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Reisen statt rasen

Marco Polo von Mercedes Reisen statt rasen

Mit dem neuen Marco Polo bietet Mercedes-Benz ein luxuriöses Reisemobil, das zwischen Alltag und Urlaub pendelt.

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Unterwegs im Marco Polo: Das Reisemobil bietet Komfort und eine hohe Alltagstauglichkeit, an die Ausstattung eines modernen Wohnmobils reicht es allerdings nicht heran. Fotos: Hersteller (2)

Quelle: Daimler AG - Product Communications Mercedes-Benz Vans

Reisende soll man bekanntlich nicht aufhalten. Eine Erkenntnis, die sich Marco Polo bereits vor mehr als 700 Jahren zu eigen machte und kurzerhand bis ins ferne China aufbrach. So weit lässt Mercedes-Benz die Autojournalisten freilich nicht anreisen für einen Test des neuen Freizeitmobils, das den Namen des venezianischen Kaufmanns trägt. Doch auf den kurvigen Bergstraßen südlich von Lissabon fühlt sich der knapp zweieinhalb Tonnen wiegende Marco Polo ebenso wohl.

Mit einem äußerst komfortablen Fahrwerk versehen, schluckt der kompakte Camper garstige portugiesische Bodenwellen locker weg. Für manch einen Mitfahrer ist dieses Fahrgefühl zu weich, doch ein Rennwagen will der Marco Polo nicht sein. „Reisen statt rasen“ lautet die Devise im Konkurrenten des VW California. „Der Marco Polo soll dennoch dynamisch wie ein Mercedes-Benz-Pkw agieren“, sagt Produktmanager Thomas Wirth. Zugleich verweist er darauf, dass man auf den Markennamen Mercedes-Benz verzichtet. Keine V-Klasse, kein Viano, kein Vito. Einfach Marco Polo.

Ein Name, der durchaus Fernweh weckt. Was also verbirgt sich hinter dem Stuttgarter Mobil, das die Mercedes-Verantwortlichen als „die perfekte Verbindung von Freizeit und Alltag“ umschreiben? Der Marco Polo soll im alltäglichen Einsatz zwischen Büro, Schule, Kindergarten und Supermarkt ebenso seinen Dienst verrichten wie auf kleineren oder größeren Urlaubsreisen. Insbesondere Letzterem gilt das Augenmerk der Tester. Eine Nacht im Marco Polo - warum nicht? Bis zu fünf Schlafplätze bietet das Freizeitmobil, wobei drei der Reisenden dann eher Kinder sein sollten. Luxuriösen Hotelkomfort erwartet zwar niemand, doch die Nacht im unteren Bett überzeugt nicht jeden.

„Zu hart“ lautet das Urteil, wobei eine individuelle Aufbettung Abhilfe schaffen könnte. Mit 2,03 Metern Länge und 1,13 Metern Breite bietet das untere Doppelbett respektables Platzangebot. Das zweite Doppelbett im Dachgeschoss ist noch zwei Zentimeter breiter. Kniffliger ist da schon der Aufstieg. „Am besten tritt man auf die Seitenwange des Fahrersitzes, von dort auf die Schulter des Sitzpolsters und mit einem Schwung gelangt man ins obere Schlafgemach“, schlägt Wirth vor. Ein Großteil der Kollegen verzichtet deshalb lieber auf die Kletterei unters Aufstelldach, die doch eher für die jüngere Generation geeignet scheint.

Bei jenem Stichwort fällt zwangsläufig die Frage nach der Zielgruppe, denn für junge Familien dürfte der Einstiegspreis von 54 835 Euro für die Basisversion 200 CDI mit 100 kW/136 PS möglicherweise etwas hoch sein. Dann also doch eher das Seniorenpaar? Die Frage lässt sich kaum allumfassend klären.

Glücklich schätzen darf sich jener Marco-Polo-Fahrer, der vor Reisebeginn ausreichend Getränke in die Kompressor-Kühlbox mit 40 Litern Fassungsvermögen gestellt hat. 38 Liter Frischwasser, eine kleine Spüle und ein zweiflammiger Gaskocher sind ebenfalls an Bord. Die Glasabdeckung über dem Küchenmodul entspricht durchaus modernstem Wohndesign. Für Dusche und WC ist im Marco Polo kein Platz. Doch zahlreiche Ablagemöglichkeiten, Schubladen sowie ein Kleiderschrank mit Schiebetüren bieten ausreichend Stauraum.

Marco Polo

Motoren: Drei Diesel
Leistung: 100/136–140/190 kW/PS
Max. Drehmoment: 330–440 Nm
CO2-Emission: 159–171 g/km
Beschleunigung (0–100 km/h): 10,9–15,6 s
Höchstgeschwindigkeit: 182–200 km/h
Länge/Breite/Höhe: 5,14/1,93/1,98 m
Verbrauch: 6,2–6,5 l Diesel
Leergewicht: 2390–2440 kg
Preis: 54 835 bis 61 118 Euro

Drei Diesel von 100 kW/136 PS bis 140 kW/ 190 PS bietet Mercedes-Benz für den Marco Polo an. Wer getreu dem Motto „reisen statt rasen“ unterwegs ist, kann sich mit dem Einstiegsdiesel begnügen, der mit seinen 330 Newtonmetern genügend Kraftreserven mitbringt. Für alle Motorisierungen ist zudem eine Allradversion erhältlich. An Sicherheitstechnik wird bei Mercedes traditionell nicht gespart. Nahezu alles ist möglich, vieles natürlich gegen Aufpreis. Für die Topversion können auch locker über 80 000 Euro investiert werden.

So üppig ist Marco Polo vor über 700 Jahren nicht nach China gereist. Und so hat Mercedes gleich noch die abgespeckte Version Marco Polo Activity hinterhergeschoben. Diese Variante ohne Küchenzeile und mit weniger praktischen Detaillösungen beginnt bei einem Einstiegspreis von 38 960 Euro.

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