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Die Schönen der Anderen

SUVs im Vergleich Die Schönen der Anderen

Der SUV-Markt boomt wie kaum ein anderes Segment: Wir haben uns zwei kleine Modelle von Importeuren näher angesehen

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Zwei attraktive Ausländer: Fiat und Mazda interpretieren das Thema SUV ganz unterschiedlich, liegen aber von der Leistung her gar nicht weit auseinander.

Quelle: Hersteller

Man kann sie mögen, muss es aber nicht: SUVs haben sich längst von ihren Ahnen, den Geländewagen, emanzipiert und boomen auf den Automärkten dieser Welt. Kein Wunder also, dass jeder Hersteller mindestens ein SUV im Angebot führt. Wir haben uns zwei Kompaktmodelle von Importeuren angesehen, die sich in einem gleichen: Sowohl der Mazda CX-3 als auch der Fiat 500X zählen zu den Fahrzeugen, die nicht durch pubertäres Gehabe auffallen, sondern durch einen gediegenen Auftritt – und das gilt für Design und Technik gleichermaßen.

Fiat 500 X

Dass die Italiener den Erfolg ihres Fiat 500 fortschreiben wollen, liegt auf der Hand. Selten ist ein Retrodesign so eingeschlagen wie bei dem wiederbelebten Kleinwagen mit seiner langen Geschichte. Also mussten neue Fahrzeuge her, denen man die typischen Merkmale des 500 ins Blech schmiedete. Der langgezogene 500 L ist ein Beispiel, wie man es nicht machen sollte – der Charme des Originals findet sich weder innen noch außen. Anders bei der SUV-Version 500 X. Die ist tatsächlich kein 500er, weil sie technisch mit dem Jeep Renegade verwandt ist. Aber die Silhouette vor allem in der weltgewandten Lounge-Version suggeriert durchaus, dass hier ein Fiat 500 in der Stretchversion daherkommt, ein 500, den man wie durch ein Brennglas betrachtet.

Die Vorteile des Konzepts liegen auf der Hand und sind hinlänglich bekannt: die gute Rundumsicht, der leichte Einstieg, die erhöhte Sitzposition. Dazu gesellt sich mit dem 120-PS-Diesel eine Maschine, die schon im Jeep Renegade überzeugt hat, auch wenn sie leicht rau klingt. Dafür stimmt der Vortrieb, der auch spontanes Überholen möglich macht. Das Fahrwerk hält den Italiener dabei fest in der Spur, die Balance zwischen straff gegurtet und Komfort ist nahezu perfekt. Im Gegensatz zum amerikanischen Verwandten, der als Offroader überwiegend mit Allradantrieb geordert wird, fährt der 500 X meistens mit Frontantrieb. Macht aber nichts, denn die Geländegängigkeit spielt hier keine große Rolle.

Und die Passagiere dürfen sich in dem Fahrzeug wohlfühlen, das Ambiente stimmt. Die Softtouchmaterialien, gepaart mit Carbon- und Alu-Look, schmeicheln nicht nur dem Auge, das Ganze ist auch so wertig, wie es aussieht. Und die wichtigsten Fahrerassistenzsysteme sind ebenfalls an Bord. Ganz klar: So schön kann ein SUV im Kompaktsegment sein.

Fiat 500X 1.4 Multijet 4X2

Motor 1,6 l 4-Zylinder Turbodiesel
Leistung 88 kW/120 PS
Max. Drehmoment 320 Nm
0-100 km/h 10,5 s
Spitze 186 km/h
Verbrauch 4,0 l Diesel
CO 2-Emission 106 g/km
Länge/Br./Höhe 4,25/1,80/1,60 m
Kofferraum 350-1000 l
Getriebe Sechsgang-Schaltgetriebe
Preis ab 25.600 Euro

Mazda CX-3

Der Mazda CX-3 ist der kleine Bruder des japanischen Erfolgsmodells CX-5. Ein knuffiges Fahrzeug mit ein paar dezenten Ecken und Kanten, das idealerweise zwei Personen samt Gepäck problemlos in den Urlaub befördert und sich in keiner Weise hinter dem italienischen Konkurrenten verstecken muss. Es verströmt zwar nicht ganz den Charme des eleganten Südländers, dafür überzeugt es aber mit seiner grundehrlichen Gangart. Auch ist der von uns getestete 105-PS-Diesel nicht ganz so spritzig wie der 15 PS stärkere Fiat. 

Auch im Innenraum ist der Japaner der eher bodenständige Typ, kein Chichi, dafür eine aufgeräumte Fahrgastzelle, in der alles seine Ordnung hat. Weil der CX-3 auf der Plattform des Mazda2 aufgebaut ist, geht es auf der hinteren Sitzreihe allerdings etwas beengt zu. Größere Personen dürften dort Schwierigkeiten haben – sowohl, was die Kopf- als auch die Kniefreiheit angeht. Wie alle Mazda-Modelle hat auch das kleine SUV einen ausgesprochen sympathischen Charakter. Wirkliche Abzüge in der B-Note gibt es allerdings für das Navigationssystem von TomTom. Es ist langsam und findet nicht immer die optimale Route.

Richtig überzeugend geht es aber auf der Langstrecke zu. Trotz der kompakten Ausmaße wird es für die Insassen – wir sprechen hier immer von den vorderen Sitzen – niemals anstrengend. Der Sitzkomfort ist ausgezeichnet, und wer mit Hilfe der Fahrerassistenzsysteme (eine adaptive Geschwindigkeitsregelung mit radarunterstütztem Abstandshalter) unterwegs ist, schwimmt auf der Autobahn entspannt im Strom mit. Da unser Testwagen obendrein über Allradantrieb verfügte, war auch schlechtes Wetter kein Problem. Den Mazda CX-3 mag man auch dann noch, wenn der Nachbar schon längst ein neues Auto fährt.

Mazda CX-3 105 l

Motor 1,5 Liter 4-Zyl. Turbodiesel
Diesel 77105 kW/PS
Max. Drehmoment 270 Nm
0-100 km/h 10,0 s
Spitze 173 km/h
Verbrauch 4,7 l Diesel
CO 2-Emission 123 g/km
Länge/Br./Höhe 4,28/1,77/1,54 m
Kofferraum 350-1260 l
Getriebe Sechsgang-Schaltgetriebe
Preis ab 27.090 Euro

Und das sagt meine Frau dazu:
Elegant gegen knuffig, klar, wer da für mich die Nase, pardon, den Kühler vorn hat. Nein, nicht was Sie denken, Lifestyle gewinnt nicht immer, auch wenn der kleine Italiener ganz klar der Schönere ist. Praktischer ist halt der Mazda, auch wenn ich ihn mir ein bisschen sportlicher gewünscht hätte.

Von Gerd Piper

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