Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Selbstbewusster Spanier

Der neue Seat Ibiza im Test Selbstbewusster Spanier

Mit dem neuen Ibiza greift Seat in der Kleinwagenklasse nicht nur die hausinternen Konkurrenten eindrucksvoll an. Bitte Platz nehmen zu einer Testfahrt am Mittelmeer ...

Voriger Artikel
Langsam, aber sicher . . .
Nächster Artikel
Vom Künstler zum Alleskönner

Zwei Ibiza auf Ibiza: Traditionell stellt Seat den Kleinwagen auf der namengebenden Insel im Mittelmeer vor.

Quelle: Hersteller

In einer Zeit, in der das SUV in nahezu allen Größenordnungen und Preissegmenten das Handeln der Autokonzerne bestimmt, stellt Seat mit der fünften Generation des Ibiza einen modernen und selbstbewussten Kleinwagen vor. Ein Segment, das sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Seit 1984 rollt der Spanier weltweit über die Straßen und hat mit rund 5,4 Millionen Einheiten eine beachtenswerte Erfolgsstory hingelegt. Und noch eine weitere Zahl lässt aufhorchen. „Von den 700.000 in Deutschland verkauften Ibiza sind noch immer 400.000 hierzulande unterwegs“, erläutert Bernhard Bauer, Geschäftsführer Seat Deutschland. Daraus lässt sich schließen: Wer seinen Ibiza liebt, der bleibt ihm gern und lange treu.

Nun allerdings könnte es für die Fahrer eines älteren Ibiza-Modells durchaus einen Grund geben, über eine Neuanschaffung nachzudenken. Der erstmals auf der modularen Konzernplattform MQB-A0 rollende Kleinwagen macht in Sachen Design und Ausstattung einen großen Schritt nach vorn. „Der neue Ibiza ist im Innenraum erwachsener geworden“, sagt Geschäftsführer Bernhard Bauer. Bitte Platz nehmen zu einer ersten Testfahrt.

Wohlfühlen auch auf der Rückbank

Auf den vorderen Sitzen fühlen sich Fahrer und Beifahrer wohl, doch auch auf der Rücksitzbank lässt es sich aushalten. Ohnehin wird der neue Ibiza ausschließlich als Fünftürer angeboten. Zudem stehen für verschiedene Ansprüche vier Ausstattungslinien zur Wahl. Hierbei werde „Style“ die am häufigsten nachgefragte Ausstattung werden, erwarten die Seat-Verantwortlichen. Bereits in dieser zweiten Linie sind LED-Tagfahrlicht und -Heckleuchten an Bord.

Schwungvoll durch die Serpentinen

Wir testen allerdings zunächst die sportliche FR-Variante. Diese überzeugt nicht nur mit inneren Werten wie einem serienmäßigen Sportfahrwerk, auch äußerlich unterscheidet sich diese Version von ihren braveren Geschwistern. Heckdiffusor, die optionalen 18-Zoll-Leichtmetallräder und verchromte Auspuffendrohre machen den kleinen, aber feinen Unterschied. Mit dem Leergewicht von 1140 Kilogramm hat der 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 115 PS und Sechsgang-Schaltung keinerlei Probleme. Wir gieren geradezu nach engen Kurven und werden erhört. Schwungvoll nehmen wir die ersten Serpentinen, müssen bei der nächsten Steigung allerdings einen Gang runterschalten, um nicht an Elan zu verlieren. Egal, wir sitzen schließlich in einem Kleinwagen, der seine Bestimmung vor allem als Zweitauto in der Stadt findet. Dort spielt der neue Ibiza seine Vorzüge aus. Erneut sind es enge Kurven und kurze Parklücken, die der Spanier ohne Probleme meistert. Wer es noch sportlicher mag, muss zur 150-PS-Version greifen. Diese ist ausschließlich in der Topausstattung FR erhältlich und schlägt mit mindestens 21.090 Euro zu Buche.

Foto: Auf dem aktuellen Stand: Im neuen Ibiza können die Insassen moderne Infotainmentsysteme nutzen. Das Interieur überzeugt optisch und haptisch.

Auf dem aktuellen Stand: Im neuen Ibiza können die Insassen moderne Infotainmentsysteme nutzen. Das Interieur überzeugt optisch und haptisch.

Quelle: Hersteller

Basisversion des neuen Seat Ibiza ist ein 65-PS-Benziner mit Fünfgang-Schaltgetriebe ab 12.490 Euro. Eine Elektroversion ist nicht erhältlich, doch mit der ab Oktober bestellbaren CNG-Erdgasvariante setzt Seat auf einen Antrieb, der bereits in Vergessenheit geraten schien. Abgesehen von der Reichweite von mehr als 1300 Kilometern sind auch die finanziellen Anreize beachtlich. Neben den 3000 Euro Umweltprämie bietet Seat zusätzliche 2000 Euro als Zukunftsprämie an. „Der Diesel spielt nicht die große Rolle beim Ibiza“, erklärt Geschäftsführer Bauer, wenngleich drei Selbstzünder nachgereicht werden. Allerdings würden ungeachtet der aktuellen Umweltdiskussionen ohnehin nur rund 10 Prozent der Käufer darauf zurückgreifen, erwarten die Verantwortlichen.

sportives Design als Kaufanreiz

Außer den Fahreindrücken spielt das sportive Design des neuen Ibiza eine bedeutende Rolle, um junge Käufer anzusprechen. Die Zeiten, in denen Stadtautos bieder und funktional daherkamen, sind längst passé. Und auch technische Features und Assistenzsysteme haben wie selbstverständlich Einzug in den Kleinwagen gehalten. Mit einem Kofferraumvolumen von 355 Litern lassen sich zwar keine Umzüge durchführen, doch für den wöchentlichen Einkauf oder das lange Wochenende zu zweit steht ausreichend Stauraum zur Verfügung.

Der neue Ibiza verkörpert zudem das neue Selbstwertgefühl der Spanier. „Die Sorgenkindrolle im Konzern sind wir seit zwei Jahren los“, heißt es hinter vorgehaltener Hand –  doch ohne dabei mit dem Finger auf andere Marken zu zeigen. Und wer glaubte, der Kleinwagen sei eine aussterbende Spezies in einer Welt voller SUV, der darf sich nach den Vorstellungen der Seat-Verantwortlichen bei einer Probefahrt gern eines Besseren belehren lassen.

Von Markus Beims

Seat Ibiza

Motoren 5 Benziner
Leistung 48–110 kW/65–150 PS
Max. Drehmomen t 95–250 Nm
0–100 km/h 7,9–15,2 s
Spitze 162–215 km/h
Verbrauch 4,7–4,9 l Super
CO 2-Emission 106–112 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,06/1,78/1,44 m
Leergewicht 1091–1184 kg
Radstand 2,56 m
Getriebe 5-Gang-, 6-Gang-Schaltung, 7-Gang-DSG
Preis ab 12.490 bis 21.090 Euro

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus HAZ-Autotests