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Wuchtiger X-Faktor

HAZ-Autotest Wuchtiger X-Faktor

Mit der dritten Generation des X3 will BMW  seine SUV-Erfolgsgeschichte fortschreiben.

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Er könnte, wenn er müsste: Obwohl X3-Fahrer kaum mal vom rechten Pfad abkommen, kommt das bayerische SUV auch im Gelände ganz zügig voran.

Quelle: Hersteller

Die Staubwolke ist gewaltig. Genüsslich fräst sich der neue BMW X3 den sandigen Steilhang empor. Im Offroad-Parcours beweist der bayerische Kraxler bravourös seine Geländetauglichkeit, wenngleich eine solche Herausforderung im wahren Leben kaum auf ihn warten dürfte. Den BMW-Verantwortlichen ist dennoch wichtig zu zeigen, was der Neue könnte, wenn er sollte – schließlich ist der X3 nicht irgendwer. „Die X-Modelle haben entscheidenden Anteil am BMW-Erfolg“, verweist Arno Keller, Projektleiter BMW X3, auf weltweit mehr als 5,4 Millionen verkaufte Einheiten seit der Markteinführung des größeren X5 im Jahr 1999. Mehr als 1,5 Millionen Käufer entschieden sich seit 2003 für den kleineren X3. Diese Erfolgsstory soll auch mit der hierzulande ab November erhältlichen dritten Generation fortgeführt werden. „Die wichtigsten Absatzmärkte für den X3 bleiben aber China und die USA“, ergänzt Keller.

Das Geschäft mit den beliebten SUV läuft allen Umweltdiskussionen zum Trotz prächtig. „Das X steht bei BMW für Wachstum“, sagt Keller. Doch Moment mal. BMW beharrt auch beim neuen X3 weiterhin auf der Nischenbezeichnung SAV für ein sportlich besonders aktives Vehikel. Mit dem 360 PS starken Topmodell X3 M40i (ab 66.300 Euro) wird erstmals in dieser Baureihe auch ein M-Performance-Fahrzeug an den Start rollen. So viel sportliche Aktivität will erst einmal auf die Straße gebracht werden. Umso überraschender, dass Wankneigungen selbst bei schnell gefahrenen Kurven ein Fremdwort bleiben. Das Fahrwerk schluckt ohnehin alle Gemeinheiten der Straße und die Leistungsabgabe ist famos.

Offroad-Optik mit sportlichem Auftritt

Das Motorenangebot des neuen X3 umfasst zum Marktstart drei Benziner und zwei Diesel, allesamt serienmäßig mit Achtgang-Steptronic. Mit dem großen Sechszylinder-Diesel Xdrive 30d (ab 55.700 Euro) ist der eingangs beschriebene Gelände-Parcours ein Kinderspiel. In jeder Lebenslage bleibt der 265-PS-Selbstzünder souverän. Über Böschungswinkel (25,7 Grad vorn, 22,6 Grad hinten) und Wattiefen (500 Millimeter) unterhalten sich X3-Fahrer ohnehin eher selten. Im Großstadtdschungel gelten andere Maßstäbe und die beginnen schon beim Äußeren. Eine Kombination aus robuster Offroad-Optik mit einem sportlichen Auftritt will der X3 darstellen. Und die Alltagstauglichkeit soll auch nicht zu kurz kommen. Von einem „geschärften Design“ sprechen die BMW-Verantwortlichen bei der Optik des neuen X3. Eine dreidimensional ausgestaltete Doppelniere und neu ausgeformte Nebelscheinwerfer vorn sowie ein weit heruntergezogener Dachspoiler und doppelbordige Auspuffendrohre hinten sind auf den ersten Blick die wichtigsten Neuerungen. Bewusst verzichten die Bayern auf Designexperimente und haben den X3 behutsam weiterentwickelt. Der Wiedererkennungswert bleibt somit hoch. Und so selbstbewusst er dasteht, so niedrig ist sein cW-Wert von 0,29 – laut Hersteller der klassenbeste Aerodynamikwert.

Während es draußen gewaltig staubt und sich einige wagemutige Kollegen auf den Offroad-Parcours für spektakuläre Fotoaufnahmen trauen, herrscht im Innenraum Luxusatmosphäre. Nichts von der aufgeregten Welt da draußen vermag die Insassen zu erschüttern, die sich zwischen drei Modellvarianten (xLine, Luxury Line und M-Sportpaket) von puristisch-elegant über luxuriös bis sportlich entscheiden müssen. Das Sicherheitsgefühl darf ebenfalls als Verkaufsargument herangezogen werden. Nichtsdestotrotz bleibt die Aufpreisliste für optionale Wunschausstattungen lang.

Alles auf dem neuesten Stand

Wer seinen 184-PS-Einstiegsbenziner (ab 44.000 Euro) mit gefälligerem Interieur auskleiden will, kann schnell noch einmal ein paar Tausender drauflegen. Alles wie gehabt. Serienmäßig ist ein Kofferraumvolumen von 550 bis zu 1600 Litern. Platz bietet der X3 seinen Insassen auf Vorder- wie Rücksitzen ohnehin mehr als ausreichend, obwohl die Außenmaße gegenüber dem Vorgänger nahezu unverändert geblieben sind. Hierbei spielt der um fünf Zentimeter gewachsene Radstand die entscheidende Rolle.

Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme sowie die Konnektivität bedürfen in dieser Klasse keiner besonderen Erwähnung. X3-Fahrer setzen voraus, dass hier alles auf dem neuesten Stand ist. Mit einer Kombination aus hoher Alltagstauglichkeit, leistungsstarken Motoren und luxuriösem Auftritt dürfte der neue BMW X3 in einem heiß umkämpften Markt einiges an Staub aufwirbeln.

Von Markus Beims

BMW X3

Motoren 3 Benziner, 2 Diesel
Diesel 140/195 kW–190/265 PS
Benziner 135/265 kW–184/360 PS
Max. Drehmoment 290–360 Nm
0-100 km/h 4,8–8,3 s
Spitze 213–250 km/h
Verbrauch 5,0/6,0 l Diesel, 7,2/8,4 l Super
CO 2-Emission 132–193 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,71/1,89/1,68 m
Kofferraum 550–1600 l
Radstand 2,86 m
Getriebe Achtgang-Automatik
Preis 44.000 bis 66.300 Euro

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