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So schön kann schwedisch sein!

Ein Schwede auf Probefahrt So schön kann schwedisch sein!

Mit dem neuen S90 bringt der schwedische Autohersteller Volvo eine attraktive Limousine in die automobile Business-Class. Eine Probefahrt...

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Klare Linien, große Limousine: Der Volvo S90 überzeugt von außen und innen. 

Quelle: Hersteller (3)

Deutsche Autofahrer mögen ganz offensichtlich schwedische Autos. Volvo ist weltweit auf Erfolgskurs, wächst hierzulande aber noch stärker als auf dem Gesamtmarkt. Zwar kommen die Schweden nicht an die Verkaufszahlen der deutschen Premiumhersteller heran, doch die hohen Sicherheitsstandards, skandinavisches Design und die sprichwörtliche Zuverlässigkeit finden immer mehr Anhänger. Und nun schicken die Schweden seit langem mal wieder mit dem neuen S90 eine Limousine in der oberen Mittelklasse an den Start. Das fast fünf Meter lange Fahrzeug, das an diesem Wochenende in den Handel kommt, besticht mit seiner eleganten Linienführung und einem noblen, aber zurückhaltenden Ambiente, das bei Fahrern  in der Business-Class einen bleibenden Eindruck hinterlassen dürfte.

Die drei Säulen des Erfolgs

Wenn Volvo gegenwärtig ein neues Auto auf den Markt bringt, gibt es kaum mal etwas zu bekritteln. Qualität und Haptik machen einer hervorragenden Eindruck, die Sicherheitsausstattung ist häufig wegweisend und das Leistungsband der Antriebe vernünftig ausgelegt. Dazu kommt ein Modellprogramm, in dem sich der Kunde kaum verirren kann: XC60, XC90 und V40 heißen die drei Säulen, auf denen der Erfolg der Schweden beruht. Und auf dem kleinen bisschen anders sein  – übrigens auch im Auftritt, der meistens etwas bescheidener ausfällt als bei der Konkurrenz.

Mit dem S90 präsentiert Volvo jetzt eine ausgesprochen attraktive Limousine, deren Linienführung dank des coupéhaften Hecks von großer Leichtigkeit geprägt wird. Von der massiven Wucht einiger Mitbewerber keine Spur. Trotzdem wird die Karosserieform in Deutschland, einem klassischen Kombimarkt, nur eine untergeordnete Rolle spielen. Zumal mit dem V90 der Kombi bereits wartet. Thomas Bauch, Geschäftsführer von Volvo Deutschland, geht davon aus, dass das Verhältnis Limousine zu Kombi „bei einem zu zwei Dritteln“ liegen wird.

Egal, welcher Variante der Käufer den Vorzug gibt, im Innern sind sie bis zur C-Säule  gleich. Mit einem ausgeprägten Sinn für skandinavische Schönheit: Klare Linien, mit Bedacht eingesetzte, hochwertige Materialien und ein übersichtliches Cockpit schaffen ein Umfeld, in dem sich wohl jeder schnell wohlfühlen dürfte, unabhängig davon, ob die Applikationen aus (Echt)-Holz oder Aluminium bestehen. Glaubt man den Schweden, so spielt das Licht bei der Gestaltung des Innenraums eine besonders wichtige Rolle. „Wer ein halbes Jahr im Dunkeln wohnt, weiß, wie wichtig Licht ist“, bringt es  Volvo-Sprecher Michael Schweitzer auf den Punkt. Und wenn es überhaupt  etwas Kritisches anzumerken gibt, dann ist es das bereits aus dem XC 90 bekannte Infotainment-System, das nach wie vor ein wenig unübersichtlich und nicht besonders intuitiv arbeitet.

Weltweit einzigartiger Lenkeingriff

Dafür sind die Schweden bei dem Rest der Fahrzeugelektronik voll auf Höhe der Zeit. Ein teilautonomes Fahrprogramm ist serienmäßig verbaut und bis Tempo 130 möglich, der City-Notbremsassistent funktioniert bis 200 km/h; und das sogenannte Road Edge Detection System, das bei Tag und Nacht den Fahrbahnrand auch ohne sichtbare Fahrbahnmarkierungen erkennt und notfalls mit einem sanften Lenkeingriff für Korrekturen sorgt, ist weltweit einzigartig. In Bezug auf das teilautonome Fahren betont Bauch, „dass  die Hände am Lenkrad bleiben müssen“. Ein sanfter Hinweis auf das Selbstverständliche, dass durch den tödlichen Unfall eines Tesla-Fahrers draußen, in der freien Wildbahn, offenbar gar nicht so selbstverständlich war und ist.

Zunächst stehen für den S90 jeweils zwei aufgeladene Benziner und  Diesel zur Verfügung, die ein Leistungsspek-trum von 190 bis 320 PS umfassen. Die großen Benziner (T6, 320 PS) werden zusätzlich von einem Kompressor unterstützt, der große Diesel (D5, 235 PS) arbeitet mit der neu entwickelten „PowerPulse“-Technik, bei der verdichtete Luft in das Abgassystem schießt und den Turbolader in Schwung bringt. Die Folge ist ein noch spontaneres Ansprechen, ein Turboloch ist damit de facto nicht mehr zu spüren. Beide Maschinen sind serienmäßig mit einem Allradantrieb verbunden. Ein Plug-in-Hybrid mit 407 PS und ein Dreizylinder-Diesel als neuer Einstiegsmotor sollen das Antriebsprogramm  abrunden. Auf der Straße verhält sich der S90 genauso unaufgeregt, wie es sein Erscheinungsbild vermuten lässt. Das exzellente Fahrwerk bügelt Unebenheiten und Querrillen problemlos weg, schon der kleine Diesel sorgt für beeindruckenden Vortrieb. Unterm Strich ist die  Performance des Fahrzeugs einfach exzellent. Und deshalb wird dieser Volvo auch als Außenseiter im deutschen Premiummarkt eine unverschämt attraktive Alternative sein. Willkommen in der Business-Class!

Volvo S90

Motoren 2 Diesel, 2 Benziner

Diesel 140/173 kW-190/235 PS

Benziner 187/235 kW/-245/320 PS

Max. Drehmoment 350-480 Nm

0-100 km/h 5,9-8,2 s

Spitze 230-250 km/h

Verbrauch 4,4/4,8 l D, 6,5/7,2 l S

Co 2-Emission 116-165 g/km

Länge/Breite/Höhe 4,96/1,90/1,44 m

Kofferraum 500 l

Radstand 2,94 m

Getriebe Achtgang-Geartronic

Preis ab 42.750 bis 61.450 Euro

Von Gerd Piper

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