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Neue Highlights für den Bayern-Golf

Der neue Audi A3 im Test Neue Highlights für den Bayern-Golf

Autofahrer wollen Leistung. Das passt nicht immer mit den von der Politik vorgegebenen Klimazielen. Der bayerische Autokonzern Audi hat daher den A3 überarbeitet und bringt das Kompaktmodell mit viel Oberklassentechnologie an den Start.

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Zeitloses Design: Äußerlich sind die Veränderungen des Audi A3 nur für Kenner sichtbar.

Quelle: Hersteller

Dass immer neue Tricksereien bei der Motorsoftware von Dieselmotoren deutscher Hersteller ans Licht kommen und den Antrieb damit in eine Dauerkrise unbestimmten Ausgangs stürzen, hat sich bei den Verkaufszahlen bislang nicht bemerkbar gemacht. Josef Schlossmacher, altgedienter Audi-Pressesprecher, weiß auch, warum: „Die Leute wollen sparsame Motoren gepaart mit Drehmoment, Leistung eben.“ Das biete in dieser Kombination nur der Selbstzünder. Die von der Politik vorgegebenen Klimaziele seien den meisten Kunden egal. „Ich kann das verstehen“, sagt Schlossmacher. „Auch ich habe einen Diesel, und ich will schnell fahren.“ Kein Wunder also, dass Audi im überarbeiteten A3, dem Bayern-Golf aus Ingolstadt, wieder drei Selbstzünder mit 110 PS, 150 PS und 184 PS an den Start bringt.

Premiumwagen mit zeitlosem Design

Der A3 ist das Premiumangebot des Volkswagenkonzerns in der Kompaktklasse. Seit 20 Jahren am Markt, ist er ein Millionenseller und bekommt vieles, worauf die niedriger positionierten Konzerngeschwister von Seat oder Skoda verzichten müssen. Und selbst der VW Golf erreicht nicht das Niveau des Bayern. So verwundert es nicht, dass man jetzt bei der überarbeiteten Version des A3 noch einmal richtig hingelangt hat. Was äußerlich allerdings kaum auszumachen ist: Der etwas breitere Grill, das kräftigere Heck und flachere Leuchten mit einer eigenen Signatur sind optische Signale, die nur Markenkennern sofort auffallen dürften. „Das Design ist so zeitlos, das hält noch ein paar Jahre, sagt Schlossmacher.

Virtuelles Cockpit

Foto: Im Inneren hat Audi aufgeräumt und das virtuelle Cockpit eingeführt.

Im Inneren hat Audi aufgeräumt und das virtuelle Cockpit eingeführt. 

Quelle: Hersteller

Unter der Karosserie hat man allerdings Altes ausgeräumt, um für neues Platz zu schaffen: Künftig gibt es das virtuelle Cockpit, das der Fahrer ganz nach seinen persönlichen Vorlieben konfigurieren und ständig verändern kann. Das Konnektivitätsangebot umfasst jetzt auch ein LTE-Modul, eine Sim-Karte mit EU-weitem Roaming zum Nulltarif für drei Jahre, 20 Online-Dienste und eine Box für induktives Laden inklusive Nahfeld-Kopplung. Das kannte man bislang nur aus den oberen Fahrzeugklassen. Aus denen kommen auch die neuen Fahrerassistenzsysteme, die so ziemlich alles umfassen, was auf dem Weg zum autonomen Fahren derzeit en vogue ist. Natürlich sind diese Systeme letzten Endes nur radar- und sensorbasierte Weiterentwicklungen der Sicherheitssoftware. Aber allein die Tatsache, dass sie jetzt auch in der Kompaktklasse angeboten werden, zeigt, dass die Hersteller es mit dem Thema Sicherheit über alle Fahrzeugklassen hinweg ernst meinen.

Plug-in-Hybrid auch für den A3

Geblieben ist die Möglichkeit, den A3, abhängig von der Motorisierung, auch mit Allradantrieb auszustatten. Dazu gibt es für die 2,0-Liter-TFSI-Aggregate ein neues Siebengang-S-tronic-Getriebe und mit dem A3 Sportback e-tron auch wieder einen Plug-in-Hybrid. Der dürfte zunächst einmal so etwas wie ein Feigenblatt für das gern zur Schau gestellte gute Herstellergewissen bleiben, aber er markiert auch weiterhin den Einstieg in künftige Antriebskonzepte. Der wird ergänzt durch den A3 Sportback g-tron, der es im Gasantrieb auf 400 Kilometer Reichweite bringt, die mit Verbrenner nochmals um 900 Kilometer aufgestockt werden können.

Fahrspaß auch im Cabriolet

Bei den konventionellen Antrieben gibt es neben den drei Dieseln drei Benziner mit einem Dreizylinder als neuem Einstiegsmotor, der es trotz seiner vergleichsweise mäßigen Leistung von 115 PS auf ganz annehmbare Fahrwerte bringt: So sprintet er in 9,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und bringt es in der Spitze auf 206 km/h. Das Leistungsband reicht künftig von 110 bis 310 PS im S3, dem Giftzwerg unter den A3-Modellen, den es neben der Limousine auch als Cabriolet gibt – das garantiert Fahrspaß pur, weil der Kompakte zackig um die Ecken geht. Bei den größeren Motorisierungen ist das adaptive Fahrwerk mit seinen Fahrprogrammen eine tolle Ergänzung. Wir haben es ausprobiert.

Was die Dieselthematik betrifft, glaubt Audi-Mann Schlossmacher übrigens, dass die teure Technologie künftig hauptsächlich ein Thema für die oberen Fahrzeugklassen sein wird – soweit es überhaupt eine Zukunft gibt. Aus den kleineren Fahrzeugklassen werde sich der Selbstzünder nach und nach verabschieden. Eine Aussage, die andere Hersteller mit den entsprechenden Schritten bereits untermauern. Eine Prognose, wann und ob es den A3 treffen könnte, will Schlossmacher allerdings nicht abgeben.

Von Gerd Piper

Audi A3 Schrägheck

Motoren : drei Diesel, drei Benziner
Benziner : 85–228 kW/115–310 PS
Diesel : 81–135 kW/110–184 PS
Spitze : 200–250 km/h
0–100 km/h : 4,5–10,5 s
Max. Drehmoment: 200–400 Nm
Verbrauch: 4,5–6,4 l S l/3,9–4,7 l D
CO 2-Emission :   104–146 g/km
Länge/Breite/Höhe : 4,24/1,78/1,42 m
Kofferraum : 365–1100 l
Preis : ab 23.300 Euro

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