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Mit Ross und Reiter

Mazda 6 Mit Ross und Reiter

Mazda hat beim Mazda 6 den Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Ob der japanische Autobauer mit seinen vielen kleinen Verbesserungen in der Technik das Fahrgefühl verbessern und den Komfort erhöhen konnten, zeigt unser Autotest ...

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Zwischen Lust und Last

Der Mazda 6: Die Japaner wollen mit vielen kleinen Verbesserungen in der Technik das Fahrgefühl verbessern und den Insassen mehr Komfort zukommen lassen.

Quelle: Hersteller (4)

Die Balance zwischen Mensch und Maschine, Jinba Ittai, die Einheit von Ross und Reiter: Ein Schuss Esoterik kann in einer überwiegend nüchternen Welt sein Ziel kaum verfehlen. Mazda bemüht gerne die japanische Harmonienlehre, um Autofahrern zu zeigen, dass ein Auto aus fernöstlicher Sicht eigentlich mehr sein kann als ein Auto. Es ist ein Lebensraum, in dem alles darauf ausgerichtet sein sollte, dem Menschen ein Stück natürlicher Bewegungsfreiheit zu garantieren. Wobei für die Bewegung das Auto zuständig ist. Nun haben die Japaner ihr Flaggschiff, den Mazda6, überarbeitet und an vielen Stellschrauben gedreht. Egal, ob als Kombi oder Limousine, das ohnehin schon gute Fahrzeug aus der Mittelklasse ist ganz unmystisch noch ein bisschen besser geworden –  mit dem Menschen als Mittelpunkt.

Interieur als Wellnesszone

Eigentlich sollte bei der Entwicklung eines Autos der Mensch stets im Mittelpunkt stehen. Tut er aber nicht, wie die Vergangenheit wiederholt gezeigt hat. Zwar gibt es immer häufiger Bemühungen, den Insassen die Zeit in einem Auto möglichst angenehm zu gestalten, doch oft beschränkt sich das auf Stückwerk wie beispielsweise bei der Konstruktion von Autositzen, die inzwischen zu hochkomplexen Maschinen geworden sind. Da ist es durchaus positiv, wenn sich ein Hersteller sein Auto vornimmt, um es gründlich nach Aspekten der Entspannung zu durchforsten und entsprechend zu optimieren.

Alles für ein natürliches Fahrgefühl

Natürlich arbeiten in den Entwicklungsabteilungen von Mazda keine Zen-Meister, sondern Ingenieure, die Aufgaben und deren Lösungen ganz sachlich angehen. „Unser Ziel war es, dass sich ein Auto ganz entspannt fahren lässt, indem wir ein sehr natürliches Fahrgefühl erzeugen“, sagt Team-Manager Alexander Fritsche. Sein Kollege Frederic Hartnick, Manager im Mazda-Entwicklungszentrum, ergänzt: „Der Mensch soll im Gleichgewicht bleiben, bei minimalem physischen Einsatz.“ Das heißt jetzt nicht, dass die Japaner die Fahrer ihrer Autos künftig im Lotussitz sehen und es vom Dachhimmel Kirschblüten regnet. Vielmehr geht es um handfeste Technik.

Entspannt durch die Kurven

Herausragend, weil ganz neu ist sicherlich die Fahrdynamik-Regelung G-Vectoring-Control, die das Motordrehmoment an den Lenkwinkel anpasst, indem der Lastentransfer auf das kurvenäußere Rad maximiert wird. Die Folge: In Kurven wird die Neigung zum Übersteuern reduziert, die Lenkeinschläge werden weniger, das Fahrzeug lässt sich leichter kontrollieren, die Insassen werden durch das weiche Einlenken weniger durchgerüttelt. Kurz: Man ist entspannter unterwegs, was sich vor allem – Jinba Ittai! – auf längeren Strecken bemerkbar machen dürfte. Und: Das System ist kein Hokuspokus, es funktioniert wirklich; wir haben es auf kurvenreichen Strecken im Umland von Barcelona ausprobiert.

Sanfte Beschleunigung

Ein weiterer Punkt ist die Reaktion auf Befehle ans Gaspedal bei den Dieselmotoren. Hartnick: „Das, was der Fahrer reingibt, bekommt er auch wieder raus.“ Dank einer hochpräzisen Ladedruckregelung verkürzt sich die Reaktionszeit auf Bewegungen des Gaspedals vor allem bei geringer Last wie beispielsweise im Stadtverkehr. Die Folge ist – Jinba Ittai! – eine sanfte, lineare und gut dosierbare Beschleunigung, wie man sie von Benzin-Saugmotoren kennt.

Modernes Cockpit

Auch das Cockpit haben sich die Ingenieure vorgenommen und an einigen Stellen verbessert. Hier ist bemerkenswert, dass man die Position des Head-up-Displays, das künftig seine Informationen in Farbe ins Gesichtsfeld des Fahrers spiegelt, an den Sitz gekoppelt hat. Per Knopfdruck stellen sich künftig also Sitz und Head-up-Display automatisch auf die optimale Position für den Fahrer ein. Auch das ist, richtig: Jinba Ittai! Dass dem Einfallsreichtum der Ingenieure kaum Grenzen gesetzt sind, zeigt auch der „Natural Sound Smoother“, Dämpfer in den Kolbenbolzen der Diesel, der für einen ruhigeren Lauf des Aggregats sorgt und die Lautstärke des Motors reduziert.

Mit all diesen Maßnahmen und noch ein paar Extras mehr (wie einem beheizbaren Leinkrad) will Mazda seine Marktposition in Deutschland verbessern. Mazda-Geschäftsführer Bernhard Kaplan: „Ohne Skoda, die einem deutschen Konzern gehören, liegt Mazda an der Spitze der Importmarken. Aber das klassische Mittelklassensegment ist ein schwieriger Markt, der kaum Wachstum bietet.“ Kaplan geht davon aus, dass sich die Kombiversion des Mazda6 mit 86 Prozent wesentlich besser verkaufen wird als die Limousine. Beide gibt es im Übrigen weiterhin zum selben Preis. Der beginnt bei 25.690 Euro, lässt sich aber über die verschiedenen Ausstattungslinien bis zu 43.090 Euro hochpushen. Angesichts der üppigen Ausstattung und der Qualität sind die Japaner hier nur einen klitzekleinen Schritt weit von den Premiummarken entfernt. Deshalb gibt es hier als Fazit ganz klar: drei Lotusblüten.

Von Gerd Piper

Mazda 6 Kombi

Motoren 3 Benziner, 2 Diesel
Diesel 110/129 kW-150/175 PS
Benziner 107/141 kW–145/192 PS
Max. Drehmoment 210-420 Nm
0-100 km/h 7,9-9,6 s
Spitze 201-221 km/h
Verbrauch 5,6/6,4 l Super, 4,2/5,4 l Diesel
Co 2-Emission 110-150 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,80/1,84/1,48 m
Kofferraum 522-1873 l
Preis ab 25.690 bis 43.090 Euro

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