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Zwischen Lust und Last

Der Toyota Proace Verso im Test Zwischen Lust und Last

Mit dem Proace Verso schickt Toyota eine variable Alternative im Segment der Familientransporter an den Start. Eine Probefahrt ...

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Toyota Proace Verso: Da rollt die japanische Konkurrenz zu Bulli & Co. heran.

Quelle: Hersteller (4)

Wenn sich mit Toyota der größte Autokonzern der Welt anschickt, ein neues Modell vorzustellen, lohnt sich ein Besuch allemal. Dass die Testfahrt mit dem Lastenesel Proace und dem Familien- und VIP-Shuttle Proace Verso allerdings nicht vor schönem Alpenpanorama stattfindet, sondern auf dem Kölner Großmarkt startet, hat ebenfalls einen gewissen Charme. „Wir sprechen gewerbliche und private Kunden gleichermaßen an“, begründet Rainer Lücke vom Toyota-Produktmarketing den ungewöhnlichen Treffpunkt. Schließlich haben die Japaner nicht nur Familien- und Freizeitsportler, sondern auch rund 1,3 Millionen Handwerksbetriebe in Deutschland im Visier. Dabei gilt zunächst einmal: „Der Proace-Transporter ist praktisch, der Proace Verso chic und wohnlich“, so Lücke kurz und knapp. Zwischen Last und Lust, zwischen Paket- und Personen-Transport schlägt der Proace seine Brücke. Die Konkurrenz von VW-Bus und Mercedes-V-Klasse dürfte demnach ebenfalls hinschauen.

Ein Auto, drei Varianten

Die Variationsoptionen beim Verso beginnen bereits bei der Wahl der Fahrzeuglänge. Kompakt, Medium und Lang nennen sich diese simpel. Es folgt die Entscheidung für eine der drei Ausstattungsvarianten Shuttle, Family oder VIP. Während der Verso in den Versionen Shuttle und Family mit allen drei Karosserievarianten kombinierbar ist, behält sich die VIP-Ausstattung die Medium- und Lang-Versionen vor. So weit, so gut, schließlich muss auch noch aus den fünf Antriebsvarianten [95-PS-Diesel mit Fünfgang-Automatik oder Sechsgang-Automatik erhältlich] mit vier verschiedenen Leistungsstärken ausgewählt werden. Zwischen 95 und 177 PS leisten die Dieselaggregate mit 1,6- bzw. 2,0-Liter-Motoren.

Großiges Raumangebot

Bereits in der kompakten Version mit 4,61 Metern Länge bietet der Verso ein angemessenes Verhältnis zwischen Außenabmessungen und Raumangebot. Auch in der Einstiegsversion finden bis zu neun Personen in drei Sitzreihen Platz. Die Bestuhlung lässt sich dabei je nach Platzbedarf falten, klappen oder ganz ausbauen. Bei 35 300 Euro beginnt der Familienspaß in der kurzen Shuttle-Variante und dem 116-PS-Selbstzünder. Für den 90-PS-Einstiegsdiesel stehen zum Marktstart am 17. September noch keine Preise fest. Am anderen Ende der Skala rangiert zu einem Preis ab 52.900 Euro die 5,31 Meter lange VIP-Version, die mit fünf Einzelsitzen und Klapptisch im Fond gar zum noblen Konferenzmobil umgestaltet werden kann. Das 2,0-Liter-Topaggregat mit 177 PS ist mit einer Sechsgang-Automatik gekoppelt und verfügt zudem über ein Start-Stopp-System. Angemessen motorisiert ist man allerdings auch schon mit der 150-PS-Variante unterwegs, deren Preisliste bei familienfreundlicheren 38.950 Euro beginnt.

Im dichten Stadtverkehr schwimmt der Verso wie ein gewöhnlicher Pkw ganz normal mit, erst auf kurvigen Landstraßen spürt der Fahrer einen Unterschied zu Limousine oder Kombi. Die Geräuschdämmung ist dabei tadellos und lässt durchaus Gespräche in normalem Tonfall zu. Die von uns ebenfalls gefahrene Transporter-Variante (ab 20.900 Euro netto/plus Mehrwertsteuer) fällt hier natürlich etwas ab und verfügt nicht über dieselbe Reduzierung der Außengeräusche. Apropos außen. Die Optik des Verso kann durchaus gefallen. Bereits in der mittleren Family-Version sind serienmäßig lackierte Stoßfänger, eine Chromumrandung am unteren Lufteinlass, Nebelscheinwerfer und eine separat aufklappbare Heckscheibe dabei. Ein größeres Augenmerk dürften viele Interessenten allerdings auf die inneren Werte legen. Hier können sich bis zu neun Personen tummeln, die mit zahlreichen Ablagemöglichkeiten, Türfächern und Getränkehaltern auch längere Fahrten komfortabel überstehen. Zur aufpreispflichtigen Wunschausstattung zählen unter anderem die per Fußbewegung aktivierbaren seitlichen, automatischen Schiebetüren und das Panorama-Glasdach. Ein Allradantrieb, der auf matschigen Baustellen oder im Winter den Vortrieb sichern könnte, ist allerdings nicht erhältlich.

Sicher unterwegs mit dem Toyota-Safety-Sense-System

Großen Wert legen die Toyota-Verantwortlichen auf die fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest für Transporter und Familienausführung. Auf Wunsch kann zudem das Toyota-Safety-Sense-System geordert werden, das mit einer Kombination aus Radar-Technologie und Kameras kritische Situationen frühzeitig erkennen soll. Beim gewerblich genutzten Proace bewirken Wartungsintervalle von 40.000 Kilometern günstige Unterhaltskosten.

Fazit: Mit seiner ansprechenden Auswahl an Karosserie- und Ausstattungsvarianten stellt der Toyota Proace Verso eine gelungene Alternative zu den Platzhirschen VW-Bus und Mercedes-V-Klasse dar. Das Image der Mitbewerber muss er sich allerdings erst noch erarbeiten.

Von Markus Beims

Toyota Proace Verso

Motoren 4 Diesel
Leistung 70/130 kW-95/177PS
max. Drehmoment 210-400 Nm
0-100 km/h 10,1-15,9 s
Spitze 145-170 km/h
Verbrauch 5,1-6,0 l Diesel
CO 2-Emission 133-159 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,61/1,92/1,91 m
Länge/Breite/Höhe 4,96/1,92/1,89 m
Länge/Breite/Höhe 5,31/1,92/1,89 m
Kofferraum 224-2932 l
Radstand 2,93-3,28 m
Preis 35.300 bis 52.900 Euro

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