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Erste Schritte zur Mobilität Cornelia Zieseniß: „Fahrradhelme können Leben retten“

Interview Cornelia Zieseniß: „Fahrradhelme können Leben retten“

Cornelia Zieseniß, Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht Niedersachsen, spricht im Interview über verkehrssichere Fahrräder und Helme.

Cornelia Zieseniß, Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht Niedersachsen

Quelle: Handout

Was gehört zu einem verkehrssicheren Fahrrad?

Zu einem verkehrssicheren Rad gehören eine Handbremse für das Vorderrad und eine Rücktrittbremse, eine Klingel sowie je eine dynamobetriebene Leuchte. Elektrische Lampen sind zwar eine hilfreiche Ergänzung, sie ersetzen die dynamobetriebenen Lampen aber rein rechtlich nicht. Ein funktionstüchtiges Licht am Rad ist enorm wichtig – viele Fahrradunfälle entstehen dadurch, dass Autofahrer Radler im Dunkeln nicht sehen können. Außerdem sollten Speichenreflektoren oder Leuchtreifen nicht fehlen, ein weißer Reflektor an der Vorderseite des Rades, ein roter Reflektor an der Rückseite, der meistens in die Rückleuchte integriert ist, und gelbe Pedalreflektoren. Eine tolle Sache sind auch die Reflektoren, die man über die Speichen ziehen kann.

Und wenn das alles vorhanden ist, kann es dann sofort losgehen?

Nein, besser nicht. Abgesehen von den Vorschriften für ein verkehrssicheres Rad gibt es noch Empfehlungen für ein betriebssicheres Fahrrad. Dazu gehört etwa, dass der Fahrradrahmen der Größe des Kindes angepasst ist. Und dass die Bereifung genügend Profil hat und nicht porös sein sollte. Zudem sollten Pedale und Fahrradkette stets sauber und in gutem Zustand sein. Größere Räder erleichtern tendenziell das Fahren, und auch der Sattel sollte so eingestellt sein, dass das Kind im Sitzen mit den Füßen bequem den Boden berühren kann. Besonders wichtig für Kinder, aber auch für Erwachsene ist es, einen Helm zu tragen.

Warum ist das so wichtig?

Bei Fahrradunfällen, bei denen es zu Stürzen kommt, schlägt der Radfahrer meistens mit dem Kopf auf. Dabei kann er sterben oder aber Verletzungen davontragen, die ihn ein Leben lang begleiten. Trägt er jedoch einen Helm, fungiert dieser als Schutzhaube, die den gesamten Aufprall abfängt. Wem die Sicherheit seines Kindes am Herzen liegt, der sollte es also nur mit einem Helm Fahrrad fahren lassen. Zur eigenen Sicherheit und als Vorbild sollten aber auch die Eltern einen Fahrradhelm tragen. Leider sind Radfahrer noch viel zu häufig ohne Helm unterwegs, weil sie beispielsweise Angst um ihre Frisur haben. Dabei retten Helme Leben!

Ab wann darf ein Kind denn überhaupt alleine Rad fahren?

Erst wenn es die Fahrradprüfung in der vierten Klasse bestanden hat. Vorher kann man noch nicht davon ausgehen, dass es kognitiv in der Lage ist, mit den komplexen Anforderungen im Straßenverkehr zurechtzukommen, also etwa gleichzeitig die Geschwindigkeit der Fahrzeuge und ihre Entfernung einzuschätzen. Denn Kinder sind spontan, verspielt, unberechenbar – auch wenn sie motorisch schon in der Lage sind, Fahrrad zu fahren. Vor dem achten Lebensjahr sollten Kinder nach Möglichkeit auch nicht in Begleitung ihrer Eltern mit dem Rad im Straßenverkehr unterwegs sein, denn bis zu diesem Alter müssen sie noch auf dem Fußweg fahren, die Eltern aber auf der Straße. Da fällt die Kontrolle und das Eingreifen im Ernstfall schwer. Um den Gleichgewichtssinn schon im frühen Kindesalter zu trainieren, empfehlen wir kleineren Kindern das Fahren mit dem Tretroller.

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