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Mitten durch die Walachei

Skoda Octavia Scout Combi im Test Mitten durch die Walachei

Grandiose, unberührte Natur, bittere Armut: Skodas Euro Trek führte im neuen Octavia Scout Combi an die östlichen Grenzen Europas. Ein geeignetes Auto fürs Gelände?

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Skoda Octavia Scout: Mit  Allradantrieb nimmt der Tscheche auch unwegsames Terrain unter die Räder.

Quelle: Hersteller (5)

Man muss nicht bis ans Ende der Welt reisen, um ein Stück unverbrauchter Natur zu finden, das noch nicht von der Zivilisation zubetoniert worden ist. Keine zwei Flugstunden von Deutschland entfernt, liegt am östlichen Rand Europas Rumänien mit den Karpaten, der Walachei und den Weiten des Donaudeltas. Staubige, von tiefen Schlaglöchern übersäte Straßen, die sich über Berge, durch Felder und Urwälder fressen, sind das Terrain, das sich Skoda für den Euro Trek 2016 ausgesucht hat. Mehr als 800 Kilometer in einem allradgetriebenen Octavia Scout von Sibiu ans Schwarze Meer garantieren Eindrücke, die man so schnell nicht mehr vergisst.

Soweit der Allradantrieb trägt

Allrad-Fahrzeuge mit dem entsprechenden Offroad-Look stehen noch immer für Freiheit und Abenteuer. Dem eher biederen Skoda Octavia würde man solche Attribute nicht so ohne Weiteres zuordnen. Doch ein paar Zentimeter mehr Bodenfreiheit inklusive Schlechtwegepaket und ein stabiler Unterbodenschutz ändern das Bild, zumal auf dem Dachgepäckträger ein Ersatzreifen festgezurrt ist. Und genau darum geht es: Skoda will zeigen, dass ein Fahrzeug vom Zuschnitt des Octavia mit der entsprechenden Ausrüstung mehr ist als eine Mogelpackung, die viel verspricht und wenig kann.

Unterwegs durch das Armenhaus Europas

Rumänien ist nicht unbedingt das Land, das sich der Westeuropäer für seine nächste Urlaubsreise aussucht. Selbst die Badeorte am Schwarzen Meer sind nahezu gänzlich aus den Urlaubsangeboten der großen Tourismusunternehmen verschwunden. Nicht ohne Grund: Das Land, das seit 2007 Mitglied in der Europäischen Union ist, gilt als Armenhaus Europas. Vor allem auf dem Land fühlt man sich in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts zurückversetzt: Pferdefuhrwerke, Menschen, die ihre Felder mit Hacken beackern, und der überall sichtbare Verfall gehören zum Alltagsbild.

Durch tiefen Schluchten und düstere Täler

Dem gegenüber steht die teilweise grandiose Natur. Transsilvanien mit seinen tiefen Schluchten, düsteren Tälern, schneebedeckten Bergen und dem Dracula-Schloss Bran bildet den Auftakt einer Tour, die man in Europa so nicht erwartet hätte. Zwar fällt das Gelände, das man für den Octavia Scout ausgesucht hat, zumeist in die Kategorie „leicht“, doch schon die tief in den lehmigen Boden eingebrannten Spuren der Pferdekarren sind eine gewisse Herausforderung, auch weil der Zeitrahmen ziemlich eng gesteckt ist und man die teilweise beängstigenden Schlaglöcher nicht immer in Schleichfahrt umkurven kann.

Mit PS die Berge hinauf

Und da, anders kann man es nicht sagen, schlägt sich der Octavia Scout bravourös: Der Wagen bügelt in der Regel problemlos über die Unebenheiten der Straßen hinweg, ohne die Bandscheiben der Insassen über Gebühr zu strapazieren, er klettert brav Anstiege empor, wühlt sich durch regennasse Wälder und lässt die 184 Pferdchen des 2,0-Liter-Diesels brav losgaloppieren, sobald es die Fahrbahn mal erlaubt. Dass die Federbeine mal voll durchschlagen, kommt zwar vor, bleibt aber die Ausnahme.

Über wacklige Brücken

Ganz dem Offroad-Gedanken verpflichtet, gibt es Passagen, in denen die Insassen mächtig Staub schlucken. Dann wieder führen die Straßen durch endlose Urwälder und die abgelegenen Gegenden der Walachei. Aus Fahrersicht ist sicherlich einer der spannenden Momente die Überquerung eines Flusses auf einer Hängebrücke, deren Fahrbahn aus Brettern besteht, die bei jedem Zentimeter laut aufächzen, sodass man sich unweigerlich bei dem Gedanken ertappt, was wohl wäre, wenn die Aufhängung im nächsten Moment nachgeben würde. Diese Brücke, das steht mal fest, wäre hierzulande selbst für Fußgänger längst gesperrt worden.

Die Fahrt ins Donaudelta ist dann purer Balsam für die Seele: Sanfte Hügel, nahezu endlose Weiten, Schilfgürtel an den Straßenrändern – schöner kann Autofahren nicht sein. Am letzten Tag gibt es dann doch noch einen Gruß aus dem modernen Europa in Form eines riesigen Windparks, der sich über viele Kilometer etwas landeinwärts an der Schwarzmeerküste in Richtung des Zielortes Constanta hinzieht. Dort heißt es dann Bilanz ziehen. Und die fällt eindeutig aus: Drei Tage in einem Land voller Brüche, drei Tage auf Straßen, die man in dieser Form in Europa erst einmal finden muss, drei Tage, an die man noch lange zurückdenken wird. Ganz klar: Daumen hoch!

Von Gerd Piper

Skoda Octavia Scout Combi

Motor: 2,0-Liter-TDI Diesel
Antrieb permanent: 4x4
Leistung: 135/184 kW/PS
Max. Drehmoment: 280 Nm
0–100 km/h: 7,8 s
Höchstgeschwindigkeit: 216 km/h
Länge/Br./Höhe: 4,69/1,81/1,53 m
Verbrauch: 6,6 l Diesel
Kofferraum: 610-1740 l
Preis: ab 30.550 Euro

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