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Von Sinn und Sinnlichkeit

BMW M2 Coupé Von Sinn und Sinnlichkeit

Pure Kraft und Dynamik: Mit dem neuen M2 Coupé präsentiert der bayerische Automobilhersteller BMW einen hochemotionalen Sportwagen in der Kompaktklasse.

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Lässigkeit und Leistung

Fahrspaß pur: Spektakuläre Drifts sollten sich M2-Coupé-Fahrer allerdings für die Rennstrecke aufheben.

Quelle: Hersteller

Wenn sich die M GmbH eines der Modelle aus der Großserienproduktion von BMW annimmt, dann schwindet zumeist der Sinn zugunsten der Sinnlichkeit. Dreizylinder oder Frontantrieb, beim 2er als Active Tourer immerhin so etwas wie eine Revolution, zählen hier nicht. Vielmehr konzentriert man sich auf das Wesentliche: Leistung. Die äußert sich nicht nur in der Höhe der PS, sondern im Gesamtpaket. Das Ergebnis sind Produkte, die zwar kein Mensch braucht, aber sie folgen dem Lustprinzip und machen sich damit begehrlich. Jetzt haben sich die Ingenieure das 2er Coupé vorgenommen. Entwicklungsleiter Dirk Häcker ist sicher: „Es ist das Auto, auf das viele gewartet haben.“

Hochleistungssportwagen für Autofans

Ob Häcker recht hat, sei einmal dahingestellt. Tatsache ist aber: Im vergangenen Jahr hat BMW rund lupenreine 35.000 M-Modelle verkauft und noch einmal rund 28.000 Fahrzeuge aus der etwas milderen M-Performance-Reihe. Da die Autos ohne Ausnahme teuer sind, muss die Idee, aus Serienmodellen Hochleistungssportwagen zu konstruieren, eine Menge Freunde haben. So gesehen ist das Risiko für das M2 Coupé sehr gering.

Agressives Fahrzeugdesign

Schon optisch ist der Wagen ziemlich laut: große Lufteinlässe, breite Radhäuser, dicke Schürzen, 19-Zoll-Räder. Nicht die Eleganz eines Coupés ist die Botschaft, sondern Aggressivität – was tatsächlich nicht schlecht aussieht und auch schon von Designern anderer Premiummarken goutiert worden ist. Die Proportionen stimmen einfach und passen zum Anspruch, auch auf der Rennstrecke eine gute Figur zu machen. Auch der Rest an diesem Fahrzeug ist auf Hochleistung getrimmt. Dafür haben die Ingenieure dem kleinen BMW nicht nur einen kräftigen Sechszylinder mit 370 PS und einem Drehmoment von 465 Newtonmetern spendiert, das sich im Overboost auf 500 Newtonmeter steigern lässt. Sie haben auch das Fahrwerk dank vieler Anleihen aus dem Rennsport optimiert und hier vor allem die Führung der Lenkung an der Vorderachse.

BMW verpasst dem 2er Coupé einen 370 PS starken Sechszylinder und adelt es zum M2.

Quelle: Hersteller

Hochleistungsmaschine liebt Kurven

So wird aus dem M2 Coupé für den Fahrer ein absolutes Präzisionswerkzeug. Das laute Blubbern der Maschine, die spotzenden Zwischengasstöße beim Herunterschalten, die beeindruckende Beschleunigung von 4,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, das alles tritt in den Hintergrund, wenn man zum ersten Mal erlebt, wie dieses Auto um die Kurven geht, wie feinfühlig es sich dirigieren lässt und auf das reagiert, was der Fahrer von ihm will. Mit jeder neuen Kurve nimmt die Begeisterung Züge von geradezu poetischen Ausmaßen an.

Okay, vermutlich eröffnet sich diese Poesie einer Hochleistungsmaschine nicht auf Anhieb jedem Menschen. Aber es gibt sie. Wenn man beispielsweise die berühmte Korkenzieherkurve auf dem Racetrack in Laguna Seca richtig anfährt, anbremst, einlenkt und ins scheinbare Nichts zu fallen scheint, wenn das Auto nicht wie ein Rennpferd nervös auf der Hinterachse herumtänzelt, sondern genau das tut, was man will, dann möchte man diese Sekunden aus der Zeit herausnehmen, sie verlangsamen und in Zeitlupe gießen, um sie immer wieder vor dem inneren Auge abspielen zu können. Nicht weil man diese Kurve gemeistert hat – das war vermutlich eher ein Zufall –, sondern weil es dank der Maschine zu einem perfekten Moment wurde. Man hat die Maschine und damit den Moment beherrscht, aber erst die Maschine hat es möglich gemacht.

Nach Herzenslust driften

Weil ein hohes Maß an Traktion und Fahrstabilität in manchen Situationen gar nicht so sehr erwünscht ist, verfügt das M2 Coupé über ein elektronisches Differential, das auf Knopfdruck mehr Schlupf zulässt. Damit erweitert sich der „Spielraum im fahrdynamischen Grenzbereich“, wie es BMW etwas technokratisch ausdrückt. Auf gut Deutsch bedeutet das: Der Fahrer kann jetzt die Sau rauslassen und nach Herzenslust driften, eine Funktion, die derjenige, der klug ist, auf die Rennstrecke beschränkt. Denn nicht jeder ist ein Driftkönig wie Youtube-Star Ken Block.

Das ideale Spielzeug für große Jungs

Zum Serienumfang zählen neben dem Differenzial an der Hinterachse auch das Sechsgang-Handschaltgetriebe und die elektromechanische Lenkung mit zwei Kennlinien. Optional werden unter anderem ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe mit Rennstartfunktion (3900 Euro) oder auch das M Driver’s Package angeboten. Damit steigt die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h auf 270 Sachen, außerdem gibt es einen Gutschein für ein Rennstreckentraining. Eine GoPro-App und ein Laptimer machen aus dem M2 Coupé dann endgültig das ideale Spielzeug für die großen Jungs. Geld müssen sie aber haben – mindestens 56.700 Euro!

Von Gerd Piper

Daten

Motor: Sechszylinder-Turbo-Benziner

Leistung: 272/370 kW/PS

Getriebe: Sechsgang-Handschaltgetriebe

Max. Drehmoment: 465 Nm

CO 2-Emission: 199 (185*) g/km

Beschleunigung: 4,5 (4,3*) s

Höchstgeschwindigkeit: 250–270 km/h

Länge/Breite/Höhe: 4,47/1,85/1,41 m

Verbrauch: 8,5 (7,9*) l Super

Kofferraum: 390 l

Preis: ab 56.700 Euro

* Werte für Doppelkupplungsgetriebe

Fazit:

↑ toller Sportwagen mit Rennstreckengenen

↓ sehr teuer, innen beengt

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