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Auf der Suche nach der Nische

Kia Niro im Praxistest Auf der Suche nach der Nische

Kia reichert das Modellprogramm mit einem kompakten Crossover an – den "Niro" des südkoreanischen Autoherstellers gibt es nur als Hybridversion. Eine Testfahrt.

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Kia Niro: Das SUV fährt mit der Kraft der zwei Herzen.

Quelle: Hersteller (4)

Kia erweitert sein Produktportfolio ab Ende September mit dem Hybrid-Kompakt-SUV Niro. Nachdem die Südkoreaner 2015 das beste Ergebnis seit dem Markteintritt in Deutschland erreicht haben, „hegen wir große Ambitionen, in diesem Jahr noch mehr Autos auf die Straße zu bringen“, sagt Steffen Cost, Kia-Geschäftsführer Deutschland, und peilt dabei die Marke von rund 60.000 Fahrzeugen an. „Wichtig ist jedoch, wie man wächst“, führt Cost weiter aus, denn ein  Modellprogramm darf nicht nur nett dastehen, sondern soll Kundenbedürfnisse abdecken. Und so sei der neue Niro „der erste Crossover mit Hybridantrieb in schön“, wie es der Kia-Geschäftsführer etwas flapsig formuliert.

Niro - günstig und umweltschonend

Neben schön und praktisch soll der neue Niro in allererster Linie günstig und umweltschonend über hiesige Straßen rollen. Dazu hat Kia eine speziell auf Eco-Fahrzeuge zugeschnittene Plattform entwickelt. Verbrennungsmotor, Elektromotor und das sechsstufige Direktschaltgetriebe bilden  eine kompakte Einheit, die die Kraft einzig auf die Vorderräder überträgt. Nicht täuschen lassen darf sich der Interessent allerdings von der Motorenbezeichnung GDi. Wo ein D draufsteht, ist noch lange kein Diesel drin. Der 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer leistet 105 PS und 147 Newtonmeter Drehmoment. Nicht allzu üppig für ein Kompakt-SUV, mag der Kunde zunächst denken. Doch mit der zusätzlichen Kraft eines 44 PS starken E-Motors ergibt sich eine Systemleistung von immerhin 141 PS. Das maximale Drehmoment steigt dadurch auf 265 Newtonmeter. Eine Leistung, die im normalen Alltagsgebrauch durchaus ausreichend sein dürfte. Und das bei einem vom Hersteller angegebenen Normverbrauch von lediglich 3,8 Litern. „Diese Verbrauchsangabe bezieht sich allerdings auf den Niro mit 16-Zoll-Felge“, fügt Steffen Michulski, Niro-Produktmanager, an. Auf den kleineren Felgen seien die „Fuel-Save-Reifen“, die benzinsparenden Reifen, montiert. Auf der optionalen 18-Zoll-Felge laufen dagegen fahrdynamische Reifen, die den Kraftstoffverbrauch auf 4,4 Liter erhöhen. Sei’s drum.

Crossover mit eigenständigem Charakter

Optisch ist der Niro an seiner „typischen Tigernase“ zu erkennen, dem Kia-Kühlergrill, wie Produktmanager Michulski hervorhebt. Elegante Linien und eine breite C-Säule geben dem Crossover-SUV einen eigenständigen Charakter. Auffällig ist jedoch in erster Linie der lange Radstand. Dieser schafft für die Insassen auf den Vordersitzen und der Rücksitzbank ein  angenehmes Raumgefühl. „Hinsichtlich der Kopffreiheit bieten wir eines der klassenbesten Raumangebote“, unterstreicht Michulski. Die Lithium-Ionen-Polymer-Batterie ist zudem platzsparend unter der Rücksitzbank untergebracht und beansprucht auch keinen Platz des Kofferraumvolumens. Das Interieur macht dank der verwendeten Soft-Touch-Materialien einen hochwertigen Eindruck.

Krafvolle Zugmaschine

Nach der umfangreichen Theorie darf nun endlich Platz genommen werden. Bereits im ersten Gang stehen die vollen 265 Newtonmeter zur Verfügung und ermöglichen ein kraftvolles Beschleunigen. Dies dürfte insbesondere für jene Fahrer interessant sein, die den Niro als Zugmaschine einsetzen. Optional gibt es größere Bremsscheiben, einen stärkeren Kühlerventilator und eine abnehmbare Anhängerkupplung. Damit zieht der Niro bis zu 1300 Kilogramm Anhängelast vom Fleck. Laut Michulski ist das „die beste Anhängelast unter den Hybridfahrzeugen“.

Bergauf mit elektrischer Reserve

Wir rollen jedoch zunächst spritsparend im Elektromodus an und merken es fast gar nicht, als sich der Verbrenner dazugesellt. Unaufgeregt und dank des unauffällig agierenden Direktschaltgetriebes nehmen wir Fahrt auf und erreichen schließlich die Autobahn. Hier soll der neue Niro zeigen, was in ihm steckt. Bei 162 km/h Spitze ist allerdings Schluss. Kein Problem, denn die linke Spur ist nicht das vorgesehene Einsatzgebiet des Niro. Auf den Landstraßen fühlt sich der Kia sichtlich wohl. Und der Energieeffizienz-Assistent hilft, bei Bergauffahrten weiteren Sprit zu sparen, indem er den Elektromotor als Unterstützung hinzunimmt. Bergab werden die elektrischen Reserven über die Rekuperation wieder nachgeladen.

Bei drei Ausstattungsvarianten ist selbst die Basisversion keine Sparvariante, geben die Kia-Verantwortlichen mit Verweis auf den Einstiegspreis von 24.990 Euro zu. Doch dafür „geben wir natürlich für den neuen Niro unsere Garantie von sieben Jahren – auch auf die Batterie“, erklärt Geschäftsführer Steffen Cost. Das sollte  Zweifler an der E-Mobilität ins Grübeln bringen. Kia ist es jedenfalls gelungen, mit dem neuen Niro eine weitere Nische zu besetzen.

Kia Niro 1.6 GDI Hybrid

Motoren 1 Benziner, 1 E-Maschiene
Benziner 77 kW/105 PS
E-Motor 32 kW/44 PS
Systemleistung 104 kW/141 PS
Max. Drehmoment 265 Nm
0-100 km/h 11,5 s
Spitze 162 km/h
Verbrauch 3,8 l Super
Co 2-Emission 88 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,36/1,81/1,54 m
Radstand 2,70 m
Preis ab 24.990 Euro

Von Markus Beims

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