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Die Katze wächst und wächst

Jaguar F-Pace 2.0d Die Katze wächst und wächst

Für schnelle Wagen ist die Marke Jaguar bekannt. Nun wagt sich der Autohersteller auf neues Terrain und präsentiert mit dem F-Pace sein erstes SUV. Bereits 10.000 Vorbestellungen gibt es bereits – das ist Firmenrekord.

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Luxus aus zwei Welten

Jaguar ist als Marke derzeit besonders attraktiv: Das erste SUV der Engländer soll im Konzert der etablierten Premiumhersteller für neue Töne sorgen.

Quelle: Hersteller

Passt ein SUV zu Jaguar? Traditionalisten und Liebhaber klassischer, britischer Autokultur werden auf diese Frage sicher den Daumen senken. Doch dem ungebrochenen Trend der Sport Utility Vehicles und Cross-over kann und will sich auch Jaguar nicht entziehen. Zu groß ist mittlerweile der Markt, zu verlockend sind die Absatzerwartungen.

Ansturm auf den Neuen

Allein bis 2020 erwartet Geschäftsführer Jaguar Land Rover (JLR) Deutschland, Peter Modelhart, für Premium-SUV der Mittelklasse eine Steigerung um 50 Prozent. Und hier im Segment von Porsche Macan, Audi Q5, Mercedes GLC und BMW X3/X4 soll der F-Pace künftig nicht nur ein kräftiges Wörtchen mitreden, sondern er wird es sicher auch. Mehr als 10. 000 Kunden haben Jaguars erstes SUV bereits blind bestellt, ohne das Auto auch nur einen Meter gefahren zu haben. Nie zuvor in der 100-jährigen Geschichte der Firma hat es so etwas gegeben. Es zeugt von viel Vertrauen in die Marke. Jaguar blühte nach der Ablösung von Ford, und nun im Besitz des indischen Konzerns Tata, in den vergangenen Jahren förmlich auf, liefert heute neben schickem Design, viel Hightech und effizienten Antrieben eben immer noch jenes Quäntchen an Exotik, das die etablierte deutsche Konkurrenz nicht bieten kann.

Stabiles Leichtgewicht

Wie die beiden Limousinen XE und XF besteht auch der F-Pace aus einer neuartigen Aluminium-Struktur. Das macht ihn leicht und gleichzeitig sehr stabil, was sich wiederum positiv aufs Fahrverhalten auswirkt, wie eine erste Ausfahrt mit dem F-Pace zeigte. Das 4,70-Meter-SUV lässt sich handlich, direkt und zielgenau durch jede Art von Kurvenkombination treiben und erkauft sich die Sportlichkeit nicht auf Kosten von unnötiger Härte. Lediglich mit der Einstellung Dynamic hat man es wohl etwas zu gut gemeint. Aber der Fahrer kann ja jederzeit auf Normal zurückschalten, wenn er komfortabler unterwegs sein möchte.

Foto: Von der Straße ins Gelände: Mit dem SUV F-Pace ist das sogar jetzt mit einem Jaguar möglich.

Von der Straße ins Gelände: Mit dem SUV F-Pace ist das sogar jetzt mit einem Jaguar möglich.

Quelle: Hersteller/dpa

SUV mit bärenstarkem Dieselmotor

Angeboten wird der F-Pace mit einem Dreiliter-V6-Diesel, einem Dreiliter-V6-Benziner in zwei Leistungsstufen und einem Zweiliter-Selbstzünder mit vier Zylindern. Man braucht keinen Nobelpreis in Physik, um zu erahnen, dass der große Diesel mit seinen 275 PS und vor allem mit dem bärenstarken Drehmoment von 700 Newtonmetern leichtes Spiel hat. Der Sechszylinder ist ein Genuss an Laufkultur, liefert einen kernig-bulligen Klang und macht den Hochsitz-Jaguar zu einem absolut souveränen Auto. Das Allradsystem verteilt dabei die Kräfte in Millisekunden zu den beiden Achsen. Das können je nach Situation hinten 100 Prozent und vorne null oder 50:50 sein. Der Fahrer muss sich um nichts kümmern, alles läuft voll automatisch ab.

Normverbrauch kann sich sehen lassen

Wer jetzt auf den 180 PS starken 2.0d umsteigt, glaubt, bevor er den Starterknopf drückt, dass dieser Motor mit einem 1,7-Tonnen-SUV vermutlich etwas überfordert sein könnte. Doch schon nach wenigen Kilometern ist man vom Gegenteil überzeugt. Der Ingenium-Diesel – eine Eigenkonstruktion von Jaguar – hängt erstaunlich gut am Gas und reicht für den Alltag vollkommen aus. Er läuft sogar harmonischer und leiser als im XE, in dem er Premiere hatte. Auch der Normverbrauch kann sich sehen lassen. Jaguar verspricht 4,9 Liter. Die Realität dürfte zwischen sechs und sieben liegen. Zumindest war dies unser Testverbrauch. Eher weniger nachgefragt in Deutschland dürfte der Dreiliter-V6-Kompressor-Motor aus dem F-Type sein. Ihn gibt es mit 340 oder 380 PS. Trotz der höheren Leistung legt er jedoch nicht die angenehme Geschmeidigkeit des Diesel-V6 an den Tag, braucht recht hohe Drehzahlen, um ähnlich flott auf Touren zu kommen.

Gut proportioniertes Design

Das gut proportionierte Außendesign des F-Pace findet sich auch im Interieur wieder. Man fühlt sich schnell wohl in diesem Auto. Das Raumgefühl ist großzügig, die Sitzposition einwandfrei. Hinten bietet der F-Pace ebenfalls üppige Platzverhältnisse, angeblich sogar die beste Beinfreiheit seiner Klasse. Selbst in Sachen Gepäck ließen sich die Jaguar-Entwickler nicht lumpen. Der Kofferraum bietet mit 650 Litern Gardemaß. Liegen die Rücksitzlehnen flach, sind es sogar 1.740 Liter. Der Boden ist dabei perfekt eben, misst in der Breite einen und in der Länge 1,80 Meter. „Wir bieten mehr nutzbare Fläche als ein BMW X5“, sagt Baureihenleiter Kevin Stride. Zudem besitzt der F-Pace neigungsverstellbare Rücksitzlehnen und die Heckklappe lässt sich per Fußschwenk öffnen. Vielseitiger war noch kein Modell von Jaguar. Moderner wohl auch nicht. Gegen Aufpreis gibt es das Multimedia-System Incontrol Touch Pro, das über ein 12,3 Zoll großes Display verfügt. Die Software dahinter zählt laut Jaguar zur leistungsfähigsten im Automobilbau. Leider vergaßen es die Programmierer, die Karte des Navigationssystems dauerhaft auf Nord-Süd-Richtung zu fixieren. Zwar lässt sie sich kurz umschalten, springt jedoch nach weniger als einer Minute wieder in den Fahrtrichtungsmodus. Aus England heißt es dazu: „Wir arbeiten dran.“

Bereits fast ausverkauft

90 Prozent neue Kunden soll der F-Pace zur Marke Jaguar bringen. Die Marketing-Strategen sprechen gern von Eroberungsrate. Ob’s gelingt, wird sich zeigen, zumal sich die Briten ziemlich viele Ausstattungen gesondert bezahlen lassen. Zwar beginnt der F-Pace als Zweiliter-Diesel und mit Frontantrieb bei 42. 390 Euro, doch fährt dieser mit Handschaltung und Stoffsitzen. Der V6-Diesel kostet bereits 57.690 Euro und liegt damit knapp unter Porsche-Macan-Niveau. Voll ausgestattet ist die First Edition für 80. 040 Euro (als Benziner-V6 sogar für 84. 350 Euro) zu haben. Doch hier sollte man sich sputen. Die Serie ist fast ausverkauft.

Von Michael Specht

Jaguar F-Pace 2.0d

Motor: 2,0-Liter-Diesel

Leistung: 132 kW/180 PS

Spitze: 209 km/h

0–100 km/h: 8,9 s

Max. Drehmoment : 430 Nm

Verbrauch/CO 2: 4,9 l Diesel/129 g/km

Länge/Breite/Höhe: 4,73/1,94/1,65 m

Leergewicht : 1775 kg

Kofferraum : 650–1740 l

Radstand : 2,87 m

Preis: ab 42.390 Euro

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