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Die große Luxussause

Porsche Panamera im Test Die große Luxussause

Porsche hat den Panamera vollkommen neu entwickelt und dabei den schnellsten Seriendiesel der Welt auf die Räder gestellt. So war die Probefahrt ...

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Porsche Panamera: Die Optik des Viertürers wurde dem Elfer angeglichen.

Quelle: Hersteller (4)

Nach sieben Jahren und 150.000 verkaufter Einheiten hat Porsche den Panamera neu erfunden. Der Wagen, der als Gran Tursimo der Marke eine ganz neue Kundenschicht erschlossen hat, war für eine Runderneuerung dran. Und Porsche hat ganze Arbeit geleistet. Denn der neue sieht so gut aus, ist jetzt optisch so nah am Elfer dran, dass man mit dem alten eigentlich gar nichts mehr zu tun haben möchte. Dass man obendrein alte Schwächen ausgemerzt und das Fahrzeug technisch auf ein ganz neues Niveau gehoben hat, dürfte eine bittere Pille für alle Besitzer des alten Panamera sein. „In dem Fahrzeug steckt viel, wie wir uns die Zukunft von Porsche vorstellen“, sagt Vorstandsmitglied Albrecht Reimold. „Wir haben bisher unvereinbare Gegensätze in einem Fahrzeug vereint.“

Antrieb auf Adrenalin eingestellt

Wie man sich die Zukunft bei Porsche vorstellt, zeigt ein einfacher Drehschalter am Lenkrad: der Sport-Response-Button, was so viel heißt wie Überholknopf. Zwar kann man dort zwischen drei Fahrmodi und einer individuell einstellbaren Konfigurierung wählen, doch der Druck auf den Knopf stellt alles in den Schatten. Denn von einem Moment zum anderen ist die gesamte Antriebseinheit auf Adrenalin, auf maximalen Schub getrimmt. Das achtstufige Doppelkupplungsgetriebe schaltet blitzschnell ein paar Gänge runter und versprüht zwanzig Sekunden lang eine Portion extra Gift. Ab geht die Post! Das gibt’s zwar schon im Elfer, doch für dieses Fahrzeug ist das Knöpfchen ein Novum. Und es zeigt, wohin Porsche mit dem Panamera will, was die unvereinbaren Gegensätze eint: die Spreizung von der komfortorientierten Limousine bis hin zur Performance eines echten Sportwagens.

Drei Turbomotoren für den Panamera

Damit das klappt, reicht natürlich nicht nur das Knöpfchen. Ein superaufwendiges Fahrwerk sowie drei neue Biturbo-Motoren mit 422, 440 und 550 PS machen den Panamera laut Baureihenleiter Gernot Döllner zur „ultimativen Fahrmaschine im Segment der Luxuslimousinen“. Zumal die maximalen Drehmomente von 550 bis 850 Newtonmetern schon kurz oberhalb der Leerlaufdrehzahl anliegen. Döllner belegt das mit gleich zwei Superlativen: Zum einen jubelt der 422 PS starke Selbstzünder (116.954 Euro) den Panamera auf bis zu 285 km/h hoch und macht ihn damit zum derzeit serienschnellsten Diesel der Welt, zum anderen hat das Auto mit einer Rundenzeit von 7:38 Minuten auf der Nordschleife des Nürburgrings einen neuen Rekord in seiner Fahrzeugklasse hingelegt.

Neu gestaltetes Cockpit

Tatsächlich fasst sich das Fahrzeug auf der Straße auffallend leicht an, selbst mit vollem Schub lässt es sich problemlos beherrschen, was sicherlich auch am immer verbauten Allradantrieb liegt. Mit der optionalen Hinterradlenkung dürfte der Panamera dann nochmals etwas schärfer um die Kurven gehen. Wobei sein eigentliches Revier Autobahnen und die lang gestreckten Kurven auf Landstraßen sind. Hier dürften sich die Insassen im forcierten Reisemodus am wohlsten fühlen, zumal man es ihnen mit den ebenfalls ganz neu entwickelten, vielfach verstellbaren Sitzen so bequem wie möglich machen will. Was dem Panamera-Fahrer das Leben ebenfalls verschönern dürfte, ist das komplett neu gestaltete Cockpit. Die vielen und oftmals kritisierten Schalter auf der Mittelkonsole sind zugunsten eines Touchscreens verschwunden, der trotzdem einen direkten Zugriff auf die verschiedenen Funktionen ermöglicht. Das sieht gut aus, ist intuitiv erfassbar und leicht zu bedienen. Ein virtuelles Cockpit, wie man es von den Konzerngeschwistern Audi und Volkswagen kennt, gibt es dagegen nicht. Denn ganz der Tradition verpflichtet, wird bei Porsche wohl auf immer und ewig der Drehzahlmesser in der Mitte der Instrumententafel thronen. Was übrigens auch für den Zündschlüssel links vom Lenkrad gilt, als Reminiszenz an den alten Le-Mans-Start. Ansonsten aber hat auch im Panamera die Digitalisierung Einzug gehalten.

Mit dem neuen Panamera haben sich die Schwaben einen großen Gefallen getan: Das etwas pomadige Heck ist Geschichte, der Wagen befindet sich in jeder Beziehung auf der Höhe der Zeit. Eine Luxuslimousine mit sehr viel Sportwagen-DNA, ein Porsche eben.

Von Gerd Piper

Porsche Panamera

Motoren 2 Benziner, 1 Diesel
Diesel 310 kW-422 PS
Benziner 324/404 kW-440/550 PS
Max. Drehmoment 550-850 Nm
0-100 km/h 3,8-4,5 s
Spitze 285-306 km/h
Verbrauch 8,2/9,4 l Super, 6,8 l Diesel
CO 2-Emission 178-214 g/km
Länge/Breite/Höhe 5,05/1,94/1,43 m
Kofferraum 495-1304 l
Radstand 2,95 m
Getriebe Achtgang-Doppelkupplung

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