Ein Facelift für das bisherige Modell musste her. Aber was tun, wenn der „Alte“ noch gar keine Falten hat? Im vergangenen Jahr lief doch alles super: Der Opel Corsa erkämpfte Rang drei in der bundesdeutschen Zulassungsstatistik, wobei freilich, wie bei anderen Kleinwagen, die Abwrackprämie half. Die Rüsselsheimer haben jedenfalls das Gute bewahrt, dafür aber viel mehr unter dem Blech getan. Die Preispalette für den solide verarbeiteten Stadtfloh beginnt bei 11 300 Euro.
Die Ergebnisse von Vergleichstests konnte Opel nicht ruhen lassen. Im Handling zu behäbig, hieß es da, und in der Lenkung zu wenig Rückmeldung. Das haben die Fahrwerkstechniker nun besser gemacht und die Software für die elektrische Servolenkung überarbeitet. Resultat: Der Corsa fegt jetzt stimmig um die Kurven, leichtgängig und trotzdem präzise steuert er durch den Großstadtverkehr genauso wie über Autobahnen. Weniger Seitenneigung verhilft dem Corsa außerdem zu mehr Fahrstabilität. Die Stabilisatoren wurden rundum verstärkt, zudem sprechen die Stoßdämpfer feiner an und bieten mehr Komfort.
Verbräuche gesenkt
Der Frischzellenkur unterzogen sich auch die Motoren. Als oberstes Ziel hat Opel die Verbrauchssenkung im Visier. Beim 1.3 CDTi Ecoflex sprechen die Zahlen für sich – der Corsa begnügt sich, sogar ohne das für Ende des Jahres angekündigte Start-und-Stopp-System, mit 3,7 Liter auf 100 Kilometer. Der CO2-Ausstoß liegt entsprechend bei 98 g pro Kilometer. Der kleine turbogeladene Selbstzünder mit seinen 70 kW/95 PS ist kein lahmes Sparauto, sondern flott unterwegs, wenn er „getreten“ wird, dann allerdings mit höheren Verbrauchswerten. Im Sprint schafft er es in nur 12,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, und erst bei 177 km/h ist Schluss. Neben einer längeren Getriebeübersetzung hat der Sparfuchs eine um 20 Millimeter tiefergelegte Karosserie, eine aerodynamisch ausgefeilte Spoilerlippe und Leichtlaufreifen.
Im Programm bleiben die beiden Diesel mit 55 kW/75 PS und 66 kW/90 PS für 14 110 und 14 990 Euro. Stärkster Diesel ist der 1,7-Liter-CDTI mit 96 kW/130 PS ab 19 500 Euro, der die Euro-5-Norm erfüllt. Er hat ein um 20 Newtonmeter höheres Drehmoment (300 Nm) und verbraucht im Mix mit 4,8 l/100 km rund neun Prozent weniger.
Auch bei den anderen Motoren setzt Opel auf Verbrauchssenkung, sämtliche Benziner erfüllen jetzt die Euro-5-Norm. Dazu hat man die Warmlaufphasen per neuer Thermostatregelung verkürzt und die Ölpumpen modifiziert, um die Reibung im Motor zu senken. Die Benziner mit 1,2 und 1,4 Liter Hubraum bekommen doppelte Nockenwellenversteller. Diese steuern die Ein- und Auslassventile künftig variabel. Aus dem Programm gestrichen hat Opel den 1,0-Liter-Dreizylinder mit 44 kW/60 PS, der den Corsa viele Jahre zu einem preiswerten und wirtschaftlichen Einstiegsauto machte. Der neue 1,2-Liter-Basismotor mit 51 kW/70 PS läuft kultivierter und kostet mit 11 300 Euro nur 160 Euro mehr. Die meisten Kunden werden sich laut Opel zukünftig für den Corsa 1.4 mit 59 kW/87 PS entscheiden, der ab 12 150 Euro angeboten wird. Der Benziner verbraucht im EU-Mix 5,5 Liter Super auf 100 Kilometer und geht im Alltag ausreichend agil zu Werke. Ein sechster Gang wäre jedoch wünschenswert, um Geräusche bei höheren Drehzahlen und Geschwindigkeiten zu verringern.
Auch Autogas möglich
Den auf 74 kW/100 PS Leistung angehobenen 1,4-Liter-Benziner gibt es ab 12 740 Euro. Er verbraucht zwölf Prozent weniger als sein Vorgänger, nämlich 5,5 Liter Super je 100 Kilometer. Im sportlichen Corsa GSi kommt der 1,6-Liter-Turbo mit 110 kW/150 PS zum Einsatz. Auch bei ihm hat Opel den Durst reduziert: 7,3 Liter Super sind es jetzt statt 7,9 l/100 km. Sein Preis: 20 200 Euro. Topmotorisierung bleibt der 141 kW/192 PS starke 1,6-Liter-Turbo im Corsa OPC für 23 300 Euro. Zur umfangreichen Motorenpalette zählen auch zwei Autogasvarianten mit 1,2- und 1,4-Liter Hubraum; sie erfüllen Euro 4 und kosten in der Basisversion 14 290 und 14 940 Euro. Vieles ist im Übrigen serienmäßig an Bord des Corsa, die Klimaanlage und einiges mehr ab der zweiten Ausstattungsstufe Edition. Für den pfiffigen Flex-Fix-Fahrradträger, der wie eine Schublade aus dem hinteren Stoßfänger herausgezogen wird, zahlt der Kunde 530 Euro extra.
Von Ingo Reuss
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