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Auto-Test Fit fürs große Abenteuer

Den T Roc nennt Volkswagen ganz bescheiden einen Meilenstein. Zu Recht?

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Langsam, aber sicher . . .

VW T Roc: Wenn es nach den Wolfsburgern geht, soll das kompakte SUV weltweit Menschen mobilisieren – im Alltag und in der Freizeit.

Quelle: Hersteller

Sport Utility Vehicles, kurz: SUVs, sind die Heilsbringer der Autohersteller. Die Fast- oder auch Garnicht-Geländegänger mit der erhöhten Sitzposition und dem ausgeprägten Lifestyle-Touch gehen weg wie geschnitten Brot – unabhängig von Größe und Herkunft. Kein Wunder also, dass alle ein möglichst großes Stück vom immer noch aufgehenden Kuchen abhaben wollen. Experten schätzen, dass sich das Segment in den kommenden zehn Jahren verdoppeln wird. Zeit also für Volkswagen, groß ins Geschäft einzusteigen. Bei der Weltpremiere des neuen Kompakt-SUVs  T Roc am Comer See gab Markenchef Herbert Diess die Marschrichtung vor: „SUVs bewegen nicht nur Menschen, sie bewegen auch die Automobilindustrie.“ Geht der Plan auf, sollen künftig 40 Prozent aller VW-Verkäufe SUVs sein.

Für Lifestyle-affine SUV-Fahrer

Touareg, Teramont, Atlas, Tiguan und jetzt T Roc heißen die Wolfsburger Protagonisten, wobei der Teramont lediglich die chinesische Abwandlung des Atlas ist, der in den USA Marktanteile für VW erkämpfen soll. Mit Ausnahme des Touareg sind all diese Fahrzeuge Produkte jenes genialen modularen Querbaukastens, mit dem man jede Plattform nach Belieben ziehen, zerren, stauchen oder drücken kann. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den kompakten Vertretern dieses Segments zu – weltweit sind die Zuwächse riesig, wohl auch deshalb, weil man es hier mit Fahrzeugen zu tun hat, die sich auch Durchschnittsverdiener leisten können. Und weil der Lifestyle-affine SUV-Fahrer kein unscheinbares Gesicht in der Masse sein möchte, rechnen die VW-Manager fest damit, die Autos massenhaft verkaufen zu können.

Bei der Präsentation des T Roc, der mit einer Gesamtlänge von 4,23 Metern rund 25 Zentimeter kürzer ausfällt als der Tiguan und im November hierzulande auf den Markt kommt, legt selbst ein alter Hase wie Volkswagen-Chefdesigner Klaus Bischoff jede Form von Bescheidenheit ab: „Für mich ist der T Roc ein SUV-Meilenstein, das Herz und die Seele der Marke Volkswagen.“ Bischoff wandelt dafür die alte Designerregel „form follows function“ kurzerhand in „form follows freedom“ um. Denn Mobilität ist nach Wolfsburger Lesart viel mehr als die Möglichkeit, von A nach B zu kommen. Mobilität ist die große individuelle Freiheit: raus aus der Großstadt, rein in den Dschungel –  oder eben umgekehrt.

Mehr Klarheit im Blech

Dafür soll nun der T Roc das ideale Vehikel sein. Die coupéähnliche Dachlinie steht für Dynamik und Sportlichkeit, das Bicolor-Konzept für Individualität. Man darf allerdings davon ausgehen, dass die Fahrer dieses SUVs niemals echten Dschungel unter die Räder nehmen werden. Um das kleine Manko zu kompensieren, hat die Designabteilung gegen den neuen Trend zu mehr Klarheit im Blech die Radhäuser ausgestellt und eine ganze Reihe von Sicken und Kanten eingezogen, frei nach dem Motto: Ich bin der Zeitgeist und dazu noch ein ganzer Kerl. Weil im Dschungel auch Abstandshalter, Spurwechselassistent oder Einparkhilfen weniger gefragt sind, darf man jetzt schlussfolgern, dass der T Roc doch eher für die Stadt und den Asphalt konstruiert ist. Daran ändert auch der optional erhältliche Allradantrieb nichts, der ja auch im Normalverkehr gute Dienste leistet.

Foto: Das Cockpit kann auf Wunsch voll digitalisiert werden.

Das Cockpit kann auf Wunsch voll digitalisiert werden.

Quelle: Hersteller

Hier könnte sich das Kompakt-SUV allerdings zu einem Hit entwickeln, haben die Wolfsburger doch so ziemlich alles an Technologie in das Fahrzeug gepackt, was ihnen zur Verfügung steht. Vieles davon freilich nur über die Aufpreisliste. Zwar spielt das Fahrzeug nach Auskunft von Diess in der 20.000-Euro-Liga, doch wie ein Basismodell tatsächlich aussieht, bleibt vorerst noch ein VW-Geheimnis. Wenn man aber zugrunde legt, was aus anderen Modellen bekannt ist, dürfte da eine Menge vom Golf mit drin- stecken. Was ja nichts Schlechtes ist.

Voll digitalisiertes Cockpit

Wer ein paar Scheine draufpackt, kommt in den Genuss des voll digitalisierten Cockpits mit dem gesamten Instrumentarium an Infotainment- und Fahrerassistenzsystemen. Vieles davon lässt sich ganz modern von einem von Glas überbauten Tablet-Computer bedienen. Ein harter Kontrast dazu ist allerdings das verbaute Hartplastik, da ist man von VW besseres gewohnt.

Vorerst kann der T-Roc-Fahrer zwischen drei Benzinern und drei Dieseln wählen, die jeweils 115, 150 und 190 PS leisten und mit unterschiedlichen Getrieben kombinierbar sind. Bei einem Kofferraumvolumen von 445 Litern (bei umgeklappter Rückbank bis zu 1290 Liter) kann auch der Familienausflug zum ganz großen Abenteuer werden.

Von Gerd Piper

VW T Roc*

Motoren 3 Benziner, 3 Diesel
Diesel 85/140 kW–115/190 PS
Benziner 85/140 kW–115/190 PS
Länge/Breite/Höhe 4,23/1,82/1,57 m
Kofferraum 445–1290 l
Radstand 2,60 m
Getriebe verschiedene Getriebe
Preis ab ca. 20.000 Euro

* viele technische Daten sind noch nicht bekannt

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