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Freude am Sparen

BMW 225xe und 330e im HAZ-Test Freude am Sparen

Viel Fahrspaß bei kleineren Kosten: BMW drängt mit zwei Plug-in-Hybriden auf den Markt, einer davon mit Allrad ausgestattet. Künftig setzt der Münchner Konzern auch im 7er auf den alternativen Antrieb.

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Der BMW 225xe: Die Bayern setzen verstärkt auf den Plug-in-Antrieb und rüsten damit auch den neuen 2er (Foto) oder den 3er aus.

Quelle: Hersteller

Das hehre Ziel von einer Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen bis zum Jahr 2020, das sich Politik und Automobilhersteller gesetzt haben, wird sicherlich nicht erreicht werden. Doch die Plug-in-Hybrid-Varianten als Brückentechnologie gewinnen immer mehr an Bedeutung und führen den Autofahrer in wohldosierten Schritten an die anfangs kritisch beäugte Elektromobilität heran. So ist es keine Überraschung, dass BMW jüngst mit dem 225xe und dem 330e gleich in zwei verschiedenen Segmenten neue Modelle präsentierte. Und im Sommer 2016 hält der Plug-in-Hybrid sogar Einzug in die Luxuslimousine der Münchener, den BMW 7er.

"Elektormobilität ist Gegenwart"

Dass sich Sparsamkeit und Fahrspaß keinesfalls ausschließen müssen und sich die von BMW propagierte „Freude am Fahren“ auch im Elektromodus erleben lässt, dürfte die wichtigste Erkenntnis sein, die Autofahrer „beim ersten Mal“ in einem elektrisch angetriebenen Fahrzeug erleben. Und diese Erkenntnis wirkt beruhigend, denn ein Zurück gibt es nicht mehr. Die Befürchtung, des Deutschen liebstes Kind könnte eines Tages nur mehr ein schnödes, dahinsäuselndes Fortbewegungsvehikel sein, das einen emotionslos von A nach B bringt, bewahrheitet sich glücklicherweise nicht. „Die Elektromobilität ist keine Zukunftsvision mehr – sie ist Gegenwart“, sagt Dr. Michael Ratz, verantwortlich für Bauteil- und Antriebsstrang-Entwicklung bei BMW.

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Technikeinzug ins Kerngeschäft

Und damit sich immer mehr Autofahrer für diese Art der Fortbewegung begeistern, bietet BMW den Plug-in-Hybrid nun als 330e (185 kW/252 PS – ab 43 500 Euro) auch in seinem Kerngeschäft, der 3er-Baureihe, an. Für den aktiven Wochenendausflügler mit seinen Sportgeräten, die junge Familie, aber auch die sogenannten Silver Ager ist insbesondere der BMW 225xe gedacht. Ein Jahr nach Einführung der 2er-Baureihe verfügt der „Active Tourer“ nicht nur über die Plug-in-Hybrid-Technik, er ist zudem mit einem Allradantrieb ausgerüstet. Dafür stehen das x (Allrad) und das e (Elektromotor). „Mehr Kontraktion und Dynamik“, verspricht sich davon Patrick Müller, Chef der Kompaktklassen-Hybrid-Modelle bei BMW. Als knauserig darf sich der Interessent jedoch nicht entpuppen, denn die Preisliste beginnt bei stolzen 38 700 Euro. Als Gegenleistung erhält der Käufer einen Dreizylinder-Verbrennungsmotor mit 100 kW/136 PS und einen Elektromotor mit 65 kW/88 PS.

Sparen auf der Überholspur

Die maximale Systemleistung von 165 kW/224 PS hat uns auch auf den flotteren Autobahnetappen überzeugen können. Die 385 Newtonmeter Systemleistung sind durchaus eine Ansage. Beim Ampelspurt braucht sich der 225xe ebenso wenig zu verstecken wie beim schnellen Überholvorgang auf der Autobahn. Aber für sinnlose Ampelspurts wird den 225xe sicherlich niemand gebrauchen. Vielmehr geht es darum, Sparsamkeit zu leben, um möglichst nah an den Normverbrauch von gerade einmal 2,1 Litern/Super heranzureichen. Da wird der Tankwart nicht zum besten Freund.

Unkompliziert aufgetankt

Das Stromtanken soll unterdessen recht unkompliziert erfolgen. In nur drei Stunden und 15 Minuten wird die Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie des 225xe an der normalen Haushaltssteckdose aufgeladen, verspricht der Hersteller. Mit der BMW i Wallbox soll dies noch eine Stunde flotter funktionieren. Diese Zeit nehmen wir uns nicht, vielmehr spielen wir während der Fahrt mit den drei Elektromodi (Auto eDrive, Max eDrive, Save Battery) und stellen fest, dass insbesondere die Rekuperation, also die Energierückgewinnung beim Bremsen, unseren Ehrgeiz anstachelt. Und auch vorm Ortsschild geht der Fuß früher vom Gas, denn sowohl beim Bremsen als auch beim Gaswegnehmen wird Strom gewonnen und der Akku aufgeladen. „Intelligentes Energiemanagement“ nennt BMW das. So macht Sparen richtig Spaß.

Ideales Fahrzeug für Pendler

Die Hauptzielgruppe an der Elektromobilität sind bislang noch Stadtbewohner und Menschen aus dem Umland einer Metropole. „Studien haben gezeigt, dass ein Großteil der Pendler maximal 30 Kilometer pro Strecke zur Arbeit fährt“, erklärt Ratz. Wird das Auto dort an die Steckdose angeschlossen, fährt man auch zum Feierabend rein elektrisch heimwärts. „Im Idealfall pendeln Sie unter der Woche komplett emissionsfrei“, so Ratz, denn der 225xe soll bis zu 40 Kilometer rein elektrisch fahren können. Und wer dann am Wochenende zum längeren Ausflug startet, nutzt einfach den Verbrennungsmotor.

Ein halber Testtag genügt, um uns vom Plug-in-Hybriden zu überzeugen. Für die Kurzstrecke setzen wir auf den E-Motor, Überland nutzen wir auch den Verbrennungsmotor und beim starken Beschleunigen kommt die Kraft beider Aggregate zur Geltung. Die Freude am Fahren ist durch den Plug-in-Hybriden kein bisschen beschränkt worden. Ganz im Gegenteil. Hinzu kommt jetzt noch die Freude am Sparen.

Von Markus Beims

BMW 225xe

Motoren : 1,5-Liter-Benziner, 1 E-Motor

Leistung: Benziner 100 kW/136 PS

Leistung: E-Motor 65 kW/88 PS

Systemleistung: 165 kW/224 PS

Max. Drehmoment: 220 + 165 Nm

Verbrauch: 2,1 l Super/11,9 kWh

CO2 : 49 g/km

Spitze: 202 km/h

Länge/Breite/Höhe : 4,34/1,80/1,56 m

Kofferraum : 400–1350 l

Preis ab: 38.700 Euro

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