Dating-App – Trump-Singles.com. Auffällig „trumpig“ sind vor allem die Filtereinstellungen: Neben Aussehen und Haarfarbe kann auch nach Blutgruppe und Herkunft gefiltert werden. Die Republikaner-Pärchen sollen schließlich möglichst amerikanisch sein, so wie es euer voraussichtlicher Präsidentschaftskandidat predigt. Der hat allerdings „schlecht“ gefiltert: Eine Ex ist Tschechin, seine jetzige Frau Slowakin.

Mit kopfschüttelndem Gruß, ZiSH

Liebe „Ghoster“,

wenn ihr keine Lust auf ein Date habt, reagiert ihr mit Ignoranz.Statt offen zu sagen, dass ihr nicht mögt, antwortet ihr nicht auf Nachrichten und habt nie Zeit. Damit macht ihr euch das Leben leicht. Die App „Ghostbot“ nimmt euch nun auch das noch ab: Mit nicht ganz ernst gemeinten Antworten wie „Sorry, heute Abend gibt es nur mich und meine Pizza“ soll sie Verehrer vergraulen. Praktisch. Denn wer bei so lustigen Antworten das Weite sucht, ist vielleicht auch wirklich nicht der Richtige.  

Mit zwinkerndem Gruß, ZiSH

Liebes Rock am Ring,

bei der diesjährigen Ausgabe musstet du dein Festival bereits nach dem zweiten Veranstaltungstag abbrechen. Vor schweren Unwettern wurde gewarnt, am Freitag hatte es sogar Blitzeinschläge mit 71 Verletzten gegeben. Ein trauriges Ende für ein Musikfest. Nun hast du bekannt gegeben, dass alle Besucher 40 Prozent des Eintrittspreises zurückerhalten sollen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.rock-am-ring.com. Du lässt deine Fans wirklich nicht im Regen stehen.

Bis im nächsten Jahr, ZiSH

Lieber Sweepee Rambo,

am Wochenende hast du in Kalifornien den ersten Preis beim „Ugliest Dog Contest“ abgestaubt. Mit deinen toten Augen, der teerfarbenen Haut, dem abstehenden, dornigen Zottelhaar und heraushängender Zunge bist du wirklich keine Augenweide. Und mit den beachtlichen 17 Jahren auf deinem krummen Buckel ist auch nicht mehr zu erwarten, dass du dich noch zu einer Altersschönheit entwickelst. Die umgerechnet 1350 Euro Preisgeld sind immerhin eine kleine Entschädigung fürs Herrchen.  

Mit hechelndem Gruß, ZiSH

Liebe Kirchseeoner Abiturienten,

dass manche Lehrer einen regelrechten Kopierwahn entwickeln und stapelweise Arbeitsmaterial vervielfachen, ist auch euch nicht entgangen. Mit eurem Abi-Streich habt ihr zurückgeschlagen: Um auf die Papierverschwendung aufmerksam zu machen und um für mehr digitale Lernmittel zu plädieren, habt ihr euer Schulgebäude mit 11 520 Blatt Papier zugeklebt. Das entspricht nur einem Zehntel (120 000 Blatt) dessen, was ihr in den letzten zwei Jahren ausgeteilt bekommen habt. So ein Abi-Streich darf gerne kopiert werden.

Strg + P, ZiSH

Liebe Stiftung Warentest,

ihr könnt viel mehr als nur Staubsauger zu testen: Kürzlich habt ihr all den Hasskommentar-Schreiber lässig vorgerechnet, was sie die Drohungen so kosten können, die sie bei Facebook unter missliebige Artikel rotzen. Ähnlich gut hat uns eure Reaktion auf den neuen Beginner-Song „Ahnma“ gefallen. „Alle sind happy, denn der Testsieger rappt wieder“, näselt Jan „Eizi Eis“ Delay da. „Wir bestätigen hiermit deine Punchline“, habt ihr ihm daraufhin bei Twitter geschrieben, „Note: Sehr gut (1,0)“. Das lässt auch Eizi Eis nicht kalt. „Den Tweet rahm ich mir ein“, antwortete er.

Peace out! ZiSH

Liebes HBO,

es gibt wohl kaum eine Serie, bei der so auf Geheimhaltung gesetzt wird wie bei eurem „Game of Thrones“ – und bei der alle Bemühungen immer wieder scheitern. Bereits vergangenes Jahr wurden vier Folgen geleakt – und nun konnten Fans schon wieder vorab die neusten Geheimnisse erfahren. Doch wie kam es dazu? Hacker? Technische Panne? Nein, nur ein Techniker, der sich angeblich einfach im Datum geirrt und die Folge auf eurem eigenen Streaming­portal zu früh freigegeben hat.

Mit Spoiler-freiem Gruß, ZiSH

Lieber Johannes Haushofer,

du hast einen einschüchternden Lebenslauf: Mit 36 Jahren bist du schon Assistenz-Professor der Elite-Uni Princeton. Zur Aufmunterung einer frustrierten Freundin hast du jetzt deinen „CV of Failures“ („Lebenslauf der Misserfolge“) aufgeschrieben. Zwei Seiten füllen allein die Ablehnungen für Stipendien und Doktorandenprogramme. Es ist ein Dokument, das Mut macht: Wenn selbst ein schlauer Kopf wie du so viele Absagen kassiert, dann nehmen wir das jetzt auch nicht mehr so persönlich.

Mit entspanntem Gruß, ZiSH

Lieber Josh Herdman

Brutal, ziemlich dümmlich und gefolgsam: So wurdest du in den acht „Harry Potter“-Filmen als pausbäckiger Slytherin-Handlanger Gregory Goyle bekannt.Du warst der Junge fürs Grobe von Harrys Gegenspieler Draco Malfoy. Jetzt ist aus dem dämlichen Gehilfen ein Profikämpfer geworden. Selbst hartgesottene Fans müssen wahrscheinlich dreimal hinschauen, um dich noch zu erkennen: Mit rasiertem Kopf und tätowiertem Oberkörper hast du am Sonnabend deinen ersten Mixed-Martial-Arts-Kampf gegen den Polen Janusz Walachowski bestritten – und gewonnen. Die Schauspielerei willst du zwar nicht aufgeben, genug Geld verdienst du seit dem Ende von „Harry Potter“ damit aber nicht mehr. Als Lebensunterhalt ist sie für dich so verlässlich „wie Lotto spielen“. Aber das Kämpfen solltest du ja im Blut haben: Dein Vater war einst Profiboxer.

Mit überraschtem Gruß, ZiSH

Liebe Abenteurer,

für euch hat sich der Verlag der Backpacker-Bibeln jetzt eine neue Version des altbekannten Reiseführers überlegt - es geht um stille Örtchen.

Durch den Massentourismus ist es schwer geworden, auf Reisen abgelegene und verlassene Orte zu finden. Neue Ziele bietet jetzt der Reisebuchverlag „Lonely Planet“: Im Bildband „Eine Reise zu den Stillen Örtchen dieser Welt“, der im Oktober erscheint, geht es um besonders ästhetische Toiletten. Abgebildet sind insgesamt 96 kunstvolle WC-Gebäude, einsame Toilettenhäuschen und kuriose Kloschüsseln auf der ganzen Welt. Das Repertoire reicht von der finnischen Latrine mit Ausblick über ein Plumpsklo im Dschungel von Laos bis zum chinesischen Brunnen aus 10 000 Toilettenschüsseln. Dazu gibt es jeweils eine kurze Geschichte – und den Standort mit genauen Koordinaten, damit die WCs auch gefunden werden können. Es wird wohl keiner so weit gehen und seine nächste Reiseroute nach dem Standort einer Toilette planen. Aber egal, ob ihr im Dschungel von Laos oder in der tunesischen Wüste unterwegs seid – einsame und vor allem stille Örtchen findet ihr in den WCs bestimmt. Zumindest alleine seid ihr dort auf jeden Fall.

Mit dringendem Gruß, ZiSH

Lieber Sid Blair,

mit der Langeweile kommen oft doofe Ideen: Auf einem „Magic“-Kartenturnier in den USA bist du früh ausgeschieden und hattest Zeit. Viel Zeit.

Kurzerhand hast du dich mit der Kamera neben Mitspielern postiert, die eine ungünstige Sitzposition gewählt hatten: Ihre Poritze lugte deutlich aus der Hose. Scheinbar waren etliche Spieler so entblößt, dass ihr sogenanntes Maurerdekolleté zu sehen war. Bei Insta­gram wurden deine Aufnahmen gefeiert. In der „Magic“-Szene nicht: Zwei Jahre darfst du an keinem Turnier teilnehmen.

Mit blankem Gruß, ZiSH

Lieber Barack Obama,

als Präsident der USA weißt du über Politik und Staatsaffären mehr als wir. Neu ist allerdings dein Insiderwissen über unsere Lieblingsserien.

Du durftest die sechste Staffel „Game of Thrones“ schon vorab sehen – und weißt, ob Protagonist John Snow wirklich stirbt. Das ist ein bisschen unfair! Aber unter richtigen Fans wird nicht gespoilert! Wir warten lieber bis zur Staffel-Premiere am 24. April. Wenn du die Handlung nicht schon vorher verrätst. Zum Beispiel auf der Hannover Messe.

Mit ungeduldigem Gruß, ZiSH

Liebe Charlotte Schmitz

du studierst Fotografie auf dem Expo-Gelände Hannover und machst mit einem besonderen Fotoprojekt auf dich aufmerksam. Auf dem Campus hast du Kommilitonen gefragt, ob sie schon mal Sex in der Hochschule hatten – und hast anschließend die Orte des Geschehens fotografiert. Gut 25 Fotos von Schränken, Waschräumen und Fotolaboren sind so entstanden. Die unromantischen Orte erklären sich wohl dadurch, dass eure Uni ziemlich abgelegen ist – und der Weg nach Hause ziemlich lang. Besonders, wenn man etwas Dringendes vorhat.

Mit mitleidigem Gruß, ZiSH

Liebe Julie Baggott,

zusammen mit ein paar DVDs hast du deine Katze Cupcake in einem Paket verschickt. Erst acht Tage und knapp 400 Kilo­meter später wurde das arme Tier in Cornwall befreit – dehydriert und verwirrt, aber erstaunlicherweise lebend. Wie Cupcake in das Paket gekommen ist, kannst du dir nicht so recht erklären. Zum Wohle von Cupcake und seinen Artgenossen wünschen wir uns, dass du nur noch Katzen­videos verschickst – per E-Mail.

Mit tierliebem Gruß, ZiSH

Liebes Instagram,

du hast mit der „Paper Waist Challenge“ ein fragwürdiges Schönheitsideal von China aus populär gemacht. Unter dem Hashtag #A4waist zeigen junge Frauen, dass sie ihre Taille komplett hinter einem A4-Blatt verschwinden lassen können – so, als müssten das alle können. Gut, dass das nicht unwidersprochen bleibt: Schönheit habe nichts mit einem 21 Zentimeter schmalen Blatt zu tun, schreiben die Gegner auf den A4-Zettel-Selfies, die sie unter #stop­A4waist teilen. So sieht’s aus!

Mit magerem Gruß, ZiSH

Liebe Gwyneth Paltrow,

als Schauspielerin nimmst du dir gerade eine Auszeit. Du konzentrierst dich lieber auf dein Lifestyle-Portal goop.com, auf dem du deinen Fans alltagstaugliche Tipps für alle Lebenslagen gibst. Für deine große Entschlackungskur 2016 hast du nun etwa ein Rezept für einen Smoothie veröffentlicht, den du laut Webseite täglich trinkst. Wer die Zutaten nicht zufällig gerade herumliegen hat, muss dafür erst einmal investieren – stolze 197 Euro kostet der Grundvorrat. Da fällt das Monatsbudget für Junkfood schon von ganz allein eher mager aus.

Mit dünnem Portemonnaie, ZiSH

Lieber Ben Affleck,

in neun Tagen startest du mit „Batman V Superman“ in der Rolle des Fledermausmenschen in den Kinos. Deine Besetzung hat schon damals für wenig Begeisterungsstürme in der Fan-Gemeinschaft gesorgt. Zu unpassend schienst du als dunkler Held. Doch nachdem du jetzt auch noch einen Spoiler über den Film erzählt hast – den wir hier nicht weiter ausführen wollen – wird deine Beliebtheit mittlerweile auf das Level des Pinguins gesunken sein. 
Toller Superheld.

Mit genervtem Gruß, ZiSH

Lieber Ray Tomlinson,

1969 hast du die erste E-Mail geschrieben und das @-Zeichen erfunden. Damals noch in einem geheimen Internet-Vorläufer des US-Militärs. Am Wochenende bist du im Alter von 74 Jahren gestorben. An den Inhalt deiner ersten Mail konntest du dich nur vage erinnern: „Vermutlich war es QWERTYUIOP“ – die ersten Buchstaben auf einer englischen Tastatur. Auch dieser Inhalt kommt uns bekannt vor. Etwa als Nachricht der Eltern, nachdem sie sich ein Smartphone zugelegt haben.

R.I.P., ZiSH

Lieber Jan Delay,

schon seit Jahren kursieren Gerüchte darüber, dass du ein neues Album mit deiner Band Beginner veröffentlichen willst. Doch bisher wurden wir immer enttäuscht. Jetzt hast du spontan in einem Interview der Reihe „Die lange Nacht der Zeit“ verraten, dass euer neues Album im Spätsommer herauskommen soll – ganz konkret: am 13. September. Das ist ja schon richtig bald! Aber wer weiß, vielleicht überlegt ihr es euch ja auch nochmal anders. Mal wieder.

Mit abwartendem Gruß, ZiSH

Liebe Schweine,

wie fast jedes Wesen (oder Ding) auf der Erde habt auch ihr euren Jahrestag. Und der ist am heutigen Dienstag (1. März). Wir würden euch gerne beglückwünschen, doch der „Tag des Schweins“ wird nur in den USA zelebriert. Eine absolute Sauerei, sagen wir! Schließlich gibt es gerade in Niedersachsen mehr von euch (8,8 Millionen) als von uns (knapp 8 Millionen). Der „Tag des Kompliments“ (ebenfalls Dienstag) wird jedenfalls boykottiert, bis auch ihr die Anerkennung bekommt, die euch zusteht.

Mit grunzendem Gruß, ZiSH

Lieber Mark Zuckerberg,

das Foto sieht aus wie die Szene aus einem Science-Fiction-Film: Überall im Raum sitzen Leute mit Virtual-Reality-Brillen auf der Nase und starren vor sich hin. Sie sehen aus wie Roboter. Du, als Einziger ohne Datenbrille, schreitest breit grinsend durch die Reihen – wie ein Herrscher aus der Zukunft. Das Foto ist auf dem Mobile World Congress, einer großen Smartphone-Messe, entstanden. Natürlich hast du nicht vor, die Weltherrschaft an dich zu reißen. Gruselig ist das Bild trotzdem.

Mit zukunftsweisendem Gruß, ZiSH

Liebe Tierwelt,

laut einer Studie des Karlsruher Biologen Mario Ludwig hast du ein Problem – ein Drogenproblem. Der Wissenschaftler lästert aus dem Nähkästchen von Igeln, die „stinkbesoffen ihren Rausch in der Gartenecke ausschlafen“, weil sie bierhaltige Schneckenfallen austränken. Oder von Meerkatzen, die Touristen die Cocktails an der Hotelpaar wegnähmen. Oder von Großen Tümmlern, die sich durch den Verzehr von Kugelfischen auf einen Trip begäben. Das hätten wir so nicht von dir gedacht!

Mit ungläubigem Gruß, ZiSH

Lieber Kanye West,

deine Finanzen hast du wohl nicht im Griff. Bei Twitter verkündest du jetzt, dass du mit 53 Millionen US-Dollar in den Miesen bist. Das ist mal ein Batzen. Doch zum Glück hast du eine Idee, wie du wieder zu Geld kommst: Während wir Mama und Papa anschnorren, pumpst du in einem Tweet Mark Zuckerberg an. Der ist schließlich superreich und in Geberlaune. Blöd nur, dass der Facebook-Gründer noch nicht geantwortet hat. Vielleicht auch, weil er sich häufiger in einem anderen Netzwerk rumtreibt.
Mit großzügigem Gruß, ZiSH

Lieber Homer Simpson,

durch die Zeichentrickserie „Die Simpsons“ bist du als trotteliger Familienvater berühmt geworden. Dein Markenzeichen ist ein erschrocken gebrülltes „Nein!“. Doch du hast viel mehr zu sagen. Das dachten sich wohl auch die Entwickler der Suchmaschine „Frinkiac“. Dort findet man über drei Millionen Bilder mit Sprüchen, sogenannte Memes, von dir und deinen Freunden. „Das Internet? Gibt es diesen Blödsinn immer noch?“, fragst du dich nun vielleicht wie einst in der Serie. Und ob: Bald grinst du uns nicht nur ständig vom Fernseh-, sondern auch vom Smartphonebildschirm entgegen.

Mit gelbem Gruß, ZiSH

Lieber Firas Alshater,

du bist aus Syrien geflüchtet. Jetzt stellst du auf deinem neuen Youtube-Kanal „Zukar“ die Frage: Wer sind diese Deutschen? Dafür lässt du dich auf dem Alexanderplatz umarmen. Nur dass es dauert, bis da überhaupt wer kommt. Aber, so dein Fazit: „Wenn sie angefangen haben, hören sie gar nicht mehr auf.“ Wie die Kollegen von jetzt.de sind wir begeistert von deinem Humor, mit dem du zwischen Pegida und Willkommensgrüßen die Deutschen analysierst – und so die Flüchtlingsdebatte auflockerst.

Mit einer dicken Umarmung, ZiSH

Liebe Rora Blue,

dein Kunstprojekt „The Unsent“ dreht sich um zerbrochene Beziehungen: Enttäuschte, reuige und verletzte Partner schicken dir anonym Botschaften an den Ex, die nie ausgesprochen wurden. Viele Nachrichten sind wütend und ehrlich. Doch in den meisten Geständnissen geht es um Selbstmitleid, dass die Beziehung endgültig vorbei ist. Als Sticker können die wehleidigen Nachrichten verklebt werden – in der Hoffnung, dass der Ex sie entdeckt. Ein wehleidiger Aufkleber, der genug Kraft hat, eine Beziehung wieder zu kitten – schön wär’s.

Mit enttäuschtem Gruß, ZiSH

Lieber Macklemore, lieber Ryan Lewis,

auf eurer neuen Single „White Privilege II“ greift ihr die Benachteiligung Schwarzer auf. Ihr singt nicht nur von Polizeigewalt und der „Black Lives Matter“-Bewegung. Ihr kritisiert auch Musiker wie Miley Cyrus, sie würden die Magie des ursprünglichen Hip-Hop der Schwarzen ausbeuten, wenn ihr rappt: „Fake and so plastic, you’ve heisted the magic“. Ihr macht es besser und erinnert an die Wurzeln des Rap. Am 26. Februar erscheint euer neues Album – und wir hoffen auf mehr solcher Songs.

Mit erwartungsvollem Gruß, ZiSH

Lieber Bill,

du bist zwar nur ein Strichmännchen, doch in dir steckt sehr viel Weisheit. Die verbreitest du seit Kurzem als Internetmeme. Bei Facebook und Twitter prangerst du auf charmante Art nervige Gewohnheiten an, die uns auf den Senkel gehen: „Bill sieht, dass es draußen schneit – kann sich aber trotzdem verkneifen, die unspektakuläre Neuigkeit bei Facebook zu posten.“ Die kurzen Texte enden stets gleich: „Bill ist klug. Sei wie Bill.“ Wird Zeit, dass die angesprochenen Personen sich einen Strich von dir abschneiden.

Mit klugem Gruß, ZiSH

Lieber Ray Smith,

für deine Freundin Claire sollte es nicht einfach nur ein normaler Heiratsantrag sein. Deshalb hast du im Juli 2015 angefangen, auf alle gemeinsamen Fotos von euch heimlich eine kleine Karte zu schmuggeln. Auf der stand die große Frage: „Will you marry me?“ 148 Paarfotos kamen dabei heraus, und damit auch 148 unbemerkte Heiratsanträge. Denn Claire bekam von alledem nichts mit. Erst Heiligabend endete das Versteckspiel: Du hast sie endlich richtig gefragt. Und sie hat Ja gesagt.

Herzlichen Glückwunsch, ZiSH

Lieber Leonardo DiCaprio,

2016 könnte dein Jahr werden! Bei den Golden Globes räumte dein neuer Film „The Revenant“ mehrere Preise ab, du wurdest zum besten Drama-Darsteller gekürt. Eigentlich steht deinem ersten Oscar nichts mehr im Wege. Nur der Bär, gegen den du im Film kämpfst, ist dagegen. In einem humorigen Text auf der Seite „The Muse“ darf das Tier analysieren, warum es den Preis mehr verdient als du. Wir fragen uns: Können Tiere eigentlich einen Oscar als bester Hauptdarsteller gewinnen?

Wir drücken die Daumen, ZiSH

Lieber Lemmy,

vor nicht einmal zwei Wochen bist du, einer der letzten wahren Rocker, an einer Krebserkrankung gestorben. Am Sonnabend sollst du beerdigt werden. Für deine Fans bleibst du unsterblich. 65 000 von ihnen fordern nun sogar in einer Online-Petition, ein neu entdecktes chemisches Element nach dir zu bennennen. „Lemmium“ soll es heißen. Und wie es der Zufall will, wäre es ausgerechnet ein Schwermetall – das wäre dann wohl wahrlich „heavy metal“.

Mit schwermütigem Gruß, ZiSH

Lieber Serdar Somuncu,

deine hasserfüllte Stand-up-Comedy ist nichts für schwache Nerven. Das zeigte sich nun auch beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). In einem Beitrag anlässlich des „Arosa Humor-Festivals“ bezeichnetest du die Schweiz aufgrund ihrer Abschiebungspolitik satirisch als „aufrichtige Nazis“. Das SRF entschloss sich, die Aufzeichnung nicht zu senden. Auf Facebook erreichst du trotzdem dein Publikum – mit wütenden Tiraden gegen den Sender. Die kannst du ja bekanntermaßen am besten.

Mit unzensiertem Gruß, ZiSH

Lieber Abu Bakr al-Baghdadi,

in einer neuen Audiobotschaft forderst du als selbst ernannter Kalif des „Islamischen Staates“ Muslime auf, für dich zu kämpfen und in den Heiligen Krieg zu ziehen. Muslimische Twitter-Nutzer haben auf solch törichte Unternehmungen logischerweise überhaupt keine Lust – und ihren Tweets zufolge sowieso Besseres zu tun: „Kann nicht, muss Netflix gucken“, schreibt ein Nutzer. Oder sie dürfen nicht: „Mama hat Nein gesagt“, klagt eine Muslimin ironisch, „sorry habibi!“ („Sorry Schätzchen!“).

Grußlos, ZiSH

Liebe Dozenten,

ihr habt ein hartes Leben. Bis kurz vor Weihnachten müsst ihr Vorlesungen vor spärlich besetzten Reihen halten. Viel lieber würdet ihr, wie eure Studenten, Glühwein trinken oder Weihnachtsgeschenke besorgen. Stattdessen müsst ihr Seminare halten und Referate bewerten. Euren Stress merkt man euch an. Aber heute ist zum Glück der letzte Uni-Tag in diesem Jahr. Vielleicht macht ihr es euch und uns etwas leichter – und schickt uns einfach auf den Weihnachtsmarkt.

Bis nächstes Jahr, ZiSH

Liebe „Who Deleted Me“-Erfinder,

ihr habt eine App erfunden, die einem bei Facebook anzeigen soll, wenn man von jemandem als Freund gelöscht wurde. Bisher hat man das nur zufällig – oder oft gar nicht – herausgefunden. Aber mal ehrlich: Bei 500 Facebook-Freunden tut ein Freund mehr oder weniger auch nicht weh. Das ist doch das Schöne an Facebook-Freundschaften: dass man oft gar nicht merkt, wenn sie enden. Und wenn die Tante, die sonst immer alles kommentiert, einen plötzlich löscht, merkt man das auch ohne App.

Ohne Gruß, ZiSH

Liebes Marketing-Team von Edeka,

euer Video #heimkommen ist mit rund fünf Millionen Klicks total beliebt, auch wenn ihr ganz schön auf die Tränendrüse drückt. Die Kinder lassen ihren Vater darin Weihnachten mal wieder allein, trotz seiner Einladung. Im nächsten Jahr bekommen sie wieder eine Einladung. Allerdings nicht für Heiligabend, sondern für die Beerdigung. Als Kinder und Enkel sich mit schlechtem Gewissen endlich zu Hause treffen, wartet dort der Opa – am Weihnachtstisch. Wie, so fragt er listig, hätte er denn sonst alle dazu bringen können, endlich mal wieder gemeinsam zu feiern. Das sitzt! Wir geloben Besserung. Auch schon vor Weihnachten.



Mit gerührtem Gruß, ZiSH

Liebe Twitter-Nutzer,

ihr informiert die Welt darüber, was vor eurer Haustür passiert. Doch damit die Sicherheit in Brüssel während der Anti-Terror-Einsätze nicht weiter gefährdet wird, bat die Polizei um digitale Stille. Das Zwitschern habt ihr euch zwar nicht verbieten lassen. Unter dem Hashtag #BrusselsLockdown findet man jetzt aber Bilder von flauschigen Kätzchen statt schwer bewaffneter Einsatzkräfte. Eine souveräne Reaktion: Denn was ist bitte friedlicher als eine schlafende Katze?


Mit flauschigem Gruß, ZiSH

Lieber Breakup-Shop,

du willst keine Beziehungen entstehen lassen, sondern sie beenden. Dafür genügt eine Online-Bestellung, bei der man die Wahl zwischen einer SMS, einem Brief oder doch lieber einem Anruf hat – mit dem deine Mitarbeiter dann für einen Schluss machen. Wir finden: Macht Schluss mit eurem herzbrechenden Online-Dienst. Wer zu feige ist, persönlich Schluss zu machen, soll wenigstens die SMS selbst tippen.

Mit herzschmerzendem Gruß, ZiSH

Liebe Paraskavedekatriaphobie,

heute ist wieder dein Tag – es ist Freitag der 13. Die Angst vor dir ist immer noch groß. Aber hast du dir deinen wissenschaftlichen Namen wirklich verdient, und passieren an deinem Jahrestag wirklich mehr Unglücke? Eine Versicherung überprüft das seit 2009. Das Ergebnis: An Freitagen passieren zwar mehr Unfälle als unter der restlichen Woche, doch am 13. jeden Monats treten weniger Schäden als an anderen Tagen auf. Na, das beruhigt doch. Wirklich verunglückt ist heute nur dein Name.


Mit einem Knoten in der Zunge, ZiSH

Liebe Kinobesucher,

in diesem Winter strömt ihr wieder in Scharen in die Lichtspielhäuser. Mit Popcorn und Cola bewaffnet, seht ihr den neuen „James Bond“, den letzten Teil der „Panem“-Reihe – und dann wartet kurz vor Weihnachten auch noch ein nicht ganz unbedeutender Film über eine weit, weit entfernte Galaxie. Es wird ein großartiger Kinowinter – wären da nicht die ständigen Spoiler. Behaltet deswegen doch bitte eure frischen Erkenntnisse über die neuen Streifen für euch. Damit man nicht nur zum Knutschen ins Kino geht.
Mit genervtem Gruß, ZiSH

Armes Bad Salzuflen,

nicht nur James Bond wird zurzeit wieder übel mitgespielt, sondern auch dir.Kurz vor dem Kinostart von „Spectre“ ist ein neuer 007-Roman erschienen. Bestseller­autor Anthony Horowitz schickt Bond in „Trigger Mortis“ (Cross Cult, 16,99 Euro) in deine Solebäder, wo er einen befreundeten Agenten trifft. „Du liebst es hier“, sagt Bond. „In Bad Salzuflen?“, entgegnet der Kollege entgeistert. „Sogar der Name klingt wie etwas, das man sich in einem Bordell einfangen könnte. Die meisten Leute sind wegen ihrer Gesundheit hier, aber es gibt leider kein Heilmittel gegen tödliche Langeweile.“ Fies, oder? Einziger Trost: Das Buch ist noch öder als du.
Mit aufmunterndem Gruß, ZiSH

Liebe Bundestagsabgeordneten,

ihr seid Volksvertreter – auch wenn es um den Musikgeschmack geht. 200 von euch haben dem „Rolling Stone“ ihre Lieblingsmusiker verraten. Die Ergebnisse sind meistens konsensfähig – und meistens echt langweilig. Die Spanne reicht von Karel Gott (Schlager) bis Cosmic Baby (Techno). Linken-Urgestein Gregor Gysi hört „Kuschelklassik und Jazz, mit dem man Frauen gewinnt“. Ob das klappt, sei mal dahingestellt. Origineller finden wir, dass er auch mal Lana Del Rey hört. Der Punk!
Mit verstimmtem Gruß, ZiSH

Lieber Moritz Bleibtreu,

wir kennen dich als deutschen Terroristen im Film „Der Baader Meinhof Komplex“ oder als Lolas Freund in „Lola rennt“. Doch in Filmen mitspielen reicht dir wohl nicht aus. Du leihst jetzt deine Stimme dem Hollywood-Actionhelden Rico Rodriguez im Videospiel „Just Cause 3“ – und zerstörst mit ihm alles, was euch in die Quere kommt. Das macht bestimmt Spaß. Und wenn du uns dann aus der Konsole entgegenschreist, fühlen wir uns bestimmt auch ein bisschen wie Superhelden.

Mit heldenhaftem Gruß, ZiSH

Liebe MythBusters,

in eurer Experimental-Show habt ihr im Fernsehen die großen Mythen unserer Zeit auf ihre Plausibilität geprüft. Ihr habt getestet, ob man auf einer einsamen Insel mit nichts als Panzertape überleben kann oder versucht, mit Autos über sich öffnende Zugbrücken zu springen. Jetzt habt ihr bekannt gegeben, dass damit im kommenden Jahr nach 14 Staffeln, 248 Folgen und 2950 Experimenten Schluss sein soll. Wie schade. Wer soll denn jetzt unsere heimlichen Fantasien ausleben?
Mit traurigem Gruß, ZiSH

Liebe "Jelena",

wir hatten gehofft, diese Namenszusammensetzung aus Justin Bieber und Selena Gomez nie wieder hören zu müssen. Doch eure On-Off-Beziehung scheint wohl nie ein Ende zu nehmen. Statt wie normale Singles heulend auf dem Sofa zu sitzen und tonnenweise Schokolade zu verdrücken, habt ihr jetzt gemeinsam den tragischen Trennungssong „Strong“, auf Deutsch stark, herausgebracht. Wirklich strong fänden wir es allerdings, wenn ihr uns endlich mit eurem Trennungsschmerz in Ruhe lasst.
Mit genervtem Gruß, ZiSH

Liebe Stormtrooper,

als weiß gerüstete Soldaten bildet ihr in den Star-Wars-Filmen die mächtige Armee der bösen Schergen um Darth Vader. Ihr kämpft für die dunkle Seite der Macht – und seid trotzdem zu Ikonen der Popkultur aufgestiegen. Keine Cosplay-Convention findet mehr ohne euch statt, keine PC-Messe ohne euch weiße Ritter. Vielleicht versteckt ihr euch deswegen so gerne auf Wimmelbildern, die gerade zuhauf auf reddit.com kursieren. Ihr seid des Rampenlichts einfach überdrüssig und wollt auch nur eure Ruhe.

Mit verständnisvollem Gruß, ZiSH

Liebe Computer-Nerds,

1986 habt ihr euch im Städtchen Boulder im US-Bundesstaat Colorado überlegt, dass der Welt ein Tag fehlt, an dem die Verrücktheit gefeiert wird. Und danach kurzerhand den Tag des verrückten Hutmachers ins Leben gerufen, der seit 29 Jahren genau heute gefeiert wird. Das freut nicht nur Fans von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“: Wann hat man sonst schon einen Grund, den Ernst des Lebens zu vergessen und sich dem Unsinn hinzugeben? Danke, dass ihr uns einen Tag gegeben habt, an dem man die Albernheit feiern kann.

Mit verrücktem Gruß, ZiSH

Lieber Vollbart,

dank dem Hipsterkult bist du in Männergesichtern wieder gern gesehen. Je länger der Bart, desto stolzer der Träger. Aber manchem geht das nicht schnell genug oder es sprießen nur ein paar Härchen. Für diese Fälle hat eine Pariser Barbierin jetzt eine Lösung: Bart-Extensions. Für 80 Euro können Möchtegern-Vollbärtler sich Echthaarsträhnen in den eigenen Bart flechten lassen. Doch Vorsicht: Die neue Behaarung birgt ungewohnte Fallen! Milch trinken, niesen und Zigarette anzünden werden zu ungeahnten Herausforderungen, die erst mal geübt werden wollen.
Mit zotteligem Gruß, ZiSH

Liebe Jella Haase,

2013 bist du als Chantal durch den Film „Fack ju Göhte“ berühmt geworden.Mit deinem blauen Lidschatten und deinen herrlich blöden Kommentaren bist du auch im zweiten Teil der wahre Star des Films. Bei Facebook hast du inzwischen mehr als 300 000 Fans. Einfach weil du als Chantal so schön sympathisch bist und ein Blondinenwitz auf zwei Beinen. In Teil zwei quäkst du in dein pinkes Handy: „Folgt mir auf Twitter und Dings, folgt mir einfach überall“ – wir folgen gerne!

Mit neonpinkem Gruß, ZiSH

Liebes Butterbrot,

kaum ein anderer Pausensnack wird in der Schulzeit wohl häufiger unangetastet wieder mit nach Hause gebracht als du. Doch eine Studie (!) zu deinem heutigen Ehrentag, dem Tag des Butterbrots (!!), beweist, dass du bei Erwachsenen extrem beliebt bist: Acht von zehn Befragten ziehen dich sogar dem Kantinenbesuch vor. Für 71 Prozent der Befragten bist du eine schöne Kindheitserinnerung – bei der scheinbar verdrängt wurde, wie du aussiehst, wenn man dich für ein paar Tage in der Schultasche vergessen hatte.

Mit schimmeligem Gruß, ZiSH

Liebe Bindle Bros,

eure Aufgabe als Trendsetter nehmt ihr nicht auf die leichte Schulter. Statt eines Jutebeutels tragt ihr einen Stock. Daran ist ein „Bindle“, zu Deutsch Bündel, aus Stoff befestigt. Damit trefft ihr einen Nerv: Äste hängen schließlich als Garderobe oder Wanddeko längst auch in deutschen 
 Wohnungen. Euer „Bindle“ kann man in den virtuellen Warenkorb legen – für stolze 80 Dollar. Wer das macht, kann aber lange auf die Lieferung warten: Die Seite ist ein Fake, mit dem sich Autor Kemp Baldwin über Großstadt-Hipster lustig macht.

Mit gebündeltem Gruß, ZiSH

Lieber McFitti,

kaum ein Tag vergeht, ohne dass du auf deiner Instagram-Seite ein Selbstporträt hochlädst. Da passt es gut, dass du und deine Werke ab dem 19. September Teil der Ausstellung „Ego Update“ im NRW-Forum Düsseldorf sein werden. Denn in der Schau geht es um das Thema „Selfie“ und die hochphilosophische Frage: „Wer bin ich?“ Du bist zwar nicht persönlich da, dafür aber eine lebensgroße Bronze-Büste von dir in typischer Selfie-Pose, mit der wir uns knipsen können. Oder eben auch nicht.

Mit selbstverliebtem Gruß, ZiSH

Lieber Clueso,

am Freitag hast du bei einem Konzert in Berlin verkündet, dass sich deine Band und du trennen. „Dankbar für alles verneige ich mich. All die Erinnerung, ich halte sie hoch“, schreibst du auf Facebook und klingst dabei ein bisschen wehmütig. Verständlich ist das: Schließlich seid ihr seit 2002 gemeinsam durch die Republik getourt und habt Hits wie „Chicago“ gespielt. Auch wenn einige von euch schon Ideen für die nächsten Monate haben (wie Keyboarder Phillip Milner als Teil des Elektropop-Duos Hundreds) – schade ist es allemal.

Mit traurigem Gruß, ZiSH

Liebe Harris Faulkner,

es ist nicht so, dass du als Moderatorin beim Fernsehsender Fox News nichts zu tun hättest. Aber jetzt hast du auch noch Stress wegen eines Hamsters. Denn die Spielzeugfirma Hasbro hat einen Plastikhamster auf den Markt gebracht, der genauso heißt wie du. Mit seinen kugelrunden Augen, dem Zahnpastalächeln und der gelben Fellfarbe sieht er dir sogar ein bisschen ähnlich. Doch dir passt der Vergleich mit dem niedlichen Tierchen gar nicht. Du fühlst dich höchst beleidigt und forderst gleich mal 5 Millionen Dollar Schmerzensgeld plus Gewinnbeteiligung. So kann man sich auch was zum mageren Moderatorengehalt dazuverdienen.

Mit genervtem Gruß, ZiSH

Lieber Kanye West,

Du hast gerade in L.A. den Video Music Award von MTV für dein Lebenswerk gewonnen. In der Dankesrede hast du die Welt nicht nur darüber informiert, vor der Show einen Joint geraucht zu haben, sondern auch deine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2020 angekündigt. Größenwahnsinnig, wie du bist, könntest du das sogar ernst meinen! Wir sind gespannt, ob du in fünf Jahren tatsächlich mit Goldkette statt Krawatte am Rednerpult stehst und für die Legalisierung von Marihuana rappst.

Mit lockerem Gruß, ZiSH

Lieber Joko, lieber Klaas,

ihr habt den Mund aufgemacht. Mit eurem neuen Video stellt ihr euch offen gegen die Flüchtlingshetze und die „erbärmlichen Trottel“, die ihren „geistigen Dünnpfiff“ in Facebook-Kommentaren entladen. Ihr versteckt euch nicht hinter euren oft albernen Rollen, die ihr für „Circus HalliGalli“ und das „Duell um die Welt“ spielt und übernehmt Verantwortung. Wenn ihr euch gefragt habt, ob ihr die Richtigen seid, als „Moralapostel“ aufzutreten, dann sagen wir: Ja, danke für dieses Video und weiter so!

Mit dankbarem Gruß, ZiSH

Lieber Walter Freiwald,

was hast du dir denn dabei gedacht? Jetzt willst du auch noch der erste Präsident des Internets werden. Als hätten wir im Dschungelcamp nicht schon genug Peinlichkeiten von dir erlebt. Aber du bist der Meinung, dass nun endlich mal jemand der Anarchie ein Ende setzen und Verantwortung für das Internet übernehmen muss. Und natürlich bist du da der beste Kandidat. Dass das Internet genau von dieser Anarchie lebt, scheinst du wohl noch nicht so ganz verstanden zu haben.

Mit anarchischem Gruß, ZiSH

Lieber Raoul Haspel,

mit einer digitalen Schweigeminute stürmst du gerade die österreichischen Charts. Aber anders als John Cage, der mit seinen 4’33’’ die traditionelle Musikauffassung infrage stellen wollte, bist du genervt von dem Populismus vieler österreichischer Politiker. Mit 60 Sekunden Stille willst du auf die prekäre Flüchtlingssituation in Traiskirchen bei Wien aufmerksam machen. Die SPÖ-Politiker können sich daran ein Beispiel nehmen – und einfach mal die Klappe halten.

Mit zustimmendem Gruß, ZiSH

Lieber Pluto,

heute wirst du 85! Wir gratulieren ganz herzlich. Am 18. August 1930 bist du zum ersten Mal an der Seite von Mickey Mouse über die Leinwand geschlurft. Seitdem bringst du Comic-Enthusiasten und Zufällig-im-Wartezimmer-Leser auf der ganzen Welt mit deiner Trotteligkeit zum Lachen. Schade nur, dass man dir nicht einmal einen Geburtstagsknochen, geschweige denn eine Party gewährt. Wir sind große Fans deiner rührend tollpatschigen Dämlichkeit und finden, die gehört gewürdigt.
Happy birthday, ZiSH

Liebe Jessica Walton,

normale Kinderbücher über Freundschaft gibt es wie Süßigkeiten in Charlies Schokoladenfabrik. Du willst nun das erste Buch mit einer Transgender-Geschichte veröffentlichen. Darin geht es um den jungen Teddybären Thomas, der viel lieber eine Bärin wäre. Schließlich entschließt er sich als Tilly weiterzuleben. Per Crowdfunding suchst du nun nach Unterstützern, um das Buch auf den Markt zu bringen. Hoffentlich klappt das! Denn die Geschichte würde nicht nur Kindern guttun.

Mit gespanntem Gruß, ZiSH

Liebe Siew Ming Cheng,

als Designerin in Singapur ist es nicht einfach, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Du hast dir nun jedoch etwas einfallen lassen, das neu und gleichzeitig auch noch nützlich ist: eine mit langen Stacheln besetzte Weste. Du hast keineswegs den Nieten-Trend verschlafen, sondern willst Menschen mit ihr davon abhalten, dem Träger zu dicht auf die Pelle zu rücken. Bei gefühlten 40 Grad und einem Mief aus Schweiß, der vom Stehnachbar in der Bahn herüberweht, würden wir dafür jeden Preis zahlen.


Mit hervorstechendem Gruß, ZiSH

Liebe spieletipps.de-Redaktion,

dankenswerterweise verzichtet ihr bei eurer Berichterstattung über die Spiele-Messe Gamescom komplett auf Bilderstrecken mit leicht bekleideten Messehostessen. Weil ihr davon genauso gelangweilt seid wie wir, habt ihr euch jetzt eine witzige Protestaktion überlegt: Bei „Beards instead of Babes“ habt ihr die schönsten Bartvariationen der Gamescom-Besucher gesucht. Gute Idee, denn Messe-Mädels mit Minirock als Blickfang haben schon so einen Bart.

Mit bärtigem Gruß, ZiSH

Liebe Whatsapp-Nutzer,

nach der Einführung von farbigen Smileys hat sich der Messenger noch etwas einfallen lassen: Mittelfinger-Emoticons. Die stehen seit Kurzem für alle Android-Betriebssysteme zur Verfügung. Nun könnt ihr nervigen Chatpartnern unmissverständlich zeigen, was ihr von ihnen haltet. Das ist offensiver, als ein knallrotes Gesicht oder 
einen grinsender Haufen. Nun muss sich nur noch der große Bruder Facebook ein Beispiel daran nehmen – und endlich den „Gefällt mir nicht“-Button einführen.

Mit wirkungsvollem Gruß, ZiSH

Lieber Manuel Neuer,

dein Image war perfekt. Als Weltmeister wirst du geliebt, gefeiert und bist die optimale Werbefigur. Als solche hast du es jetzt im „Kicker“ übertrieben. Frage: „Wofür möchten sie als Werbepartner stehen?“ Deine Antwort: „Es muss zu mir passen. Allianz zum Beispiel steht für Rückhalt, wie ich als Torwart auch. Coke-Zero steht für das Zu-null, das ich immer schaffen will; Sony für die Schärfe des Bildes, die ich auch benötige.“ Armer Manuel, du tust uns leid. Hast du sonst nichts zu sagen?

Mit fassungslosem Gruß, ZiSH

Lieber Jérôme Boateng,

du hast jetzt einen neuen Manager: den US-Rapper Jay-Z, der bekanntlich ein Händchen für gute Geschäfte hat. So möchtest du auf seinen Erfolgszug aufspringen. Den Vertragsabschluss hast du mit Jay-Z in seiner Mega-Villa gefeiert – und willst wohl der David Beckham Deutschlands werden. Doch bei aller Euphorie und Freude: Lass dich nicht in ein Maskottchen verwandeln, das irgendwann nur noch Werbung für Männer-Unterwäsche macht. Denn dafür spielst du einfach zu gut Fußball.

Mit gemäßigtem Gruß, ZiSH

Lieber Evan Eames,

in England zu studieren ist teuer. Sehr teuer sogar. Umgerechnet 28 500 Euro kostet dich dein Masterstudium in Astrophysik an der Uni Manchester. Da bleibt nicht viel Geld zum Leben über. Weil du dir wegen der hohen Kosten kein richtiges Dach über dem Kopf leisten kannst, bist du erfinderisch geworden und hast dir für die Studienzeit einen Garten gesucht. In diesem hast du seitdem dein Zelt aufgeschlagen – im Sommer wie im Winter. Geduscht wird in der Uni. Unter deinen Umständen solltest du die Studiengebühren voll auskosten.

Mit respektvollem Gruß, ZiSH

Lieber Dr. Mahinder Watsa,

du bist der Dr. Sommer Indiens. In Mails und einer Zeitungskolumne klärst du seit über 50 Jahren Jugendliche über Sex auf. Das ist in deinem Heimatland auch dringend nötig, denn an indischen Schulen gibt es keinen Sexualkundeunterricht. Entsprechend kurios muten viele Fragen an: Wächst ein abgeschnittener Penis nach? Kann man mit Zitronensaft verhüten? Und: Lässt sich Sperma in Plastikflaschen funktionstüchtig aufbewahren? Auf dich wartet anscheinend noch eine Menge Arbeit – auch wenn du schon 91 bist.

Mit fleißigem Gruß, ZiSH

Lieber Dylan Marron,

auf deinem tumblr-Blog „Every Single Word“ schneidest du bekannte US-Blockbuster zusammen. Du kürzt Filme wie „Black Swan“, der im Original 108 Minuten dauert, radikal – in diesem Fall auf 24 Sekunden. Die Videos zeigen jedes Wort von Schauspielern, die dunkelhäutig oder Migranten sind. Alles andere wird rausgeschnitten. So zeigst du, dass Schwarze in vielen Filmen kaum zu Wort kommen. Ganz schön traurig. Auch wenn deine Zusammenschnitte manch schlechten Film sicher erträglicher machen.

Mit geschocktem Gruß, ZiSH

Liebe Bachelorette-Konkurrenten,

richtig zu flirten ist verdammt schwer. Da ist Mut, Kreativität und eine ganze Menge Feingefühl gefragt. Man könnte erwarten, dass ihr – 20 erwachsene Männer – das halbwegs hinbekommen oder euch wenigstens Mühe geben würdet. Stattdessen sind eure Sprüche unbeholfen und plump. Immerhin: Alle, die sich mit dem ersten Annäherungsversuch schwertun, können bei euch sehen, wie man es nicht machen sollte: „Bist ’ne sehr, sehr süße Maus, damit kann man arbeiten.“

Bitte aufhören, ZiSH

Liebe Sunburnartisten,

schon früher hat man sich mit Sonnencreme Herzchen auf die Haut gemalt, die nach dem Sonnenbad blass blieben. Auf Instagram professionalisiert ihr das unter #sunburnart. Ihr bemalt euch nicht nur mit Sonnencreme und lasst euch verbrennen, sondern legt euch sogar Schablonen auf den Körper – sodass das Batman-Logo oder Tribals euren Körper zieren. Ganz schön verrückt – und doof. Denn neben der Hautkrebsgefahr bezweifeln wir die Ästhetik, wenn sich die Haut erst einmal pellt.

Mit verbranntem Gruß, ZiSH

Liebe Church of Cannabis,

das Verhältnis von Religion zu Drogen ist kompliziert. Bei euch gehört beides zusammen: Ihr seid die erste US-Kirche, in der Cannabiskonsum während der Messe erlaubt ist. Auch an eure eigenen zehn Gebote für ein relaxtes Miteinander habt ihr gedacht. Die lesen sich – wer hätte es gedacht – entspannt: „Der Tag beginnt mit einem Lächeln. Wenn du aufstehst, trag es“. Oder kurz und knapp: „Sei kein Arschloch!“. Das dürfte nach einem „Gottesdienst“ bei euch kein Problem sein.


Mit relaxtem Gruß, ZiSH

Lieber 30. Juni,

der heutige Tag wird eine Sekunde länger sein als üblich. Warum das so ist? Die Rotation der Erde unterliegt Schwankungen und wird vom Mond gebremst. Deshalb ist die sogenannte Erdzeit minimal langsamer als die Weltzeit, die von unseren Atomuhren angezeigt wird. Mit der geschenkten Schaltsekunde gleicht man daher die Weltzeit mit der trödeligen Erdzeit ab. Mehr Zeit, super! Schade nur, dass wir uns nicht lange darüber freuen können.


Mit zeitigem Gruß, ZiSH

Lieber Ted,

schon bei deinem ersten Kinoauftritt triebst du uns die Schamesröte ins Gesicht. Weil du zwar flauschig, knuffig und liebenswert bist, aber auch gern mal einen Joint rauchst und es um deine Manieren nicht sonderlich gut steht. Doch gerade das macht dich so cool. In dem seit gestern laufenden Kinofilm „Ted 2“ gehst du nun auf neue Abenteuer – und willst Vater werden. Ob das gut gehen kann? Wie du als „Donner-Buddy“ deinen Nachwuchs bei Gewittern beruhigen kannst, weißt du ja.

Mit bärigem Gruß, ZiSH

Liebe Festivalgänger,

das Hurricane ist vorbei, ihr seid weg und zurück bleiben: alte Ravioli­dosen, eingerissene Peniskostüme und zerlegte Zelte, Zeugnisse eines wilden Wochen­endes. Klar: 65 000 Zuschauer machen viel Müll. Warum den aber keiner wegräumen will, ist ebenso rätselhaft wie die Identität von „Helga“, nach der jedes Jahr lautstark gerufen wird. 500 Tonnen Abfall blieben auf 200 Hektar verteilt liegen. Sogar ein alter Kühlschrank wurde zurückgelassen. So war das mit dem Rock ’n’ Roll bestimmt nicht gemeint.

Mit aufgeräumtem Gruß, ZiSH

Liebe AppT,

du findest, dass wir zu oft gedankenlos auf unserem Smartphone herumdrücken. Klar, wir machen das oft nebenbei – weil wir uns so daran gewöhnt haben. Sobald der Bildschirm angeschaltet wird, protokollierst du deshalb, welche App wir gerade nutzen. Durch Grafiken zeigst du uns dann, wie oft wir etwa bei Facebook, auf Insta­gram oder sonstwo sind. Und wir sehen, wie viel Zeit dabei draufgeht. Eigentlich ist das eine gute Idee. Nur doof, dass man auch dafür das Smartphone anschalten muss.

Von meinem Smartphone gesendet, ZiSH

Liebe Café-Besucher,

nehmt euch in Acht! Eine Protestgruppe, die sich selbst ironisch als NSA-Helfer bezeichnet, ist jetzt auch in Deutschland unterwegs. Sie klebt Abhörgeräte unter Tische in Cafés. Die aufgenommenen Gespräche werden online hochgeladen – und sind für alle hörbar. Mit dieser Aktion will sie auf die NSA-Abhöraffäre aufmerksam machen: Die kann nicht nur Merkel treffen, sondern auch euch. Also guckt beim nächsten Café-Besuch lieber unter den Tisch – bevor ihr eure Sexfantasien auspackt oder über den Chef lästert.

Mit wachendem Gruß, ZiSH

Liebe Dinosaurier,

seit 65 Millionen Jahren seid ihr ausgestorben. Totzukriegen seid ihr aber scheinbar nicht. Im neuen Kinofilm „Jurassic World“ verwüstet ihr nach „Jurassic Park 1“ und den beiden Fortsetzungen den nächsten Themenpark. Wieder verputzt ihr haufenweise Menschen. Und wieder lautet die bittere Erkenntnis: Ihr seid keine Haustiere. Bleibt abzuwarten, wie oft ihr noch herhalten müsst, bevor die Menschen das verstehen. Dabei sagen Forscher, dass ihr diejenigen mit dem walnussgroßes Hirn seid.

Mit gefräßigem Gruß, ZiSH

Liebes Magaluf,

neben dem Ballermann bist du die beliebteste Partymeile Mallorcas. Auf dir wird so exzessiv gefeiert, dass Kotzflecken und besoffene Touris das Stadtbild prägen.Damit ist jetzt Schluss. Denn ab heute treten Benimmregeln in Kraft: Zwischen 22 und 8 Uhr dürfen keine Getränke mehr im Freien getrunken werden. Ab 24 Uhr ist der Verkauf von Alkohol verboten. Wie schön: Nun können Urlauber das azurblaue Meer und den weißen Strand genießen. Das geht nüchtern eh viel besser.

Mit ausnüchterndem Gruß, ZiSH

Lieber Recep Tayyip Erdogan,

als Präsident der Türkei bist du stark umstritten. So sehr, dass dir eine Gruppe Frauen bei einem Auftritt in Igdir demonstrativ den Rücken zukehrte. Eine Geste, die auch bei Twitter Anklang findet. Unter dem Hashtag #SirtimiziDönüyoruz (Wir drehen dir unseren Rücken zu) posten viele Frauen ein Bild ihres Rückens. Natürlich reagierst du wütend. Immerhin sind zwei Reizthemen vereint: Frauenrechte und soziale Medien. Das zeigt, wie schnell auch ein Präsident die Fassung verlieren kann.

Mit umgedrehtem Gruß, ZiSH

Liebe „Circus HalliGalli“-Zuschauer,

ihr müsst jetzt ganz stark sein. Nach dem „Neo Magazin Royale“ ist auch die zweite gute TV-Show seit gestern Abend in der Sommerpause. Also keine Battle-Raps und Telefonstreiche mit Joko und Klaas mehr. Wie schade. Aber dafür habt ihr dann ja jede Menge freie Zeit – zum Beispiel um endlich mal am Sonntag die wunderbare Radio-Sendung „Sanft und Sorgfältig“ einzuschalten oder um das alte Halli-Galli-Spiel mit der Bimmel vom Dachboden zu holen.

Viel Spaß wünscht ZiSH

Lieber „Dad Bod“,

du als Bierbauch schmeichelst uns Männern, die keinen Körper wie Channing Tatum besitzen. Der neue Trend möchte den Männerbauch wieder als das sehen, was er ist: einen natürlich geformten Körpermittelpunkt und nicht als das Produkt endloser Stunden im Fitnessstudio. Ein Körper, wie viele Väter ihn früher oder später bekommen. Und auch Frauen scheinen dem nicht abgeneigt zu sein. Vielleicht wäre das der Beweis, dass ein Sixpack nicht so verlockend ist wie ein Eis im Sommer.
Mit väterlichem Gruß, ZiSH

Lieber Eurosong-Generator,

passend zum morgigen „Eurovision Song Contest“-Finale kann man mit dir als Webgame einen eigenen Auftritt kreieren. Erst wählt man Künstler, zwängt sie in ein schrilles Kostüm und sucht sich dann ein Musik­genre aus. Noch ein trashiges Accessoire (Goldkette!) dazu – schon tänzeln pixelige Performer zwischen grünen Laserstrahlen zu polyfonen Tönen umher. Das Original hast du gut getroffen. Schade nur, dass nicht auch das Voting simuliert werden kann.

Mit verschämten Gruß, ZiSH

Liebe Minions,

eigentlich wart ihr nur die quietschgelben Helferlein von Superschurke Gru aus dem Film „Ich – Einfach unverbesserlich“. Doch mittlerweile haben wir eure tollpatschige Art und euren treudoofen Blick so liebgewonnen, dass ihr einen eigenen Film bekommt. Im neuen Trailer dafür versucht ihr, für Scarlet Overkill die Krone von Queen Elizabeth zu ergattern. Wir freuen uns schon auf den Film – und auf viele, viele Fettnäpfchen, in die ihr reinpatscht. Und darauf, wie ihr euch dann so süß und unverständlich herausredet.

Banana, ruft ZiSH

Lieber Dieter Bohlen,

„American Idol“, die US-Version deiner Show „Deutschland sucht den Superstar“, soll nach der aktuellen Staffel eingestellt werden. Bevor die Sendung aber in die digitalen Archive eingelagert wird, will sie noch einmal den eigenen 15. Geburtstag feiern – eine ganze Staffel lang mit allen ehemaligen Stars. Man stelle sich das einmal bei „DSDS“ vor: Daniel Küblböck im Duett mit Mark Medlock und Menderes vor der Jury, bestehend aus, natürlich, dir, Bill Kaulitz und Heino – gruselig!

Mit erschrockenem Gruß, ZiSH

Lieber Sven und lieber Lars,

2008 habt ihr in Halle angefangen, als DJ-Duo Monkey Safari Musik zu machen.Mittlerweile hört man eure seicht-verspielten Techhouse-Songs wie „Hi Life“ nicht nur in Sets von DJ-Kollegen. Ihr spielt sie auch oft live – weltweit. Im Mai liegen Los Angeles, Paris und Ibiza auf eurer Route. Umso mehr freuen wir uns, dass ihr einen Stopp in Hannover macht und morgen Abend in der Kiste, Engelbosteler Damm 7, auflegt. „Hi Life“ darf gerne in eurem Set vorkommen – auch, wenn der Song schon drei Jahre alt ist.

Mit elektronischem Gruß, ZiSH

Lieber Heißhunger,

du bist unbezwingbar und bringst uns dazu, Chips, Schokolade und Erdnussflips, einmal angefangen, hemmungslos aufzuessen. Doch wir sind dir auf der Spur: Die Gier nach mehr ist am größten, wenn Lebensmittel aus 50 Prozent Kohlenhydraten und 35 Fett bestehen. Das haben Lebensmittelchemiker der Uni Erlangen-Nürnberg herausgefunden. Mit diesem Wissen machen wir dich fertig: Jetzt gibt’s nur noch ungesundes Essen mit der richtigen Zusammensetzung – dafür können wir nach einem Bissen aufhören.

Mit gezügeltem Gruß, ZiSH

Lieber Musikgeschmack,

du kannst einem leidtun. Du bleibst nie der alte, denn mit dir geht’s auf und ab. Eine Studie zur Nutzung des Musik-Streamingdienstes Spotify ergab: Jugendliche hören erstmal Chart-Musik. Bis 25 bilden sie dann ihren eigenen Geschmack aus. Ab 35 hat der sich gesetzt, und mit 42 steht die musikalische Midlife-Crisis an: Dann sind wieder Charts angesagt. Dir stehen also wechselvolle Zeiten bevor. Aber hab Verständnis: Ohne Abwechslung wären DJs arbeitslos.

Mit gut aufgelegtem Gruß, ZiSH

Lieber Farin Urlaub,

du bringst es mal wieder auf den Punkt. In einem Interview mit dem Veranstaltungsmagazin Frizz aus Leipzig beantwortest du die Frage, ob es irgendwann keine Rassisten mehr geben wird, mit: „Solange es Leute gibt, die nichts können, wird es auch Rassismus geben.“ Ein treffend formulierter Seitenhieb in „Schrei nach Liebe“-Tradition. Denn schon in dem Song deiner Band Die Ärzte hast du klargemacht: Faschisten sind „wirklich saudumm“. Und ihre Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit.

Das ist noch Punkrock, ZiSH

Lieber Xergio Córdoba,

mit Nachbarn, die sich über Lärm auf der WG-Party beschweren, ist es bald vorbei. Dank dir! Denn du hast den Prozessor „Masn’live“ erfunden. Der sorgt dafür, dass der Dezibelwert gleich bleibt – bei bis zu doppelt so lauter Musik. Die Anlage kann also auch nachts aufgedreht sein, ohne dass die Nachbarn es mitbekommen. Übertrieben werden sollte mit der Lautstärke aber nicht – schließlich schützt deine Idee nicht vor Hörschäden. Und auf geplatzte Trommelfelle hat ja keiner Lust.

Mit lärmendem Gruß, ZiSH

Lieber Jan Böhmermann,

heute ist ein Interview mit dir im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“. Darin redest du nicht.Denn in der Rubrik „Sagen Sie jetzt nichts“ dürfen die Interviewten nur mit Gesten antworten. Auf die Frage „Wie ist der typische Fan von Joko und Klaas?“ steckst du die Hände in die Achselhöhlen und machst einen Affen nach. Aber ob die beiden das so lustig finden? Pass auf, denn wenn Joko und Klaas mal eingeladen werden, zeigen die beiden dir den Stinkefinger – und der ist dann nicht gefaket.

Mit nachäffendem Gruß, ZiSH

Lieber Günther Grass

mit deinem Roman „Die Blechtrommel“ hast du uns als Schüler zur Verzweiflung getrieben. Und das, obwohl viele von uns das Buch nicht mal gelesen haben, sondern sich mithilfe von Wikipedia vor dem Lesen gedrückt haben. Nun bist du mit 87 Jahren gestorben. Und mittlerweile verstehen wir auch die mit dem Literaturnobelpreis gekrönte „Blechtrommel“. Denn: Das ewige Kind Oskar Matzerath mit seiner Blechtrommel erklärt uns die Welt doch besser als viele Erwachsene.

Ruhe in Frieden, ZiSH

Liebes Zuhause,

heute kümmert sich niemand um dich – schließlich ist Keine-Hausarbeit-Tag. Abwasch und Staubsaugen sind tabu. Zumindest für diejenigen, die den Aktionstag, den das US-Ehepaar Tom und Ruth Roy ins Leben gerufen hat, zelebrieren. Wenn der pingelige Mitbewohner das allerdings nicht tut, sollte man sich gut überlegen, „Heute darf ich nicht staubsaugen!“ zu sagen. Das könnte sich am 30. Januar 2016 rächen: Den haben die Roys zum Tag der sinnlosen Anrufbeantworter-Nachrichten erklärt.

Mit verstaubtem Gruß, ZiSH

Lieber Tinder-Hacker,

weil deine Freundinnen auf der Dating-App Tinder viele anzügliche Nachrichten bekamen, hast du schnell mal Tinder gehackt. Mithilfe von zwei weiblichen Fake-Accounts hast du die Männer, die diese geliket haben, miteinander verbunden. So konnten die dann gegenseitig ihre schlechten Anmachsprüche austauschen – und haben dabei oft nicht mal gemerkt, dass ihr Flirtpartner gar keine Frau ist. Mittlerweile macht wohl nicht mehr nur Liebe blind, sondern auch Tinder-Matches.

Mit flirty Gruß, ZiSH

Liebes "Weiberkram"-Magazin,

starke Frauen wollen gerettet werden. Das suggeriert deine erste Ausgabe „Die wunderbare Welt der starken Frauen“, die es seit Donnerstag zu kaufen gibt. Auf dem Cover: eine Frau im Kleidchen, gestützt von einem Astronauten. Innen drin: Mode. Und Kosmetik. Das Frauenbild deiner männlichen Redaktion könnte oberflächlicher kaum sein. Dabei zeigt das „Fräulein Magazin“ mit seinen Porträts, dass man durchaus ein ganzes Magazin starken Frauen widmen kann – trotz männlichem Chefredakteur.

Mit gerettetem Gruß, ZiSH

Lieber Noel Gallagher,

es tut uns leid. Kürzlich hast du auf deiner Welttournee auch in Berlin Halt gemacht. Dort spielte man dir in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ den Schlagerhit „Atemlos“ von Helene Fischer vor. Du warst geschockt. „Das soll in Deutschland das große Ding sein? Unfassbar!“ Das sei die Art von immer gleich klingender Popmusik, die die ganze Welt bedrohe. Wir schütteln uns den wieder aufgefrischten Ohrwurm aus dem Kopf – und fragen mit dir: „Können wir das bitte ausmachen?“

Mit verständnisvollem Gruß, ZiSH

Liebe Sarah Kuttner,

in deinen Tutorials auf Youtube gibst du hilfreiche Lebenstipps. Vor gut einem Jahr hast du der Welt gezeigt, wie man seinen Pullover richtig herum anzieht – eine herrliche Parodie der Welle oftmals so überflüssiger Tutorials. Mit deinem neuen Video treibst du das auf die Spitze. Du zeigst, wie man seinen Kühlschrank abtaut: „Man macht den Kühlschrank an – und aus. Tschö!“. Wenn du uns so einfach auch noch die Abi-Themen erläutern würdest, wäre das klasse.

Mit motivierendem Gruß, ZiSH

Lieber Salvo Sports Unternehmen,

wie man Trikots herstellt weißt du. Wie man sie wäscht wohl nicht. So heißt es auf den Waschzetteln einer indonesischen Fußballmannschaft: „Gib das Trikot deiner Frau. Es ist ihr Job.“ Nach einem Shitstorm im Netz folgte die Entschuldigung: „Wir wollen, dass Männer von Frauen lernen, wie man wäscht.“ Die seien darin Experten. Vielleicht erzählen sie dir dabei auch, wie es ist, in veraltete Geschlechterklischees gepresst zu werden. Dann kannst du nicht nur Trikots, sondern auch deine Weste reinwaschen.

Mit emanzipiertem Gruß, ZiSH

Lieber Haftbefehl,

in der kommenden Woche kommt deine erste Kollektion auf den Markt. Dann können deine Chabos nicht mehr nur CDs, sondern auch T-Shirts und eine Basecap kaufen. Das Design ist dabei ziemlich vorhersehbar. Auf den Stoff sind wilde Löwen und dein Name in Großbuchstaben gedruckt. Das muss bei einem echten Babo vielleicht so sein. Ein bisschen Selbstironie hätte dir aber trotzdem ganz gut gestanden. Wenigstens ein goldener Jogginganzug hätte es doch sein können.

Mit enttäuschtem Gruß, ZiSH

Liebes IKEA,

ab dem 15. April verkaufst du uns Möbel, mit denen wir unsere Smartphones aufladen können. Die müssen wir auf deine neuen Schreib- und Nachttische nur noch drauflegen – und schon gibt es neue Power. Das erspart uns einigen Ärger. Immerhin stehen Möbelstücke sonst häufig im Weg und verdecken die wenigen Steckdosen. Um das Smartphone zu laden, müssen Schränke und Sofas weggerückt werden. Da bleibt uns nur noch zu fragen: Wohnst du noch, oder lädst du schon?
Mit aufgeladenem Gruß, ZiSH

Liebes Newtopia,

ab Montag können wir ein Jahr lang täglich ab 19 Uhr auf Sat.1 verfolgen, was passiert, wenn 15 Menschen abgeschottet auf einem abgelegenen Acker eine neue Gesellschaft formen. Entwickeln sich paradiesische Zustände voller Harmonie – oder setzt sich am Ende doch der mit den stärksten Muskeln durch? Oder gibt es gewalttätige Auseinandersetzungen, wie in William Goldings „Herr der Fliegen“ – und ein vorzeitiges Aus. Spannender ist wohl nur die Frage, wer das bloß sehen soll.
Mit gespanntem Gruß, ZiSH

Liebe Barbie,

seit mehr als 50 Jahren stehst du mit deiner viel zu dünnen Taille für ein reichlich ungesundes Schönheitsideal. Nun sollst du auch noch sprechen lernen. Du zeichnest auf, was Kinder zu dir sagen, und schickst die Tonaufnahmen via Internet an einen Server. Dort wird der Gesprächsstoff ausgewertet. Und du lernst, eine interessante Gesprächspartnerin zu sein. Ab Weihnachten sollen dann Kinder mit dir sprechen können. Als hätten die keine Fantasie, dir selbst etwas in den Mund zu legen. Was für ein Quatsch!

Mit hochnäsigem Gruß, ZiSH

Lieber Freitag, der 13.,

du bist bekannt als Unglückstag. Wer nicht an dich glaubt, kann heute aus Aberglauben ein paar Vorteile ziehen: Zu spät zum Unterricht? Da war eine schwarze Katze auf dem Schulweg unterwegs. Die Mathearbeit verhauen? Doch nur, weil man unter der Leiter des Hausmeisters hindurchgelaufen ist. Um den Aberglauben an dich echt aussehen zu lassen, muss die richtige Tarnung her. Also: Hasenpfote umhängen oder regelmäßig Salz über die Schulter werfen – dann klappt’s mit den Ausreden.
Toi, toi, toi, ZiSH

Lieber Uni-Schwänzer,

statt zu langweiligen Vorlesungen zu gehen, liegt ihr lieber eine Stunde länger im Bett. Aber wenn es nach einer Privat-Uni in Florida geht, ist euer schönes Leben bald vorbei: Dort bekommen besorgte Eltern über die App „Class120“ eine Push-Nachricht, wenn ihr Kind laut GPS-Signal nicht pünktlich im Hörsaal ist. Aber ihr findet bestimmt einen netten Kommilitonen, der euer iPad mit in die Uni nimmt – dann ist Mama beruhigt und ihr könnt euch noch einmal umdrehen.
Mit schelmischem Gruß, ZiSH

Liebes Monopoly,

satte 20 580 Euro sind bei dir im Spiel – jetzt mit viel Glück sogar in bar. Wurden Mietschulden bei dir bislang nur mit wertlosem Papier beglichen, gibt es jetzt richtige Banknoten: Zu deinem 80. Geburtstag bringt deine Herstellerfirma Hasbro in Frankreich eine Sonderedition heraus. In 79 der neuen Packungen liegen neben dem Spielgeld noch 150 oder 300 Euro in bar im Karton. In einem neuen Spiel ist sogar die gesamte Bank drin – satte 20  580 Euro eben. Stellt sich nur die Frage, wer dich kauft. Die meisten haben nach der langatmigen Partie an Weihnachten wahrscheinlich noch immer die Nase voll.
Mit kapitalistischem Gruß, ZiSH

Liebe Outback-Kakerlaken,

ihr seid die wahren Leidtragenden der RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, die jährlich D-Promis in den australischen Busch schickt. Bis zuletzt musstet ihr euch durch zahlreiche Dschungelprüfungen quälen: ob von Sängerin Tanja Tischewitsch verschlungen oder auf Moderator Walter Freiwald als Dusche herabfallend. Seit Sonnabend ist der Dschungelkönig endlich gekürt. Und wir freuen uns mit euch, dass die „Schabenfreude“ endlich ein Ende hat.
Mit befreitem Gruß, ZiSH

Lieber Häftling des Tages,

weil du im Gefängnis sitzt, hast du normalerweise nicht die Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen – erst recht nicht die Liebe deines Lebens. Das soll sich mit der Facebook-Gruppe Date en indsat (Date einen Häftling) ändern. Dort wird regelmäßig ein Häftling des Tages vorgestellt, der so Kontakte zu möglichen Partnern knüpfen kann. Denn eine Freundin nach der Haft soll vor erneuten Straftaten bewahren. Und wenn man sich auf jemanden freuen kann, vergeht die Zeit auch gleich viel schneller.
Mit befreiendem Gruß, ZiSH

Lieber Freshtorge,

du bist einer der größten Quatschköpfe auf Youtube. Über eine Million Abonnenten schauen dir dabei zu, wie du in den Zoo gehst oder dich über Sendungen wie „Schwiegertochter gesucht“ lustig machst. Gerade drehst du deinen ersten Kinofilm „Kartoffelsalat“. Bei einer durchschnittlichen Filmlänge von 120 Minuten musst du dir fast zwanzigmal so viel ausdenken wie für deine kurzen Clips im Internet– kein Wunder, dass dein letztes Video schon drei Wochen alt ist.

Lieber Yung Jake,

du porträtierst Stars – mit Armen aus Cookies, Orangen als Nase und Wolken auf dem Kopf. Was erst mal komisch klingt, findet die Netzwelt auf einmal ziemlich abgefahren. Denn statt Pinsel und Farbe nutzt du Emojis auf der Internetseite emoji.ink, um die außergewöhnlichen Bilder von Stars wie Miley Cyrus und Kim 
Kardashian zu malen. Während viele aneinandergereihte Emojis in Chatnachrichten nerven, werden sie hier zu Kunst – und steigen wieder in unserem Ansehen.
Mit künstlerischem Gruß, ZiSH

Lieber Jeff Davis,

bei einer Streifenfahrt legst du eine Performance zum Song „Shake It Off“ von Taylor Swift hin. Dabei gestikulierst du wild mit den Händen und unterbrichst die Show immer dann, wenn jemand an dir vorbeifährt. Das filmte die Kamera in der Frontscheibe deines Polizeiwagens mit. Kollegen fanden das Video dazu und posteten es auf der Facebook-Seite der Polizei Dover – über 14 Millionen Leute haben es mittlerweile geklickt. Und dabei haben wir doch gelernt: Beide Hände gehören ans Steuer.
Mit groovigem Gruß, ZiSH

Lieber Hintern,

nur mit umständlichen Verrenkungen war es bisher möglich, ein halbwegs vernünftiges Foto von dir zu knipsen – ein sogenanntes „Belfie“. Der Begriff setzt sich aus „butt“, englisch für Hintern, und „Selfie“ zusammen. Für die Selbstportaits gibt es schon Selfiestangen, einen Verlängerungsstab für das Smartphone. Jetzt ist die bewegliche Stange auch für’s Hinterteil erhältlich. Und scheinbar sehr begehrt: Auf der Seite www.belfiestick.com sind momentan alle Exemplare vergriffen.
Mit fotogenem Gruß, ZiSH

Liebe Naina,

unter deinem Twitter-Namen @nainablabla bemängelst du das deutsche Schulsystem. Die Netzgemeinde verbreite deinen Tweet „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherung. Aber ich kann ’ne Gedichtsanalyse schreiben. In vier Sprachen.“ über 5500-mal. Du würdest in der Schule gerne lernen, „wie man später auf eigenen Beinen steht“, schriebst du später. Mach dir keine Sorgen. Wir haben das auch nicht gelernt – und es trotzdem irgendwie geschafft.
Mit aufmunterndem Gruß, ZiSH

Liebe Pika-Maus,

du bist das niedliche Vorbild für Pikachu, das bekannteste aller Pokémon. Dich hingegen findet die chinesische Regierung nicht ganz so drollig: Weil du leidenschaftlich Tunnel gräbst und damit angeblich Weideflächen zerstörst, versucht sie dich mit Gift auszurotten. Dabei buddelst du eigentlich ein natürliches Abwassersystem, sagen Kritiker. Die Regierung bleibt leider hart und folgt weiter dem Pokémon-Motto: „Gotta catch them all“ – Schnapp sie dir alle.  
Mit traurigem Gruß, ZiSH

Liebe Edeka-Märkte,

ihr habt mal wieder einen Spot mit musikalischer Unterstützung gedreht. Diesmal tänzelt aber nicht der „supergeile“ Künstler Friedrich Liechtenstein durchs Bild. Stattdessen feiert Scooter-Frontman H. P. Baxxter einen Supermarkt-Rave. Die Kassiererin schnauft den Beat ins Mikro und Baxxter tanzt auf dem Band. So viel Stil wie Liechtenberg hat Baxxter nicht, wenn er „How Much Is The Fish?“ brüllt. Aber wenigstens wissen wir nun endlich, wie viel der kostet – nämlich 1,59 Euro.
Mit feierndem Gruß, ZiSH

Liebe gute Vorsätze,

in der Silvesternacht wurdet ihr mit großem Trara rausposaunt. Mehr Sport machen, besser zuhören, nicht mehr rauchen – schon gestern wurden viele von euch wieder gebrochen. Kein Wunder: Auf den Vorsatz, im kommenden Jahr weniger zu trinken, wird erst mal mit einem lauten Prost angestoßen. Dabei braucht es doch kein Feuerwerk, um ein paar Dinge im Leben umzukrempeln. Und erst recht keine Vorsätze – außer vielleicht den, für 2016 mal keine guten Vorsätze zu fassen.
Frohes neues Jahr! – ZiSH

Liebe Weihnachtsfehlkäufe,

alle Jahre wieder finden wir euch unterm Weihnachtsbaum. Mit gequältem Lächeln nehmen wir euch entgegen. Diese Gelassenheit hatte ein 36-jähriger Schwede jedoch nicht: Als er von seiner Mutter einen quietschgelben Pullover geschenkt bekam, rief er die Polizei. Die nahm die absurde Anzeige zwar auf, wird sie aber laut der schwedischen Zeitung „Kvälls­posten“ nicht weiterverfolgen. Nun muss er den Pullover selbst umtauschen – wie wir es auch mit unseren Geschenken tun.
Mit mitleidigem Gruß, ZiSH

Liebe Konfirmanden,

bevor ihr Heiligabend endlich die heißbegehrten Geschenke auspacken könnt, geht es in die Kirche.Besonders nervenaufreibend wird es für alle, die beim Krippenspiel mitmachen. Damit gehen morgen Monate intensiver Textproben und Arbeit an 
 Requisiten unter den strengen Augen des Pastors zu Ende. Aber egal, ob ihr als Hauptdarsteller (Maria oder Josef) oder römischer Soldat mit Plastikschwert und Bettlakenumhang auf der Bühne steht – Mama, Papa und Oma sind stolz auf euch.
Mit auswendig gelerntem Gruß, ZiSH

Lieber Tom BetGeorge,

dein Haus und Vorgarten sind ähnlich exzessiv geschmückt wie die vieler Amerikaner in der Weihnachtszeit.Doch deine Obsession geht weiter: Dein YouTube-Clip „Star Wars Light Show“ zeigt eine irre Lichtshow, die taktgenau auf den Soundtrack der Science-Fiction-Saga programmiert ist. Scheinbar freust du dich nicht nur auf Weihnachten, sondern auch auf den neuen Film, der in einem Jahr in die Kinos kommt. Mit Besinnlichkeit hat dein Clip wenig zu tun. Dafür ist die Macht sicher mit dir.
Mit abgespactem Gruß, ZiSH

Lieber Obie,

du warst der dickste Dackel der Welt.Bei deinen Besitzern durftest du alles – vor allem essen. Dein Bauch wurde so dick, dass eine Schürze ihn davor bewahren musste, auf dem Boden zu schleifen. Nach strengem Fitnessprogramm hast du jetzt wieder Normalgewicht. Unsere Waage hingegen zeigt dank Plätzchen und Ko ein bisschen mehr an. Wir könnten deine Diät gut gebrauchen. Aber erst nach Weihnachten. Bis dahin wollen wir uns noch ein bisschen wie ein dicker Dackel fühlen.
Mit vollgefressenem Gruß, ZiSH

Liebe Weihnachts-Unterwäsche,

Weihnachten ist das Fest der Liebe - und das wird von einigen Bekleidungsherstellern gerne ad absurdum geführt. Jetzt, in der Adventszeit, füllst du wieder die Regale der Klamottengeschäfte. Glitzernde Pailletten und klimpernde Glöckchen zieren rote Synthetik-BHs. Boxershorts sind mit komisch dreinschauenden Weihnachtselchen bedruckt. So vermittelst du eigentlich nur eine Botschaft: „Pack mich aus, Baby!“ Und das am liebsten möglichst schnell, denn du bist genauso erotisch wie die selbst genähten Schneemannsocken von Oma. Die kann man auch höchstens einmal (er)tragen.

Mit abgetörntem Gruß, ZiSH

Liebe Edeka-Märkte,

Neun Kassierer spielten den Weihnachtssong „Jingle Bells“. Jede Kasse spielte beim Einscannen der Ware einen eigenen Ton – fertig ist die Elektroversion des Klassikers. Mit angeblich versteckten Kameras wurde die Aktion gefilmt und sammelte bei YouTube in zwei Tagen über 300 000 Klicks. „Supergeil“-Opi Friedrich Liechtenstein durfte nicht mitmachen. Bis Weihnachten bleibt ihm noch Zeit für den Remix.
Mit piepsendem Gruß, ZiSH

Liebe Hunde,

oft genug langweilt ihr euch, wenn Herrchen alleine unterwegs ist. Zum Glück startet in dieser Woche mit Dog TV ein TV-Sender nur für Hunde in Deutschland. Mit sieben Millionen potentiellen vierbeinigen Kunden ist das Publikum groß. Ihr nehmt Farben zwar schlechter wahr als eure zweibeinigen Besitzer, dafür seid ihr sensibler für Töne. Laut Dog TV haben Wissenschaftler die Inhalte an Hundeaugen und Ohren angepasst. Viel Glück beim Versuch, eure Herrchen mit traurigen Augen zum Kauf eines TV-Abos zu bringen! 


Mit bettelndem Gruß, ZiSH

Lieber Stefan Raab,

in deiner Show „Schlag den Raab“ am Sonnabend musstest du im Finale beim angeblich in England beliebten Pub-Spiel „Ringing the Bull“ ran. Dabei gilt es, mit einem an einer Schnur befestigten Ring einen Haken zu treffen. Die Sache hatte einen zweiten Haken: Nach einer Stunde hatte das noch immer keiner geschafft. Also gab es ein Ersatzspiel – mit Flummis. In England hätte die Sperrstunde das Elend wohl schon früher beendet. Aber wahrscheinlich geht es dort auch gar nicht ums Treffen. Sondern ums Trinken.

Prost! ZiSH

Liebe Carol Ann Susi,

in der Serie „The Big Bang Theory“ hast du als Mrs. Wolowitz deinen Seriensohn Howard drangsaliert. Der Zuschauer litt mit, wenn du ihm durch die geschlossene Tür wieder intime Details über deinen Stuhlgang erzählt hast. Da man dich nie zu Gesicht bekam, hatte jeder seine eigene Vorstellung von Mrs. Wolowitz. Nun bist du nach kurzer Krankheit verstorben. Auch wenn wir ein bisschen Angst vor dir hatten, so werden wir deine Kommentare aus dem Nebenraum doch schmerzlich vermissen!

Mit traurigem Gruß, ZiSH

Liebe bayerische Lehrer,

ihr habt also Angst um euren Dialekt. Deshalb wollt ihr eure Grundschüler dazu auffordern, öfter „Kas und Ruabn“ statt „Käse und Möhre“ zu sagen. Aber was, wenn nun die Schwaben, Sachsen und Friesen nachziehen und auch ihre Dialekte so fördern wollen? Dann gäbe es ja bald Sprachreisen aus Regensburg nach Helgoland anstatt nach Lyon. Nur schade, dass so niemand zu uns nach Hannover kommen würde. Außer „krökeln“ haben wir ja leider keinen Dialekt.

Mit hochdeutschem Gruß, ZiSH

Liebe Kleiderkreiselmacher,

bei euch kann man seine alten Klamotten verkaufen, tauschen oder verschenken. Lange habt ihr damit geworben, nachhaltig und kostenlos zu sein. Damit ist jetzt Schluss. Ab Ende November verlangt ihr für jeden Verkauf über euer neues Bezahlsystem Geld – mehr, als es bei Ebay kosten würde, Klamotten zu verkaufen. Eure Mitglieder sind stinksauer. Sie posten aus Protest sogar Bilder nackter Brüste und Penisse in euer Forum. Weniger sauer wären sie sicher, wenn ihr in Infomails die genaue Summe nennen würdet, statt vage von einer „kleinen Gebühr“ zu sprechen.

Mit kommerziellem Gruß, ZiSH

Liebe Rihanna,

es fällt dir schwer, deine Klamotten anzubehalten. Nicht nur in deinen Musikvideos posierst du gerne leicht bekleidet. Auch auf deinem Profil des Foto-Sharing-Dienstes Instagram hast du Nacktfotos von dir gepostet – obwohl das verboten ist. Damit hast du zwar deinem Profilnamen „badgalriri“, also „böses Mädchen Rihanna“, alle Ehre gemacht. Aber du wurdest auch kurzerhand gesperrt. Mit zehn Fotos in einer Stunde hast du gezeigt: Du bist wieder da. Noch sind die Bilder recht brav. Wir sind gespannt, wann sich das wieder ändert.

Mit ungezogenem Gruß, ZiSH

Liebe Halloween-Kostüm-Hersteller,

Hexen, Vampire und Zombies: Eure Auswahl an schaurigen Halloween-Kostümen ist riesig. Es gibt sie in allen möglichen Kleidergrößen – und beim amerikanischen Einzelhändler Walmart kurzzeitig auch in der Kategorie „Fat Girls Costumes“ für übergewichtige Frauen. Das ist ziemlich respektlos. Noch geschmackloser ist der US-Onlinehändler „Brandsonsale“: Dieser bietet ein „sexy Ebola-Krankenschwesterkostüm“ an. Furchterregend ist das Virus mit Sicherheit, sexy aber bestimmt nicht.

Mit makaberem Gruß, ZiSH

Liebe Uni Osnabrück,

deine Fassaden sind marode, der Beton bröckelt, und es schimmelt. Uni-Präsident Andreas Bertram hat aber eine Idee, wie die vielen Hundert Millionen Euro für die Sanierung zusammenkommen sollen. Pro Student sollen 1000 Euro gesammelt werden. Jedes Semester. Land, Bund und Studis sollen sich den Betrag teilen – Studenten müssten „nur“ 250 Euro zahlen. Aber was ist mit Studenten, die das Geld nicht haben? Müssen die in den Semesterferien mit Schaufel und Maurerkelle Seminarräume renovieren?

Mit erbaulichem Gruß, ZiSH

Liebe Siri,

als Spracheingabe-Assistent für iPhones kannst du uns die Wettervorhersage oder Fußballergebnisse sagen. Für Smalltalk taugst du hingegen nicht viel. Trotzdem bist du die beste Freundin von Gus. Denn der 13-jährige US-Amerikaner ist Autist. Mimik, Gestik oder Ironie kann er kaum deuten. Dir kann er ständig spezielle Fragen zu seinem Lieblingsthema Rolltreppen stellen. Eine Antwort hast du immer parat. Im Gegensatz zu Gus’ Mitmenschen bist du nie genervt, sondern bleibst nett. Sehr löblich!

Mit pragmatischem Gruß, ZiSH

Lieber Mario Götze,

am 13. Juli dieses Jahres wurdest du zum Helden deiner Nation. Denn da hast du das entscheidende Tor im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Argentinien geschossen und so den Titel nach Deutschland geholt. Jetzt wirst du vielleicht auch noch Leinwandheld. Zumindest, wenn es nach Schauspieler und Regisseur Matthias Schweighöfer geht. Er bot dir in der Sky-Sendung „Audi Star Talk“ eine Rolle in einem Film an – allerdings mit Text und ohne Ball. Das würden wir ja gerne mal sehen.


Mit neugierigem Gruß, ZiSH

Lieber Gustav von Tokio Hotel,

du hast es nicht leicht. Seit 13 Jahren bist du nun Mitglied der Band Tokio Hotel – und kaum einer nimmt dich wahr.Zwar tobst du dich am Schlagzeug richtig aus. Doch deine Bandkollegen Bill und Tom drängen sich mit ihren auffälligen Outfits oft in den Vordergrund und stehlen dir die Schau. Wie bei der TV-Show Circus HalliGalli am Montag. Du hast dich im Stuhl zurückgelehnt und Bill und Tom die Show überlassen. Dabei haben wir von denen doch schon genug gesehen.

Mit aufmunterndem Gruß, ZiSH

Liebe Ninja Turtles,

ihr seid der Grund, wieso wir als Kinder keinen Hund, sondern eine Schildkröte als Haustier wollten. Mit großen Augen saßen wir vor dem Fernseher und haben danach versucht, eure Ninja-Bewegungen nachzuahmen. Am Donnerstag seid ihr mit dem Film „Teenage Mutant Ninja Turtles“ wieder im Kino zu sehen. Den ganzen Tag Pizza verdrücken und nachts die Welt retten – das fanden wir nicht nur als Kinder cool. Manchmal würden wir auch heute noch gern mit euch tauschen.

Mit heldenhaftem Gruß, ZiSH

Liebe Thea,

du bist erst zwölf Jahren alt und heiratest morgen in Norwegen einen 37-jährigen Mann.Aus deinem rosa gestrichenen Kinderzimmer erzählst du von den Hochzeitsvorbereitungen und präsentierst dein Kleid. Doch du heiratest nicht aus Liebe, sondern willst mit der inszenierten Hochzeit auf Zwangsverheiratung von Minderjährigen weltweit aufmerksam machen. Für dein Engagement bei der Organisation „Plan Norge“ hast du dir morgen ein großes Stück Hochzeitstorte verdient.

Mit feierlichem Gruß, ZiSH

Lieber Der Graf,

vor Kurzem hast du das Ende deiner Band Unheilig verkündet. Nach der Tour zum neuen Album „Gipfelstürmer“ soll Schluss sein. Mit deinem melancholischen Grufti-Pop und dem Hit „Geboren um zu leben“ warst du monatelang in den Singlecharts. „Geboren um zu leben“ steht seit der Veröffentlichung 2010 aber auch noch in einer anderen Hitliste: den Beerdigungs-Top-10. Die wird von Bestattungsunternehmen erhoben. So bist du zumindest in dieser Branche unsterblich geworden.

Mit unheimlichem Gruß, ZiSH

Liebe Cliquenbildung,

du bist nicht bloß ein Phänomen der Schulzeit. Wenn morgen Erstis zum Uni-Start über die Flure irren, geht alles ganz schnell: In rasender Geschwindigkeit bilden sich Grüppchen, um gemeinsam Räume zu suchen und Seminarpläne zu erstellen. Wer von dir übergangen wurde, muss aber nicht gleich verzweifeln: Denn in der Orientierungswoche bleibt genug Zeit, um bei Kneipenbesuchen und WG-Partys Kommilitonen kennenzulernen – wahrscheinlich besser als in den Räumen der Universität.

Mit verbundenem Gruß, ZiSH

Liebes Butterbrot,

mit zerlaufenem Käse oder matschigen Tomaten belegt, hast du uns viele Schuljahre morgens aus der Brotdose entgegengeblickt. Und manchmal auch sechs Wochen später, wenn wir dich grün und pelzig nach den Sommerferien wiedergefunden haben. Trotz Mutters Hingabe beim Schmieren sah das Nutellabrötchen des Nachbarn oft appetitlicher aus – dafür haben wir dich auch mal verschmäht. Heute, am Tag des Butterbrotes, bitten wir um Verzeihung. In so mancher Vorlesung sehnen wir uns nach dir.

Mit knurrendem Magen, ZiSH

Liebe Friends,

vor 20 Jahren habt ihr uns das erste Mal in eure Fernseh-WG in New York eingeladen. Zehn Staffeln lang wart ihr Vorbilder: Als Erwachsene wollten wir so lustig wie Chandler, so unbeschwert wie Phoebe und so intelligent wie Ross werden. Da können die Drogenköche, Serienmörder und Frauenhelden aus dem heutigen Programm nicht mithalten. Unsere Persönlichkeit haben wir mit euch ja schon gefunden. Und wenn wir wehmütig werden, können wir einfach noch mal in die WG schalten.

Mit freundschaftlichem Gruß, ZiSH

Lieber Bierbauch,

du hast Grund zur Freude, denn ab morgen startet das Oktoberfest. Das Dirndl wird geschnürt, die Lederhose aus dem Schrank geholt – und dann werden fleißig die Maß gestemmt. Doch Vorsicht: In der engen Wiesn-Tracht fällst du besonders schnell auf. Doch vielleicht bleibst du dieses Jahr vom großen Exzess verschont. Denn bei Rekordpreisen von bis zu 10,10 Euro pro Maß muss der ein oder andere Gast den Gürtel vielleicht enger schnallen. Was dir sicherlich guttun würde.

Prost, ZiSH

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