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Im Kreisel kracht’s am häufigsten Prof. Bernhard Friedrich: „Der konkrete Entwicklungsplan fehlt“

Interview Prof. Bernhard Friedrich: „Der konkrete Entwicklungsplan fehlt“

Prof. Bernhard Friedrich vom Institut für Verkehr und Stadtbauwesen der TU Braunschweig im Gespräch mit HAZ-Redakteurin Vivien-Marie Drews.

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Prof. Bernhard Friedrich vom Institut für Verkehr und Stadtbauwesen der TU Braunschweig

Quelle: Handout

Wie sinnvoll ist eine grüne Welle?

Auf Strecken, auf denen der Verkehr gebündelt werden soll, also auf den Hauptverkehrsstraßen, ist die grüne Welle ein gutes Instrument, das auch dazu beiträgt, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren. Die perfekte grüne Welle gibt es nicht, aber Untersuchungen zeigen, dass deutliche Verbesserungen möglich sind. Letztlich kann die Verkehrssteuerung aber nicht ausgleichen, was bei der Straßenplanung verpasst wurde.

Es kommt also nicht so sehr auf die Steuerungssysteme an, sondern darauf, dass die Verkehrsführung gut geplant wird?

Selbst die beste Ampelsteuerung kann fehlende Kapazitäten nicht kompensieren. Meiner Meinung nach fehlt der Stadt Hannover ein konkreter Verkehrsentwicklungsplan. Jetzt wurde zwar der Masterplan Mobilität 2025 vorgestellt, der sehr gut die bestehenden Mängel aufzeigt. Doch beim Handlungskonzept werden keine Lösungen angeboten. An einen übergeordneten Entwurf, wie der Verkehr wo fließen soll, hat sich in den vergangenen 30 Jahren niemand herangetraut.

Aber es gibt zum Beispiel die Schnellwege, die es ermöglichen, die Stadt zügig zu umfahren. Bringt das innerorts keine Entlastung?

Doch. Allerdings ist das Schnell- und Hauptstraßennetz nicht geschlossen. An verschiedenen Stellen klaffen Lücken, und dort kommt es zu Problemen. So sind die täglichen Staus am Weidetorkreisel und der durch die List sickernde Verkehr die Konsequenz, dass das Hauptstraßennetz im Norden der Stadt nie zu Ende geplant wurde und heute unvollständig ist.

Jetzt müssen die Autos mithilfe einer ausgefeilten Ampeltechnik durch die List geführt werden. Was könnte verbessert werden?

Neben dem Fehlen einer übergeordneten Planung ist zu beklagen, dass es in Hannover kein Qualitätsmanagement für Ampelsteuerungen gibt. Die Anlagen im Stadtgebiet werden programmiert, dann laufen sie jahrelang, ohne dass jemand überprüft, ob die Steuerungen dem aktuellen Verkehrsaufkommen noch gerecht werden und wie lange die Wartezeiten für Fußgänger und Radfahrer tatsächlich sind. Eine solche Kontrolle wäre aber noch wichtiger als moderne Technik.

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