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Der Junge-Leute-Audi

SUV-Autotest Der Junge-Leute-Audi

Nicht der größte, aber der zurzeit wohl schönste Audi: Mit dem kleinen SUV Q2 zielen die Ingolstädter Autobauer besonders auf ein hippes urbanes Publikum mit Geld. Eine Probefahrt.

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Mit dem neuen Q2 sollen ganz bewusst junge Leute angesprochen werden.

Quelle: Hersteller

Wenn ein neues Auto in einem Flugzeughangar präsentiert wird und die Protagonisten ihre Botschaften über eine riesige Videoleinwand verkünden, dann muss es sich um etwas Besonderes handeln. Kein Brot-und-Butter-Auto, kein Modell, das man mal so nebenbei in den Markt schiebt, sondern ein Fahrzeug, für das der Hersteller Aufmerksamkeit fordert. So geschehen unlängst auf einem Militärflugplatz in der Schweiz, wo Audi sein neues SUV Q2 für den Erstkontakt hinstellte. Ein kleiner sportlicher Brummer, ein hippes Lifestyle-Vehikel, ganz auf jugendlich getrimmt, fit gemacht für das Abenteuer Großstadt. So etwa sehen sie das in Ingolstadt. Unterm Strich ist der Q2 ein weiteres kleines SUV, das technologisch auf Oberklassenniveau hochgerüstet werden kann und dann dementsprechend teuer wird. Wir sind das Auto, das im Herbst auf den Markt kommt, die ersten Kilometer gefahren.

Foto: Der SUV Q2 ist ein schönes, technisch hochklassiges Fahrzeug, das sehr viele Wahlmöglichkeiten bietet.

Der SUV Q2 ist ein schönes, technisch hochklassiges Fahrzeug, das sehr viele Wahlmöglichkeiten bietet.

Quelle: Hersteller

Audi mit Ecken und Kanten

Zugegeben, der Wagen sieht klasse aus. Mit Kanten und Ecken. Optisch nicht mehr so weichgespült wie beispielsweise der Q3. Der Singleframe-Grill, für manchen Autofan mehr Fluch denn Segen, ist als Oktagon, also als Vieleck mit acht Seiten, gezeichnet. Damit hebt sich der Q2 als kleinstes Mitglied der Ingolstädter SUV-Familie deutlich von den größeren Geschwistern ab. Die Gruppe, die man mit dem Design ins Visier nimmt, fixiert Exterieur-Designer Matthias Fink so: „Es ist die junge Generation, Fashion und Design spielen hier eine ganz wichtige Rolle.“ Und ein Mitarbeiter aus der Marketing-Abteilung präzisiert den Kundenkreis noch einmal: Man ziele auf Kunden, die noch „frisch“ geblieben sind. Übersetzt heißt das: junge, erfolgreiche Menschen aus dem urbanen Umfeld, die ihren gehobenen Status unter anderem durch das Auto dokumentieren, das sie fahren.

Für Sonderwünsche offen

Denn „frisch“ heißt auch, dass sie über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen sollten. Mit einem Einstiegspreis von 22.900 Euro für einen Dreizylinder-Benziner mit 116 PS in einem Mini-SUV ist der Q2 alles andere als ein Schnäppchen. Dafür erhält man als Gegenleistung ein äußerst stylish gestaltetes Interieur, das alle Attribute eines modernen sportlich ausgerichteten Fahrzeugs enthält: Sportlenkrad, auch mit abgeflachtem Lenkradkranz, Head-up-Display, Sportsitze und gut ablesbare Rundinstrumente auf Wunsch auch im virtuellen Cockpit, das bereits aus diversen Audi-Modellen bekannt ist und dem Fahrer die Möglichkeit gibt, das digitale Instrumentarium nach seinen Wünschen zu konfigurieren. Wer mehr PS haben möchte, muss auch mehr zahlen. Je nach Leistung der sechs möglichen Motorisierungen (3 Benziner, 3 Diesel) geht es fein abgestuft hoch bis 34.000 Euro für den 190- PS-Diesel. Da sind dann aber Doppelkupplungsgetriebe und der quattro-Allradantrieb inklusive.

Foto: Zwar bietet der SUV Q2 wenig Platz im Fond, dafür gibt es als Gegenleistung ein äußerst stylish gestaltetes Interieur.

Zwar bietet der SUV Q2 wenig Platz im Fond, dafür gibt es als Gegenleistung ein äußerst stylish gestaltetes Interieur.

Quelle: Hersteller

Doch damit ist noch lange nicht Schluss: Denn die vielen Wahlmöglichkeiten sollen die Begehrlichkeiten bei der Kundschaft kitzeln: Oberflächen, Zierleisten, Ambientebeleuchtung, einzeln oder in Paketen, Fahrerassistenzsysteme, das gesamte Online-Paket – nichts ist unmöglich. Immer mit dabei: eine fest verbaute Sim-Karte. Denn ein Auto, das nicht ständig online ist, wird junge Käufer kaum begeistern können. Wer all das ausschöpft und bezahlen kann, fährt am Ende das kleinste Oberklassenfahrzeug, das derzeit auf dem Markt zu haben ist.

Sportliches Fahren

Wobei eine Frage noch nicht beantwortet ist: Wie fährt sich der Q2? Audi verspricht vollmundig „gokart-feeling“ dank extrem breiter Spur und optimaler Gewichtsverteilung. Nun, „gokart-feeling“, wie man es beispielsweise aus dem Mini kennt, kommt beim Q2 nicht auf. Selbst dann nicht, wenn das Auto über das fünfstufige Fahrdynamiksystem Audi drive select verfügt und der Wahlschalter auf „dynamic“ steht. Dank des aufwendigen Fahrwerks und der entsprechend präzisen elektronischen Lenkung geht der Q2 sehr sauber durch die Kurven, lässt sich leicht handeln und im Grenzbereich (wir hatten Allradantrieb) jederzeit beherrschen. Für richtig sportliches Fahren müsste das Fahrwerk jedoch einen Tick straffer, die Rückmeldung vom Untergrund noch etwas direkter sein. Vermutlich wäre uns das überhaupt nicht aufgefallen, hätte Audi nicht von sich aus besagtes „gokart-feeling“ ins Gespräch gebracht. Und tatsächlich ist dieser Punkt im Grunde unwichtig, denn er schmälert den Spaß, den man mit dem Auto haben kann, in keinster Weise.

Foto: Und wie immer wird bei Audi die Sicherheit auch im Q2 großgeschrieben.

Und wie immer wird bei Audi die Sicherheit auch im Q2 großgeschrieben.

Quelle: Hersteller

Außerdem wird der erfolgreiche, junge Großstädter sein kleines Schmuckstück kaum dazu hernehmen, um damit am Wochenende irgendwo in der Pampa wie der Teufel um die Ecken zu jagen. Dafür steckt in dem Auto einfach zu viel Geld drin.

Von Gerd Piper

Audi Q2

Motoren 3 Benziner, 3 Diesel
Diesel 85/140 kW/-116/190 PS
Benziner 85/140 kW-116/190 PS
Max. Drehmoment 200-400 Nm
0-100 km/h 6,8-10,7 s
Spitze 190-219 km/h
Verbrauch noch keine Angaben
Co 2-Emission noch keine Angaben
Länge/Breite/Höhe 4,19/1,79/1,51 m
Kofferraum 405-1050 l
Radstand 1,79 m
Getriebe  Handschalt(6)- + DSG(7)-Getriebe
Preis ab 22.900 bis 34.000 Euro

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