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Schaulaufen im Reich des Drachen: Auto-Neuheiten aus Peking

Verkehr Schaulaufen im Reich des Drachen: Auto-Neuheiten aus Peking

Das ganz große Rekordrennen ist zwar erst einmal vorbei. Doch China ist und bleibt das Dorado der deutschen Autohersteller. Entsprechend groß fahren Audi, Mercedes oder VW zur Automesse in Peking auf. Die Heimspieler lassen sich aber nicht mehr so leicht die Schau stehlen.

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Kommt im Herbst als Coupé und Roadster: Der Audi TT RS mit 294 kW/400 PS. Die Preise hat Audi noch nicht genannt. Foto: Thomas Geiger

Peking. Auch wenn China ein wenig den Fuß vom Gas genommen hat: Das Reich der Mitte für die deutschen Autobosse noch immer das Dorado: "Nirgends auf der Welt verkaufen wir mehr Autos als hier", sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche.

Und bei VW-Markenchef Herbert Diess klingt bei seinem Auftritt in Asien kaum anders. Kein Wunder, dass die Konzerne für die Chinesen ein paar Sonderwünsche umsetzen. Die mit Abstand wichtigste deutsche Neuheit auf der Motorshow in Peking (Publikumstage 27. April bis 4. Mai) ist ein Auto, das es in Deutschland gar nicht geben wird: Die um 14 Zentimeter gestreckte Langversion der Mercedes E-Klasse, die zum Eroberer im Segment des chinesischen Luxusmarktes werden soll.

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Ausblick auf den nächsten Touareg: Laut VW-Design-Chef Klaus Bischoff zeigt die Studie T-Prime schon das allermeiste vom neuen Touareg, der 2017 in Serie gehen soll. Foto: Thomas Geiger

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Solche Langversionen feiern auch bei Audi und BMW Premiere: Audi hat den neuen A4 um neun Zentimeter gestreckt. Und BMW zieht mit dem X1 erstmals ein SUV in die Länge und erweitert den Radstand um zwölf Zentimeter. VW baut zusammen mit seinen lokalen Partnern zwei neue Autos für die Besserverdiener von Beijing: Den Magotan aus der Kooperation mit FAW und den Phideon aus dem Joint Venture mit SAIC.

Ganz ohne Neuheiten mit europäischer Perspektive sind die deutschen Hersteller nicht nach China gefahren. Daimler zeigt neben der E-Klasse noch den auf 80 kW/109 PS erstarkten Smart Brabus. Bei Audi gibt es den TT RS mit künftig 294 kW/400 PS zu sehen. Und Porsche hat nach dem Boxster nun auch den Cayman zur Modellreihe 718 sortiert und mit dem Facelift die Sechszylinder-Motoren gegen Vierzylinder-Turbos getauscht. VW-Designchef Klaus Bischoff rollt außerdem die SUV-Studie T-Prime ins Rampenlicht und verspricht: Das meiste davon geht im nächsten Jahr als neuer Touareg in Serie.

Zwar wird der lange Jaguar XF auch nur in China verkauft. Und für das schmucke SUV-Coupé CX-4 schließt Mazda-Sprecher Jochen Münzinger den Weg nach Westen fürs Erste auch aus. Doch der beim Generationswechsel deutlich gewachsene Renault Koleos oder der neue Citroën C6 sollen nach Herstellerangaben sehr wohl nach Europa kommen - selbst wenn das bis nächstes Jahr dauert. So viel Zeit braucht auch Infiniti noch, bis aus der SUV-Studie von Peking der nächste QX 50 wird.

Aber die unangefochtene Stellung der Importeure schwindet. Man mag die Oberklasse-Limousinen von Honqui nicht so recht ernst nehmen, und beim über 441 kW/600 PS starken Elektrosportwagen Arcfox-7 von BAIC funktionieren noch nicht einmal die Flügeltüren. Aber richtig große Lachnummern sucht man im Land des Lächelns mittlerweile vergebens. Geely, Cherry, SAIC, Great Wall, JAC & Co zeigen immer Neuheiten mit stilistischer Substanz, die auch für den Export reichen würde.

Was man noch sieht auf den Ständen der Chinesen: Fahrzeuge mit Plug-in- oder reinem Elektro-Antrieb. Hier zeigt der Druck der chinesischen Regierung gleich doppelt Wirkung: Auf der Straße, weil sich die Zulassungen der New Energy Vehicles mehr als verdreifacht und im letzten Jahr die 300 000er Marke geknackt haben. Und auf der Messe, weil es dort Dutzende neuer Ökos vom umgerüsteten Kleinwagen wie dem Zoyte E200 im Smart-Style bis zum Tesla-Gegner LeSee gibt.

Nirgends gibt es außerdem so schillernde Kühlergrills, so funkelnde Scheinwerfer und so glitzernde Rückleuchten wie hier. "Man muss schließlich etwas tun, wenn man unter allen 180 lokalen Marken wahrgenommen werden will", sagt Chenqunyi, der das Design des Entwicklungsdienstleisters IAT leitet. Wie weit man dabei mitunter gehen muss, zeigt das Unternehmen mit dem Geländewagen Karlmann King. Er sieht wie ein Tarnkappenbomber auf Rädern aus, wird von einem 8,6 Liter großen V10-Motor angetrieben und soll umgerechnet mehr als 1,5 Millionen Euro kosten.

dpa

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