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Luxus aus zwei Welten

Mercedes SLC und S-Klasse Cabrio im Test Luxus aus zwei Welten

Nach 45 Jahren bringt der deutsche Automobilkonzern Mercedes-Benz wieder ein S-Klasse-Cabriolet auf den Markt. Der SLK heißt jetzt SLC und kommt mit neuem Einstiegsmotor.

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Das Spiel der Möglichkeiten

Zwei neue in der Mercedes-Flotte: Der SLC und das S-Klasse Cabrio.

Quelle: Hersteller/Montage: RND

Bis vor 20 Jahren galt Cabriofahren als Lebensgefühl für Hartgesottene und Verwegene, die für ein Fahrzeug mit weniger Komfort mehr Geld hinblätterten als für eine bequeme Limousine oder einen geräumigen Kombi. Für Puristen, die selbst bei herbstlichen Temperaturen das Oben-ohne-Freiheitsgefühl zelebrieren wollten. Doch „mit dem Variodach hat Mercedes-Benz den Roadster 1996 neu definiert und Open-Air-Fahrspaß mit ungetrübtem Komfort bei Schlechtwetter vereint“, erinnert Ola Källenius, Daimler-Vorstandsmitglied, an die Einführung des festen, wintertauglichen Klappdachs beim SLK.

Foto: Luftiger SLC: Die Mercedes-Benz Cabriovariante wird Oben-ohne-Liebhaber begeistern.

Luftiger SLC: Die Mercedes-Benz Cabriovariante wird Oben-ohne-Liebhaber begeistern.

Quelle: Hersteller

SLC mit C-Klasse-Genen

Der SLK ist nach 20 Jahren Bauzeit Geschichte. Der Nachfolger heißt SLC und verweist auf die enge Verwandtschaft mit der C-Klasse, wenngleich der Roadster nicht mehr als eine überarbeitete Version der letzten SLK-Generation darstellt. Sei’s drum. Dieser hat sich rund 670 000-mal verkauft und das Segment der Roadster mit seinem Variodach nachhaltig revolutioniert. Sitzheizung und Airscarf, also ein „Luftschal“, der dem Cabrio-Puristen warme Luft in den Nacken pustet, haben das Oben-ohne-Lebensgefühl längst auch in anderen Kreisen salonfähig gemacht.

Breit gefächertes Motorenangebot

Vier Benziner (115/270 kW bis 156/367 PS) und ein Diesel (150 kW/204 PS) bieten beim SLC ein breit gefächertes Motorenangebot. Am knackigsten geht natürlich der SLC AMG 43 zur Sache, der während einer ersten Testfahrt mit überaus sportlichen Argumenten punkten kann. Preislich beginnt hier der Spaß allerdings erst bei knapp 60.000 Euro. Und nach oben sind wie so häufig kaum Grenzen gesetzt. Mit der neuen Einstiegsvariante SLC 180 ist Mercedes-Cabrio-fahren allerdings auch für unter 35.000 Euro möglich.

Mercedes SLC

Motoren: 4 Benziner, 1 Diesel

Benziner: 115/270–156/367 kW/PS

Diesel: 150 kW/204 PS

Max. Drehmoment : 250–520 Nm

CO 2-Emission : 114–178 g/km

0–100 km/h: 4,7–7,9 s

Spitze: 226–250 km/h

Länge/Br./Höhe: 4,13/1,82/1,30 m

Verbrauch: 5,6/7,8 l (S), 4,4 l (D)

Preis: 34.962 bis 59.887 Euro

Der Luxuswagen wieder als Cabriolet

Wer rund 100.000 Euro mehr zur freien Verfügung hat, sollte nicht ohne einen ernsthaften Blick am neuen S-Klasse Cabrio vorbeigehen. Erstmals seit 45 Jahren bietet Mercedes auch in der Luxusklasse wieder ein Cabriolet an. „Das Jahr 2016 haben wir zum Jahr der Traumautos ausgerufen“, begründet Uwe Ernstberger, Leiter Produktgruppe S-, E- und C-Klasse, die Markteinführung eines Cabrios im Luxussegment. Mercedes erhebt den Anspruch, das komfortabelste Cabrio der Welt zu bauen. Offen wie geschlossen. So legten die Entwickler besonders großen Wert auf die Mütze. Das serienmäßige dreilagige Akustikverdeck soll zu einem niedrigen Windgeräuschpegel im Innenraum beitragen. Mission gelungen. Beim ersten Test im S 63 AMG 4MATIC dringt selbst bei flotten Autobahnetappen kein lästiges Säuseln ins Ohr der Insassen vor.

Spoiler sorgt für Pfeifen

Anders verhält sich das allerdings beim offenen Fahren. Ausgerechnet das optionale Windschutzsystem Aircap, ein luftabweisender Spoiler oberhalb der Frontscheibe, der die Turbulenzen im Innenraum verringern soll, sorgt für ein leises, aber dennoch permanentes Pfeifen. Auch die optionale Kopfraumheizung Airscarf erweist sich in unserem Testwagen mehr als laues Lüftchen denn als wärmender Luftschal. Dass die Entwickler selbst den Insassen des S-Klasse-Cabrios noch ein wenig Frischluftgefühl gönnen wollten, macht sich bei geöffnetem Verdeck an den kalten Unterarmen bemerkbar. Kurios. Vielleicht soll den Fahrer dieser kühle Lufthauch daran erinnern, bei 430 kW/585 PS Leistung besser beide Hände am Lenkrad zu belassen.

Foto: Erstmals seit 45 Jahren bietet Mercedes auch in der Luxusklasse wieder ein Cabriolet an.

Erstmals seit 45 Jahren bietet Mercedes auch in der Luxusklasse wieder ein Cabriolet an.

Quelle: Hersteller

Motorisierung lässt keine Wünsche offen

An den Leistungsdaten der drei Motorisierungen gibt es ohnehin nichts zu beanstanden. Das Einstiegsmodell S 500 mit seinen 335 kW/455 PS lässt schon keine Wünsche offen. Das neunstufige Automatikgetriebe 9G-tronic macht die Gangwechsel nur erahnbar und das komfortable, weicher gedämpfte Fahrwerk als beim AMG S63 lässt die Insassen dem Gefühl des Schwebens sehr nahekommen. Auf den Boden der Tatsachen werden diese erst an der Tankstelle zurückgeholt. Der Bordcomputer kommt der 20-Liter-Marke zuweilen recht nahe, doch dürften die Käufer eines S-Klasse-Cabrios darüber mit einem Schmunzeln hinwegsehen. Erst recht jene, die sich für die dritte Variante, den AMG S 65, entscheiden werden. Hier beginnt der Cabrio-Spaß bei 254 601 Euro. Diese ab Mai erhältliche Version wird im Jahr der Traumautos für viele Interessenten wohl eher ein Traum bleiben.

Mercedes S-Klasse Cabrio

Motoren: 3 Benziner

Leistung: 335/463–455/630 kW/PS

Max. Drehmoment: 700–1000 Nm

CO 2-Emission : 199–272 g/km

0–100 km/h: 3,9–4,6 s

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

Länge/Br./Höhe: 5,03/1,90/1,42 m

Verbrauch: 8,5–12,0 l Super

Kofferraum: 250–350 l

Preis: 139.000 bis 254.601 Euro

Fazit: Mercedes bietet ein breites Angebot an Oben-ohne-Optionen. Von 35.000 bis gut 250.000 Euro ist alles dabei. Dabei hinterlässt die SLC-Einsteigerversion einen ebenso souveränen Eindruck wie die First-Class-Lounge eines S-Klasse-Cabrios. Die Zeiten, in denen lediglich Puristen in ein offenes Gefährt stiegen, sind dank der zahlreichen Komfort- und Luxusfeatures längst passé.

Von Markus Beims

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