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Klein, fein, mein!

Nissan Micra im Test Klein, fein, mein!

Der neue Nissan Micra verströmt einen Hauch von Luxus. Eine Probefahrt...

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Alles neu beim Micra: Den Kleinwagen haben die Japaner völlig umgestaltet. Die eigentliche Überraschung ist aber die Qualität des Interieurs.

Quelle: Hersteller

Schluss mit niedlich: Der neue Nissan Micra will nicht länger Mamas Liebling sein, sondern als erwachsenes Auto wahrgenommen werden. Die runden Formen des Kleinwagens sind zugunsten einer fast schon coupéhaften Seitenlinie verschwunden, der neue dynamische Charakter wird mithilfe einiger Sicken und Kanten sehr klar definiert, fast schon ein bisschen zu klar. Was nichts daran ändert, dass das (Aller-)Weltsauto in der nunmehr fünften Generation sein Image als Billigheimer dank eines völlig neu konzipierten Innenraums ablegt. Wir wissen nicht, wie der neue Micra nach 100.000 Kilometern dastehen wird, doch das, was uns Nissan als Testwagen hingestellt hat, war überzeugend, frei nach dem Motto: klein, fein, mein.

Fahren in einer anderen Liga

Es hat einige Jahre gedauert, bis sich die Einsicht durchgesetzt hat, dass Kleinwagen nicht immer mit billig gleichzusetzen sein muss. Zwar gibt es den Micra zu einem günstigen Einstiegspreis von 12.990 Euro, doch wer ein paar Tausender drauflegt, fährt nicht nur gefühlt in einer anderen Liga. Die Motorisierung ist mit zwei kleinen Benzinern (73 und 90 PS) und einem Diesel (90 PS) übersichtlich und legt damit die Vermutung nahe, dass auch der Neue überwiegend für den Stadtverkehr konzipiert wurde, aber wer sich in dem Fahrzeug erst einmal eingerichtet und die ersten Kilometer zurückgelegt hat, kommt schnell zu der Einsicht, dass hier viel mehr drin ist: ein vollwertiges, kleines Auto mit Qualitäten, die auch für längere Strecken ausreichen.

Ursächlich dafür ist in erster Linie die Innenausstattung, in unserem Fall die Variante N-Connecta, also die vierte der fünf Ausstattungslinien, ergänzt durch das optionale Innenraumpaket Energy Orange für 400 Euro Aufpreis. Dafür gibt es eine exzellente Innenraumverkleidung samt darauf abgestimmter Sitzpolsterung mit farblich abgesetzten Akzenten, die einen schnell vergessen lassen, in einem Micra zu sitzen. Außerdem verfügte unser Testwagen optional weiter über Sitzheizung, beheizbare Außenspiegel, Rückfahrkamera und Parksensoren und einige Designelemente, unter anderem 17-Zoll-Felgen, die den Grundpreis von 18.590 Euro auf insgesamt 20.650 Euro anhoben. In der Summe gut angelegtes Geld.

Umfangreiche Serienausstattung

Denn schon die Serienausstattung der N-Connecta-Linie dürfte beim Besitzer für eine heitere Grundstimmung sorgen – ist doch so ziemlich alles an Bord, was man vor noch nicht allzu langer Zeit nur aus den höheren Fahrzeugklassen kannte: Klimaautomatik inklusive Pollenfilter, Tempomat, Lenkradfernbedienung, Fahrlichtautomatik, aktive Spurkontrolle, Regensensor, vertikal verstellbare Lenkradsäule, ein höhenverstellbarer Fahrersitz, das Nissan-Connect-Navigationssystem samt der üblichen Anschlüsse und Google-Angebote, und, und, und.

Fahrleistung für den Alltag

Unser Testwagen war mit dem 90-PS-Benziner ausgerüstet, einem 900 Kubikzentimeter großen dreizylindrigen Maschinchen mit einem maximalen Drehmoment von 140 Newtonmetern, das – man vermutet es bereits – keine Bäume ausreißt. Der Wagen schleppt sich aus dem Stand in 12,1 Sekunden auf Tempo 100 und bringt es auf eine Spitze von 175 km/h. Und jetzt passiert das kleine Wunder: Wer Gas gibt und sauber durch die fünf Gänge des manuellen Getriebes schaltet, dem kommt der Kleine plötzlich viel schneller, ja geradezu flott vor. Der Micra wieselt zwar nicht über die Straßen, aber im Alltag reicht die Leistung für alle normalen Fahrsituationen inklusive Überholmanöver völlig aus. Der Dreizylinder entwickelt dabei einen leicht angerauten Grundton, richtig laut wird das Aggregat aber nicht.

Guter Durchschnittsverbraucher

Wir sind mit dem Micra mehrere Hundert Kilometer am Stück gefahren und anschließend stressfrei ausgestiegen. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob eventuell ein lang übersetzter sechster Gang bei Überlandfahrten wünschenswert wäre, aber ganz ehrlich: Vermisst haben wir ihn nicht. Und auch beim Verbrauch konnte das Auto überzeugen. Nissan gibt den Durchschnittsverbrauch mit 5,1 Litern an, wir lagen mit 5,2 bis 5,6 Litern nur unwesentlich höher. Unterm Strich ist der neue Micra für uns eine sehr positive Erfahrung gewesen, die zeigt, dass man klein kaufen und damit ganz schön groß fahren kann.

von Gerd Piper

Nissan Micra N-Connecta

Motor 0,9-Liter-Dreizylinder-Benziner
Leistung 66 kW–90 PS
Max. Drehmoment 140 Nm
0–100 km/h 12,1 s
Spitze 175 km/h
Verbrauch 5,1 l Super
CO 2-Emission 115 g/km
Länge/Breite/Höhe 3,99/1,73/1,46 m
Kofferraum 300–1004 l
Radstand 2,53 m
Getriebe Fünfgang-Schaltgetriebe
Preis (Testwagen) 20.650 Euro

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