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HAZ-Autotest Langsam, aber sicher . . .

Der neue VW Polo ist jetzt mehr als vier Meter lang. Wie gut er sich fährt, verraten wir hier...

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Fit fürs große Abenteuer

Alles neu: Die sechste Generation – hier das Sondermodell „Beat“ – soll die jahrzehntelange Erfolgsgeschichte des VW Polo fortschreiben.

Quelle: Hersteller

Er ist der kleine Bruder des Golf und mit mehr als 14 Millionen verkaufter Einheiten ein echter Weltbestseller: der VW Polo. Jetzt rollt die nunmehr sechste Generation des Kleinwagens auf den Markt, eine völlige Neuentwicklung und erstmals das Produkt des modularen Querbaukastens. Das macht ihn länger, breiter und etwas niedriger, was vor allem den Insassen zugute kommt, denn mit jetzt mehr als vier Metern Länge ist er drauf und dran, dem Segment zu entwachsen. Die Konstrukteure haben ihm eine ganze Menge Technologie aus höheren Fahrzeugklassen mitgegeben, was nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass an einigen Stellen gespart wurde. Mit einem Grundpreis von 12.975 Euro hat man allerdings nur unwesentlich an der Preisschraube gedreht. Bei einem bisschen Mehr an Ausstattung und Technik kann man für den Polo aber auch ganz schnell 25.000 Euro hinblättern.

Dynamisch, sportlich

Die neue Generation sieht dynamischer aus als der Vorgänger. Was zum einen an der gestreckten Silhouette, zum anderen an den Sicken und Kanten liegt, die VW-Chefdesigner Klaus Bischoff auch diesem Modell verpasst hat – ein gern angewandter Kunstgriff, um ein Auto sportlicher aussehen zu lassen. Den Kunden dürfte es gefallen, wer einen Kleinwagen suchte, hat in der Vergangenheit beim Polo immer gern zugegriffen. Jede Generation war bislang erfolgreicher als die vorherige. Vielleicht hat es auch mit daran gelegen, dass in der Winterkorn-Ära der Wunsch nach einer permanenten Steigerung der Qualität zum Credo erhoben worden war.

Kein Premiumeindruck im Inneren

Damit ist zumindest teilweise Schluss. Wie schon beim T Roc fällt auch beim Polo auf, dass hier scharf gerechnet wurde: Die Handgriffe der Innentüren sind aus billigem Plastik, der Instrumententräger der Basisausstattung Trendline ist nicht unterfüttert und die Plastikblende, die sich quer über den Instrumententräger zieht, macht auch nicht unbedingt einen Premiumeindruck. Wer in dem Marktsegment eine führende Rolle spielen will, darf eben nicht zu teuer werden. Durch das neue Cockpitdesign, bei dem sich alle Module auf einer Achse befinden, und eine durchaus nuancierte Farbgebung hinterlässt der Innenraum trotzdem einen ordentlichen Eindruck. In der Volkswagen-Welt heißt das „avantgardistisch“ und ist dann doch etwas hoch gegriffen. Bei der technischen Ausstattung ist man dafür großzügiger gewesen: Vier Türen, LED-Tagfahrlicht mit Coming-Home-Funktion, ein Geschwindigkeitsbegrenzer und das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist inklusive Notbremsfunktion und Fußgängererkennung gehören bereits zur Grundausstattung. Viele Fahrerassistenzsysteme können dazu gebucht werden.

Foto: Das Cockpit lässt sich optional voll digitalisieren.

Das Cockpit lässt sich optional voll digitalisieren.

Quelle: Hersteller

Ganz besonders stolz sind die VW-Leute aber auf ihr voll digitalisiertes „Active Display“, das in der zweiten Generation im neuen Polo seine Weltpremiere feiert, viele individuelle Einstellmöglichkeiten für den Fahrer bietet und mit einer brillanten, glasklaren Durchzeichnung besticht. Leider gibt es das High-tech-Feature, das sich in Verbindung mit dem entsprechenden Infotainmentsystem optisch zu einer wirklich attraktiven Einheit verbindet, nur optional und ist trotz mehrmaligen Durchblätterns der recht umfangreichen Ausstattungsliste nicht aufzufinden. Die Erklärung ist einfach: Frei nach dem Motto „der Weihnachtsmann kommt erst zu Ostern“ ist das Bauteil zwar in den Fahrzeugen für die Pressevorführung eingebaut, im Handel aber noch nicht erhältlich. Im Werbeprospekt für den neuen Polo findet sich zumindest in einer Fußnote der Hinweis: „Setzt zu einem späteren Zeitpunkt ein. Ihr Volkswagen Partner berät sie gern.“

300 Watt starkes Soundsystem

Zu den drei Ausstattungslinien Trendline, Comfortline und Highline gibt es zur Markteinführung noch die Sonderedition Beat, die in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Audio-Spezialisten Beats entstanden ist und über ein 300 Watt starkes Soundsystem verfügt, was vor allem jüngere Kunden ansprechen dürfte. Die sportliche R-Line und die GTI-Version des Polo werden nachgereicht. Das gilt auch für eine ganze Reihe Motoren, denn gestartet wird vorerst mit drei Dreizylinder-Benzinern mit 65, 75 und 95 PS. Die entfachen zwar kein Feuer, gehören aber laut Hersteller zu den beliebtesten Leistungsstufen in dieser Fahrzeugklasse.

Ein Auto für den Alltag

Zum Jahresende folgen dann  noch drei Benziner, zwei Diesel und eine Erdgasvariante, die ein Leistungsspektrum von 80 bis 200 PS abdecken. Die Selbstzünder bringen es auf 80 und 90 PS. Letzteres wird auch der Erdgasmotor leisten. Fahrtechnisch ist der neue Polo unauffällig, kein Wunder bei der zurückhaltenden Leistung der Anfangsmotorisierungen. Er lenkt sauber ein, hält die Spur und verhält sich in jeder Situation gutmütig. Ein Auto für den Alltag, das keine hohen Ansprüche stellt. Was will man mehr?

Von Gerd Piper

VW Polo

Motoren 3 Dreizylinder-Benziner
Leistung 48/70 kW–65/95 PS
Max. Drehmoment 95–175 Nm
0–100 km/h 10,8–15,5 s
Spitze 164–187 km/h
Verbrauch 4,4–4,7 l Super
CO 2-Emission 101–108 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,05/1,95/1,46 m
Kofferraum 351 l
Radstand 2,55 m
Getriebe 5-Gang, 7-Gang (DSG)
Preis 12.975 bis 20.650 Euro

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