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Gestatten: SsangYong!

Koreaner wieder da Gestatten: SsangYong!

Koreanischer Autobauer versucht mit dem Korando erneut, in Deutschland Fuß zu fassen. Ein Diesel muss reichen.

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Der Korando: Ein modernes SUV, das vor allem mit seinem Platzangebot punkten kann.

Foto: Werk

Quelle: SsangYong

Der koreanische Allradspezialist SsangYong (auf Deutsch: Zwillingsdrache) kam hierzulande nie über ein Nischendasein hinaus. Als das Unternehmen, das sich mehr als 50 Jahre lang in den verschiedenen Märkten behauptete, 2009 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet und seine Zulieferer nicht mehr bezahlen konnte, schien das Schicksal des Autobauers besiegelt. Doch dank der indischen Mahindra-Gruppe, die im vergangenen Jahr als Mehrheitsaktionär in das Unternehmen einstieg, gibt es SsangYong noch. Jetzt nehmen die Koreaner einen neuen Anlauf, um auch in Deutschland Fuß zu fassen.

Möglich machen soll es der Korando, ein SUV, das gegen Fahrzeuge wie den VW Tiguan oder den Ford Kuga antritt. SsangYong Deutschland hat am 1. Januar dieses Jahres seine Arbeit aufgenommen. Die besteht vorerst darin, ein Händlernetz aufzubauen und den neuen Korando zu promoten. 40 Händler habe man bereits unter Vertrag, hieß es bei der Präsentation des Korando. Bis zum Ende des Jahres sollen es 100 Händler sein. Das ist nicht viel, doch bei einem Wartungsintervall von 20 000 Kilometern muss der Korando durchschnittlich nur einmal im Jahr in die Werkstatt.

Die SUV-Verkaufszahlen nähren bei den Verantwortlichen die Hoffnung, dass der Neustart in Deutschland ein Erfolg wird: Die weich gespülten Geländegänger erfreuen sich nach wie vor steigender Beliebtheit, allein 11,5 Prozent aller im ersten Quartal verkauften Autos stammten in Deutschland aus dieser Fahrzeuggattung. Mit dem Korando, so die frohe Botschaft, sei man jetzt mehr als nur wettbewerbsfähig.

Für das Design zeichnet der Italiener Giorgetto Giugiaro verantwortlich, und das Resultat kann sich durchaus sehen lassen: Der Korando ist ein modernes Cross-over-Fahrzeug, also ein Hauch Pkw, ein wenig Kombi und ein bisschen Geländewagen. Käufern machen es die Koreaner einfach – egal für welche der drei Ausstattungsvarianten sie sich auch entscheiden, es steht nur ein Motor zur Verfügung, dessen 129 kW/175 PS vorerst auch nur über ein Sechs-Gang-Handschaltgetriebe an die Antriebswelle gelangen. Doch schon im dritten Quartal des Jahres wird eine Sechs-Stufen-Automatik nachgereicht. Beide Getriebe können sowohl mit reinem Frontantrieb als auch mit der Allradversion gekoppelt werden.

Für den Frontantrieb werden sich laut Marketingprognosen mehr als zwei Drittel aller Korando-Fahrer entscheiden. Dabei bietet der Allradantrieb durchaus Vorteile, vor allem, wenn das Fahrzeug, das immerhin zwei Tonnen auf den Haken nehmen kann, als Zugmaschine genutzt wird. Die Allradversion arbeitet zunächst auch als Frontantrieb, erst bei drohendem Schlupf wird die Antriebskraft in dem Verhältnis 50:50 an die Hinterachse geleitet. Der Fahrer hat zudem die Wahl, den Allradantrieb per Hand zuzuschalten, beispielsweise in leichtem Gelände. Das funktioniert bis zu einer Geschwindigkeit von 40 km/h. Dann schaltet der Antrieb automatisch wieder auf die Vorderachse um, weil der Konstrukteur der Ansicht ist, dass kein Mensch im Gelände wirklich schneller fährt.

Im Innenraum fällt zuerst einmal das Platzangebot positiv auf. Selbst auf den hinteren Sitzen genießen die Passagiere große Beinfreiheit. Auch wenn Verkleidungen und Armaturenträger überwiegend aus Hartplastik bestehen, kann man sich hier schnell wohlfühlen – das Instrumentarium ist übersichtlich und sitzt an der richtigen Stelle.

Etwas nervig ist die laute Maschine, da fühlt man sich in alte Dieselzeiten zurückversetzt. Und auch der Seitenhalt der Sitze könnte besser sein. Schließlich wirbt der Hersteller mit Pkw-ähnlichem Fahrverhalten, das der Korando dank der selbsttragenden Karosserie tatsächlich auch bis zu einem gewissen Maß bietet. Der Wagen kommt flott aus den Startlöchern und geht gut durch die Kurven. Allerdings fühlt sich die Servolenkung etwas schwammig an. Berücksichtigt man die gute Ausstattung – schon zur Basisversion gehören Klimaanlage, ESP, elektrische Fensterheber, Bluetooth-Schnittstelle oder auch ein Berganfahrassistent –, dann bekommt der Korando durchaus Charme. Bei dem Einstiegspreis von 22 990 Euro ist er allemal ein faires Angebot.

Von Gerd Piper

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