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HAZ-Autotest Vom Künstler zum Alleskönner

Citroën bietet mit dem neuen C3 Aircross im Segment der Kompakt-SUVs eine variable Alternative an. Wie gut sich das Auto fährt, haben wir getestet...

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Verspielte Optik mit auffälligen Farbtupfern: Der neue C3 Aircross setzt sich deutlich sichtbar von den Mitbewerbern im SUV-Segment ab. 

Quelle: Hersteller

Einen verdienten Künstler in Rente zu schicken will wohlüberlegt sein. Citroën nimmt jedoch auf große Namen keine Rücksicht und rollt im November mit dem neuen C3 Aircross den Nachfolger des C3 Picasso an den Start. Auch die Wandlung vom Van zum Kompakt-SUV kommt nicht überraschend, schließlich boomt derzeit kein Segment so sehr wie jenes der Geländewagen – wenngleich zahlreiche dieser SUVs niemals über Stock und Stein rollen werden. Vom Schwestermodell Opel Crossland X unterscheidet sich der C3 Aircross zudem deutlich. Irgendwo zwischen Individualität und Fahrspaß will der Franzose angesiedelt sein. „Der neue C3 Aircross ist ein echter Verwandlungskünstler“, sagt Marion Le Renard, Pressesprecherin Citroën-Frankreich, und verweist auf die 85 möglichen Farbkombinationen, die der Neue aus acht Grundfarben, drei Dachfarben und vier sogenannten Color-Packs an Außenspiegeln, Dachreling, Radnaben und Jalousien hinter der C-Säule ermöglicht.

SUV von außen und Van von innen

Selbst ohne den Künstler Picasso ist demnach viel Farbe im Spiel. Für so manchen Betrachter ist die verspielte Optik allerdings zu viel des Guten. Ein Blick auf die Vorzüge des Fahrzeugkonzepts vermag jene Skeptiker womöglich eher zu überzeugen. „Unsere Kunden legen Wert auf Komfort und Variabilität beim Platzangebot. Daher war die Antwort darauf, ob der Picasso-Nachfolger ein SUV oder ein Van sein soll, für uns recht einfach“, gesteht Etienne Menant, Citroën-Produktmanager. Der Kompromiss aus SUV außen und Van innen ist den Franzosen gut gelungen. Freizeit und Familie – beides findet Berücksichtigung. „Wir wollen die Automarke sein, die die Referenz in Sachen Komfort darstellt“, ergänzt Menant. Und so ist es kein Wunder, dass der Komfort im Vergleich mit dem Schwestermodell Opel Crossland X im Vordergrund steht, wie die erste Testfahrt im 110-PS-Benziner zeigt. So lieben es die Franzosen. Doch wie halten es die deutschen Testfahrer damit?

C3 kommt ins Schnaufen

In Verbindung mit der optionalen Sechsgang-Automatik kommt der Dreizylinder-Benziner auf engen Steigungen schon einmal ein wenig ins Schnaufen. Auch die Sitze bieten auf flott gefahrenen Serpentinenstrecken eher mäßigen Seitenhalt, doch entspricht diese Hatz durch die Berge keinesfalls der eigentlichen Bestimmung des C3 Aircross. Deutlich besser kann es der 120-PS-Vierzylinder-Diesel mit Sechsgang-Schaltung. Hier stimmen Komfort und Leistung, die allerdings ihren Preis haben. Ab 20.990 Euro ist der größere der beiden Diesel in der mittleren der drei Ausstattungslinien „Feel“ zu haben. Bei den drei Benzinern markiert die 82-PS-Basisversion ab 15.290 Euro den Einstieg.

Foto: Übersichtlich: Das Infotainmentsystem ist leicht zu bedienen. Die Verkehrszeichenerkennung dagegen rief großes Gelächter bei den Testfahrern hervor, fiel diese doch auf ein selbstgemaltes Schild herein.

Übersichtlich: Das Infotainmentsystem ist leicht zu bedienen. Die Verkehrszeichenerkennung dagegen rief großes Gelächter bei den Testfahrern hervor, fiel diese doch auf ein selbstgemaltes Schild herein.

Quelle: Hersteller

Nach der Hatz steht für den C3 Aircross tatsächlich noch ein Ausflug ins leichte Gelände an. Mittels Grip Control sind fünf verschiedene Fahrmodi anwählbar. Ein Bergabfahrassistent bremst das Kompakt-SUV selbstständig ab. Die Insassen fühlen sich auf der abschüssigen Geröllstrecke jederzeit sicher, wenngleich dieser Gehilfe im wirklichen Aircross-Leben kaum zum Einsatz kommen dürfte. Ohnehin bietet der Franzose zwölf Fahrerassistenzsysteme, al-lerdings kein Allrad. Wie gut die Verkehrszeichenerkennung funktioniert, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit aufs optionale Head-up-Display beamt, beweist ein Beispiel aus einem kleinen Bergdorf. Ein auch fürs menschliche Auge täuschend echtes, selbst gemaltes 120-km/h-Verkehrsschild in einer 30er-Zone wird tatsächlich ins C3-Aircross-Cockpit übermittelt. Großes Gelächter. Und ein Künstler wie Picasso hätte sicherlich seine Freude an dieser provozierenden Malerei gehabt.

Platzangebot zwischen Alltagstauglichkeit und Lifestyle

Für eine Gesamtlänge von 4,15 Metern bietet der Citroën ein ansprechendes Platzangebot auf Vorder- wie Rücksitzen. Wie auch beim Opel Crossland X lässt sich die Rücksitzbank um 15 Zentimeter nach vorn verschieben und somit das Kofferraumvolumen erhöhen. Ein weiteres Plus verbucht die umklappbare Beifahrer-Rückenlehne, die den Transport von bis zu 2,40 Meter langen Gegenständen ermöglicht. Somit deckt der neue C3 Aircross zwischen Alltagstauglichkeit und Lifestyle ein breites Spektrum ab, das nicht nur im Nachbarland Freunde französischer Lebensart finden dürfte.

Von Markus Beims

C3 Aircross

Motoren 2 Diesel, 3 Benz.
Diesel 73–88 kW/99–120 PS
Benziner 60–96 kW/82–130 PS
Max. Drehm. 118–300 Nm
0-100 km/h 9,3–14,0 s
Spitze 165–200 km/h
Verbrauch 4,9–5,5 l Super 3,7–4,0 l Diesel
CO 2-Emiss. 96–124 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,15/1,77/1,60 m
Kofferraum 410–1289 l
Preis ab 15.290 Euro

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