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Für immer jung

Im HAZ-Test: das Mini-Cabrio Für immer jung

Der Kleine ganz groß: Das neue Mini-Cabriolet ist die Krönung in der Welt des kultigen Kleinwagens. Leider ist das hippe Auto aber nicht ganz billig.

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Von Sinn und Sinnlichkeit

Ganz so mini ist der neue Mini nicht mehr, er ist in der Länge gewachsen – in den Kofferraum passen trotzdem weiterhin nur die kleinen Koffer.

Quelle: Hersteller

Sollte an dem Gerücht, dass überwiegend blonde Frauen einen Mini kaufen, etwas dran sein, kann man sie dazu nur beglückwünschen. Denn der Mini ist ein Volltreffer. In einer Zeit, in der sich Autos immer ähnlicher werden, ist ein Fahrzeug mit einem eigenständigen Profil fast schon die Ausnahme. Der Mini hat dieses Profil. Er hat den Lifestyle-Gedanken in die Automobilindustrie getragen. Das Auto, das für ewigen Spaß steht. Und die Krönung ist das Cabriolet. Wer sich in einem offenen Mini den Wind ins Gesicht wehen lässt, ist der Freiheit offenbar ganz nah. Wir sind das neue Mini-Cabrio, das am 5. März in Deutschland auf den Markt kommt, in Kalifornien gefahren, im Land der Beach Boys und der Surfer. Und waren ziemlich angetan.

Fahren oben ohne

Raus aus dem Schatten ins Licht: In nur 18 Sekunden ist das Verdeck unten, und die Straßen durch die Hollywood Hills runter an die Pazifikküste sind ein Versprechen: Wer es sich leisten kann, lebt hier, zwischen Santa Monica und Malibu, die Leichtigkeit des Seins. Ein schöner Spielplatz für das neue Mini Cabriolet. Das kommt so edel und sportlich daher wie nie zuvor: Leder, Chrom, Klavierlack, Head-up-Display – der Kunde kann aus einem riesigen Angebot an Möglichkeiten wählen. Projektleiter Axel Braune: „Unsere Mannschaft hat das Auto mit jeder Menge Liebe zum Detail aufgebaut.“ Denn Individualisierung, das hat man bei Mini früh begriffen, ist ein Zauberwort in einer Welt, in der sich der Mensch zunehmend durch Äußerlichkeiten definiert.

Foto: BMW ist es gelungen, dem Mini ein neues Image zu geben.

BMW ist es gelungen, dem Mini ein neues Image zu geben.

Quelle: Hersteller

BMWs Glücksfall

Überhaupt hat sich der Mini für BMW als Glücksfall erwiesen. Als die Bayern den kleinen Engländer übernahmen, dachten sie wahrscheinlich nicht im Traum daran, dass sie hier das Rohmaterial für eine Ikone in der Hand hielten, um die sie später viele beneiden sollten. Keinem anderen Hersteller ist es bislang gelungen, einen Kleinwagen mit einem solchen Image auf die Beine zu stellen – obwohl es mehrere versucht haben. Ein Auto, das stets unverwüstlich jung daherkommt.

Frontantrieb für den Mini

Aber das Auto ist mehr, es ist so eine Art ein Experimentallabor, mit dem man neue Dinge ausprobieren kann. Wie zum Beispiel Karosserieformen – Clubman, Countryman oder Roadster haben den Mini in neue Fahrzeugsegmente getragen, ohne seine Identität zu verwässern. Wenn der Erfolg ausblieb, was auch vorgekommen ist, hat man die Karosserie wie beim Roadster kurzerhand wieder vom Markt genommen. Geschadet hat es dem Ansehen der Marke nicht. Und dass BMW mit dem 2er inzwischen einen Frontantrieb im Programm hat, ist auf die Erfahrungen mit dem Mini zurückzuführen, denn der wurde immer über die Vorderräder angetrieben.

Der Kleine ist gewachsen

Das neue Modell ist in der Länge um fast zehn Zentimeter gewachsen, in der Breite sind es immerhin noch 4,4 Zentimeter. Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Innenraum, sondern auch auf die Spur und damit auf noch ein bisschen mehr Fahrdynamik. Dass der Mini inzwischen nicht mehr ganz so mini ist – wen schert es schon! Der Kofferraum fasst bei geschlossenem Verdeck jetzt 215 Liter, bei geöffnetem Dach sind es 160 Liter. Platz für zwei Koffer, mehr nicht.

Foto: Viel Gepäck kann der Kofferraum nicht aufnehmen. Für zwei Reisekoffer reicht es aber dennoch.

Viel Gepäck kann der Kofferraum nicht aufnehmen. Für zwei Reisekoffer reicht es aber dennoch.

Quelle: Hersteller

Moderne Dreizylinder unter der Haube

Auch wenn die Maschinen inzwischen andere sind, an der Nomenklatur hat sich nichts geändert: One, Cooper, Cooper S, Cooper D und Cooper SD heißen die Motorisierungen auch weiterhin, allerdings verbergen sich inzwischen auch moderne Dreizylinder dahinter. Das Leistungsspektrum reicht bei den Benzinern von 102 bis 192 PS, die Diesel bringen es auf 116 und 170 PS. Das besonders starke John-Cooper-Works-Modell mit 231 PS wird im Laufe des Jahres nachgereicht.

Das berühmte Go-Kart-Feeling gehört zur DNA des Mini

Wir konnten den Cooper S fahren. Das Auto geht zackig, aber gutmütig um die Ecken – das berühmte Go-Kart-Feeling, der Kontakt zur Straße und eine präzise Lenkung gehören zur DNA dieses Autos. Vom Einfluss der Motors auf die Vorderachse ist dagegen nicht viel zu spüren. Braune: „Das liegt auch mit an der hohen Steifigkeit der Karosserie, die ja bei vielen Cabriolets konstruktionsbedingt ein Problem ist.“

Ein teurer Fahrspaß

Und natürlich ist das Car-Infontainment ein wahres Füllhorn. Hier hauen die Bayern alles raus, was möglich ist – das ist man dem Kunden oder der Kundin schuldig. Oder andersherum: Der oder die erwarten es. Denn ein hippes Auto muss vollständig vernetzt sein, ohne Zugang zu allen möglichen Onlinediensten, Unterhaltungsangeboten und den sozialen Netzwerken geht bei der anvisierten Kundschaft nichts mehr.

Die wird dann auch ordentlich zur Kasse gebeten: Bei 21.900 Euro für den Mini One geht es los. Aber damit ist es nicht getan. Wer auf dem Wunschzettel noch das eine oder andere Extra stehen hat, muss entsprechend drauflegen. So ein Mini hat schließlich seinen Preis.

Von Gerd Piper

Motoren: 3 Benziner, 2 Diesel

Leistung Benziner: 75/102–141/192 kW/PS

Leistung Diesel: 85/116–125/170 kW/PS

Max. Drehmoment: 180–360 Nm

Beschleunigung (0–100 km/h): 7,2–10,6 s

Höchstgeschwindigkeit: 190–230 km/h

Länge/Breite/Höhe: 3,82/1,73/1,42 m

Verbrauch: 4,9/6,1 l Super, 3,8/4,4 l Diesel

CO 2-Emission: 100–142 g/km

Kofferraum: 160–215 l

Preis: 21.900 bis 31.600 Euro

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