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Die Katze jagt auf Sparflamme

Januar XF 2.2 D Die Katze jagt auf Sparflamme

Der Normverbrauch stimmt nur selten. Dass es anders geht, zeigt jetzt der neue Turbodiesel im Jaguar XF.

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Sportlich: Auch mit drastisch gesunkenen Verbrauchswerten ist der Jaguar XF immer noch flott unterwegs.

Foto: Werk

Als die automobilen Kronjuwelen des britischen Empires vor einigen Jahren von Ford an Indien verkauft wurde, war offen, was aus Jaguar werden würde. Erfahrungen im Automobilbau hatte der indische Mischkonzern Tata jedenfalls wenig. Aber die Inder agierten schlau. Man beließ die Produktion im Königreich, wechselte einige der Topmanager aus und ließ ihnen ansonsten, wie Jaguar-Chef Ralf Speth betont, viel Spielraum.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit 5,4 Litern ist der neue 2,2-Liter- Turbodiesel mit 140 kW/190 PS der sparsamste Motor der Unternehmensgeschichte von Jaguar. Für 44 900 Euro Einstiegspreis steht der neue Jaguar XF 2.2 D von September an bei den Händlern. Häufig liegen die Angaben der Hersteller zum Verbrauch unverhältnismäßig weit unter den tatsächlichen Verbrauchswerten. Besonders bei Kleinstwagen, deren Motoren oft höhergedreht werden müssen, um im Verkehr mit schwimmen zu können. Hier werden die Versprechungen der Hersteller zum Verbrauch im Testverbrauch eigentlich immer deutlich überschritten.

Nun ist der Jaguar XF kein kleiner Wagen, auch wenn der Verbrauchswert Kleinwagenformat besitzt. Bei hochmotorisierten Wagen ist es einfacher, einen Laborwert selbst auf der Straße nachzufahren. Die werksseitig genannten 5,4 Liter sind für einen Wagen der oberen Mittelklasse jedoch noch immer ein Wert, den man bei der gebotenen Leistung nicht oft genannt bekommt.

Obwohl wir zu zweit und mit Gepäck fuhren und darüber hinaus von München aus in Richtung Süden unterwegs waren, was immer auch etwas bergauf bedeutet, lag der vom Bordcomputer angezeigte Verbrauch auf mehr als 300 Kilometern Wegstrecke mit 6,6 Litern ansprechend niedrig. Waren wir doch überwiegend im Sportmodus unterwegs, wo die mittlere Drehzahl von der geschmeidigen ZF-Achtgangautomatik erheblich höher eingestellt wird als im Komfortmodus. Auch vor der Höchstgeschwindigkeit von rasch zu erreichenden 225 km/h waren wir keinesfalls zurückgeschreckt – ein Fahrstil, der den Tank üblicherweise schnell leer saugt.

Auf einer Sparfahrt vom XF-Werk Castle Bromwich bei Birmingham nach München verbrauchte die geschmeidige Katze auf 4800 Kilometer 4,9 l/100 km: Das bedeutet 1,312 Kilometer ohne Tankstopp. Die Start-Stopp-Automatik des XF 2.2 D wirkt sanft, kaum spürbar. Dass der Vierzylinder des Jaguar beim „Downsizing“ – die vergleichsweise kleine Vierzylindermaschine ist mit der Leistung eines größeren Sechszylinders unterwegs – nicht seinen sportlichen Charakter verloren hat, war eine weitere Überraschung. Dabei ist Jaguar erst spät auf den Trend zum Vierzylinder in der Klasse aufgesprungen. Man traute sich einfach nicht, einen so kleinen Motor im XF zu verbauen. Die Kombination dieses in der Basis von Peugeot stammenden Motors mit dem ZF-Getriebe lässt jedoch nicht Eindruck aufkommen, dieser Jaguar sei untermotorisiert.

Von Christiane. Wildhage

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