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Ein Porsche als Kombi

Porsche im HAZ-Autotest Ein Porsche als Kombi

Cleverer Zug: Die Schwaben ergänzen den Panamera um einen Sport Turismo und gehen mit mehr Platz auf Kundenfang.

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Quelle: Hersteller

Tabubrüche haben in der Automobilbranche eine gewisse Tradition. Vor allem den Sportwagenherstellern wurde immer wieder abverlangt, dass sie über ihren eigenen Schatten springen, um neue Geschäftsfelder zu erschließen und damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Bei Porsche waren es vor allem Wasserkühlung und Diesel, die eingefleischte Fans der Marke in Aufruhr versetzten. Und dass ausgerechnet die massigen SUVs zum Verkaufsschlager aus Zuffenhausen aufstiegen, dürfte immer noch den einen oder anderen irritieren. Jetzt bringen die Sportwagenbauer aus Schwaben mit dem Panamera Sport Turismo ihren ersten Kombi auf den Markt.

Schnittigen Fünftürer mit neuer Karosserie

Porsche spricht beim Sport Turismo von einem ganz neuen Auto, was in gewisser Weise in die Irre führt. Zwar ist bei dem schnittigen Fünftürer ab der B-Säule tatsächlich alles neu, doch bezieht sich das lediglich auf die Karosserie. Unterm Blech findet man die neue Generation des Panamera: Plattform, Motoren, Technik – alles wie gehabt. Mit einer kleinen Ausnahme im Innenraum: Erstmals bieten die Schwaben den sportlichen Luxusliner als Vier-plus-eins-Sitzer an (= ein Platz mehr auf der Rücksitzbank), sozusagen ein Zugeständnis an eventuell neue Kundenkreise für das Segment, zu denen dann Familien mit Kindern zählen könnten.

Foto: Hinten mehr platz: Der Fond kann um eine dreisitzige Rückbank erweitert werden.

Hinten mehr platz: Der Fond kann um eine dreisitzige Rückbank erweitert werden.

Quelle: Hersteller

Das Wort Kombi hören sie übrigens bei Porsche nicht so gern. Vielmehr sieht man sich mehr beim Shooting Brake angesiedelt, auch wenn die Linienführung bei Porsche längst nicht so mutig wie die von Mercedes ist. Macht aber nichts, denn in sich ist das Konzept überaus schlüssig. Ganz im Stil des Sportwagenbauers zählt dazu auch, dass man zwar die Ladekante abgesenkt, aber mit einem Mehr von gerade einmal 50 Litern an Kofferraumvolumen im Vergleich zur Limousine hier nur unwesentlich zugelegt hat. Der Kundschaft dürfte es vermutlich ziemlich egal sein, denn die will den Lifestylelaster. Und da spielt die Größe des Gepäckraumvolumens nur eine untergeordnete Rolle.

"Baut es!"

Dass man sich überhaupt für den Sport Turismo entschieden hat, lag an der überaus positiven Resonanz auf das Concept Car, das Porsche vor fünf Jahren auf dem Pariser Automobilsalon präsentierte. Baureihenleiter Gernot Döllner: „Die Resonanz in der Presse war überschwänglich und die Kunden haben uns zugerufen: ,Baut es!’“ So ist es dann geschehen. Was dabei herausgekommen ist, kann sich wie immer bei diesem Hersteller sehen lassen: Qualität auf höchstem Niveau, gediegener Luxus beim Ambiente und natürlich Antriebe, die vor Kraft nur so strotzen. Los geht es mit einem V6-Turbo-Benziner, der es auf 330 PS bringt. Das obere Ende markiert der V8-Biturbo mit 550 PS. Dazwischen liegen ein Plug-in-Hybrid (Systemleistung 462 PS), ein weiterer aufgeladener Sechszylinder mit 440 PS sowie der bullige V8-Biturbo-Diesel, der 422 PS leistet. Gekoppelt sind die Maschinen an das blitzschnelle Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe von Porsche.

Tiefflieger auf dem Asphalt

Damit sind, man kann es sich bereits denken, äußerst souveräne Fahrleistungen möglich. In der „langsamen“ Einstiegsvariante braucht der Sport Turismo für den Standardspurt endlos lange 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Wer sich ein paar PS mehr gönnt, der schafft es in 3,6 Sekunden. Dazu bedarf es allerdings des optionalen Sport-Chrono-Pakets inklusive Launch-Control und Sport Response Button, auf den der Fahrer drücken kann, um für zwanzig Sekunden auch noch die letzten PS aus der Maschine zu quetschen. So ausgerüstet wird der Sport Turismo zum Tiefflieger auf dem Asphalt.

Reiselimousine im Hochleistungsmodus

Allerdings, und auch das sollte man stets im Hinterkopf behalten, ist das mindestens 1,88 Tonnen schwere Auto kein reiner Sportwagen, sondern eher eine Reiselimousine im Hochleistungsmodus. Es ist schon erstaunlich, welche querdynamischen Eigenschaften der neue Porsche dank des exzellenten Fahrwerks bietet, aber irgendwann ist auch hier Schluss. Da das Fahrzeug mit mindestens 97.557 Euro in der Preisliste steht, die sich abhängig von Motorisierung und Ausstattung bis 158.604 Euro hochjubeln lassen, sollte man von Fahrversuchen im Grenzbereich zumindest auf öffentlichen Straßen Abstand nehmen.

Von Gerd Piper

Sport Turismo

Motoren 3 Benziner, 1 Diesel, 1 Plug-in-Hybrid
Benziner 243/404 kW–330/550PS
Diesel 310 kW/422PS
Plug-in-H. 340 kW/462 PS
Max. Drehm. 450–850 Nm
Spitze 259–304 km/h
Verbrauch 6,7 l Diesel, 2,5/9,4 l Super
Länge/Breite/Höhe 5,05/2,17/1,43 m
Radstand 2,95 m
Kofferraum 520 – 1390 l
Preis ab 97.557 Euro

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