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Minisportler zum Liebhaben

Fiat-Tuner Abarth im Test Minisportler zum Liebhaben

Fiat-Tuner Abarth schickt mit dem 595 und 695 biposto Kleinstwagen mit ordentlichem Leistungsüberschuss auf die Straße.

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Der etwas andere Fiat 500: Schon an den roten Bremssätteln und der Frontschürze ist die Abarth-Version zu erkennen.

Quelle: Hersteller (4)

„Die spinnen, die Italiener“, möchte man in Anlehnung an Asterix & Obelix rufen. Wer sonst könnte auf die Idee kommen, bis zu 190 PS in eine rasende Knutschkugel wie den Fiat 500 zu pressen? So viel Zaubertrank steckt nämlich im baugleichen Abarth 695 biposto, dem stärksten Ableger der italienischen Tuningschmiede, die seit 1971 zu Fiat gehört und nach Jahren des Dahinsiechens 2007 wiederbelebt wurde. „Fahrspaß lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken“, erklärt Alexander Albrecht, Business Manager Abarth, und bittet zur Probefahrt. Mit seinen nur zwei Sitzen – daher der Name biposto – der offenen Schaltkulisse, den aus dem Rennsport entnommenen “McDonalds-Fenstern“ (O-Ton Albrecht) und nicht zuletzt der überdimensionierten Leistung ist der Abarth 695 biposto im Kleinstwagen-Segment konkurrenzlos. Wie auch der Einstiegspreis von 39.900 Euro.

„Der 595 weckt andere Emotionen“

Um es gleich vorweg zu sagen: Die  190-PS-Version stand uns leider nicht zur Verfügung. Deshalb wendeten wir uns zunächst den drei zivileren Versionen des Abarth 595 zu. Als Einstiegsversion – die Bezeichnung Normalversion wird dem Kleinstsportler nicht gerecht –, Turismo und Competizione deckt der 595 eine Leistungsspanne von 145 bis 180 PS ab. Mit Preisen ab 18.290 Euro kann sich der 595-Fahrer bereits deutlich vom Fiat 500 absetzen, ohne dafür Haus und Hof opfern zu müssen. Nach dem Fiat-500-Facelift Anfang 2016 sind nunmehr auch die Abarth-Ableger optisch angepasst worden. Immerhin knapp 2000 Einheiten wurden laut Abarth-Manager Albrecht 2016 hierzulande an den Mann gebracht. Falsch. Die Mehrzahl der 595-Käufer sind Frauen. Für 2017 erhofft sich Albrecht die Verkaufszahl von 2500 plus X. Als Ansprechpartner stehen in Deutschland zwei Abarth-Exklusiv-Händler und 120 Fiat-Händler zur Verfügung. Und noch eine Zahl lässt aufhorchen. Auf fünf verkaufte Fiat 500 kommt mittlerweile ein Abarth 595. „Ein 595 weckt nun mal ganz andere Emotionen“, sagt Albrecht.

Abarth-Cabriolet – ein echter Hingucker

Mit der mittleren 165-PS-Variante rollen wir mit geöffnetem Verdeck vom Hof. Jede der drei 595-Versionen ist auch als Cabriolet erhältlich (Aufpreis 2600 Euro), und so nutzen wir einen der letzten sonnigen Herbsttage für eine flotte Oben-ohne-Fahrt. Natürlich ist das Abarth-Cabriolet im öffentlichen Straßenverkehr sofort ein echter Hingucker. Oder schauen die anderen Verkehrsteilnehmer nur deshalb so skeptisch, weil wir mit offenem Verdeck einer großen schwarzen Regenwolke entgegeneilen? Bei knapp 170 km/h pfeift der Wind schon ganz gewaltig, und wir gehen besser vom Gas, wenngleich der Abarth 595 Turismo gerne noch mehr zeigen würde.
Bei gemächlichem Landstraßentempo lässt es sich gut aushalten, das Fünfgang-Schaltgetriebe flutscht problemlos, und beim Herunterschalten vor der nächsten Ortschaft lässt auch der Auspuffklang erahnen, dass hier kein biederes Alltagsauto unterwegs ist. Am kernigsten klingt natürlich die Competizione-Version mit der Abgasanlage Record Monza. „Der Neidfaktor beim 595 tendiert trotz seiner Optik und Leistung gegen null“, meint Abarth-Manager Albrecht. Vielmehr würde er bei Außenstehenden Sympathiewerte hervorrufen. Große Menschenaufläufe stellen wir zwar nicht fest, doch neugierige Blicke zieht der 595 zahlreich auf sich.

Foto: Das Cockpit ist sportlich: Mit der offenen Schaltkulisse (rechts) setzt der Tuner noch eins drauf.

Das Cockpit ist sportlich: Mit der offenen Schaltkulisse (rechts) setzt der Tuner noch eins drauf.

Quelle: Hersteller
Kleiner Italiener zum Liebhaben

Dem dürfte angesichts der sportlichen Optik und des klangvollen Auspuffsounds nichts im Wege stehen. Prollig geht anders. Der Abarth 595 dagegen ist eher ein Minisportler zum Liebhaben, dessen zweiter Vorname Adrenalin lauten könnte. Solche Emotionen löst auch der große Bruder Abarth 124 spider aus. Der 170 PS starke Zweisitzer (ab 40.000 Euro), dessen Basis der Mazda MX-5 ist, vermag sich optisch ebenfalls deutlich vom dezenteren Familienmitglied Fiat 124 abzusetzen. Wo Abarth draufsteht, ist das gewisse Etwas an Emotion und Fahrspaß eben deutlich spürbar.

Von Markus Beims

Abarth 595/695 biposto

Motoren 4 1,4-Liter-Vierzylinder
Leistung 107/139 kW–145/190PS
Max. Drehmoment 206–270Nm
0-100 km/h 5,9–8,0s
Spitze 205–230km/h
Verbrauch 5, –6,2 l Super
CO 2-Emission 134–145 g/km
Länge/Breite/Höhe 3,66/1,63/1,49 m
Kofferraum 185–610 l
Radstand 2,30 m
Getriebe Fünfgang-Handschalter, Sechsgang-Automatik

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