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Ziemlich cooler Kasten

Kia Soul EV Ziemlich cooler Kasten

Der Kia Soul EV ist ein erwachsenes Elektroauto ohne Komforteinbußen mit den bekannten Einschränkungen bei Reichweite und Preis.

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Solange man nicht auf die Langstrecke will, ist die elektrische Version des Kia Soul EV ein vollwertiger Begleiter im Alltag.

Quelle: Hersteller

Hannover. Elektroautos haben es dieser Tage schwer. Der anfängliche Hype ist ziemlich abgeflaut, die Zulassungszahlen sind in Deutschland weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben, und abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen scheinen die Hersteller die ungeliebten Stromer nur zum Aufpolieren ihrer Klimabilanz zu produzieren. Trotzdem lohnt sich immer wieder ein Blick auf ein E-Auto. Denn tatsächlich sind viele von ihnen in der Gegenwart angekommen. Jüngstes Beispiel: der Kia Soul EV.

Das Design

Kia folgt dem Konzept von Volkswagen, indem man den Elektroantrieb in ein weltweit eingeführtes Großserienmodell einpflanzt, was produktionstechnische Vorteile hat. Der Nachteil: Der Wagen ist nicht auf den ersten Blick als Elektroauto zu erkennen. Viele Besitzer von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben würden aber gerade das der Umwelt durch eine entsprechende Optik mitteilen. Der E-Soul ist im sogenannten B-Segment irgendwo zwischen Minivan und Kompaktwagen angesiedelt. Auffälligstes Merkmal ist sein Kastendesign, das ihn optisch deutlich von allen Mitbewerbern abhebt. Rein äußerlich entspricht die Elektroversion weitestgehend dem Grundmodell. Allerdings wurde die Aerodynamik durch eine vollständige Unterbodenverkleidung optimiert; der Kühlergrill wurde durch eine Blende ersetzt, hinter der sich die Ladeanschlüsse befinden.

Der Innenraum

Der Innenraum musste nicht neu erfunden werden, ein Griff ins Regal genügte, um sich bedienen zu können. Dazu kommen einige Innovationen wie der Acht-Zoll-Touchscreen als zentrale Schnittstelle zwischen Fahrer und Fahrzeug. Um das Energiemanagement zu optimieren, gibt es eine Fahrerplatz-Klimatisierung. Heizung und Belüftung für den Beifahrer lassen sich vollständig abschalten - bei der Markteinführung vergangenen Jahres eine Weltpremiere. Außerdem lässt sich das Fahrzeug bereits klimatisieren, wenn es noch an der Ladesäule hängt.

Der Antrieb

Der Elektromotor leistet 81,4 kW oder 110 PS und bringt es auf ein Drehmoment von 285 Newtonmetern. Das soll agile Fahrleistungen ermöglichen. Laut Herstellerangaben dauert der Standardsprint von 0 auf 100 km/h 11,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist auf 145 km/h begrenzt. Angetrieben wird das 1565 Kilogramm schwere Fahrzeug über die Vorderräder. Der Akku hat eine Kapazität von 27 Kilowattstunden. Laut Kia ist er wegen seiner hohen Leistungsdichte relativ leicht, wobei eine konkrete Gewichtsangabe in den Datenblättern fehlt. Die Koreaner geben auf die Batterie wie auf das gesamte Fahrzeug eine siebenjährige Garantie oder eine Laufleistung von 150 000 Kilometern. Die Ladezeit an einem 230-Volt-Haushaltsanschluss beträgt mindestens fünf Stunden, an einer Schnellladestation ist der Akku bereits nach 33 Minuten wieder zu 80 Prozent aufgeladen.

Der Fahreindruck

Der Kia Soul EV lässt sich sehr ordentlich bewegen, wobei die Fahrleistungen natürlich alles andere als agil sind. Das fällt beim Start an der Ampel aber nicht weiter negativ auf, weil das volle Drehmoment vom ersten Augenblick an anliegt und das Fahrzeug dementsprechend anschiebt. Da es außer einem leichten Summen des A-Antriebs nur noch die Luft- und Abrollgeräusche der Räder gibt, ist der Wagen recht leise und macht ihn so zu einem ziemlich coolen Kasten. Die Koreaner geben die Reichweite des Soul EV mit 212 Kilometern an. Nach unseren Erfahrungen sind es allerdings höchstens 165 Kilometer bei aufgeladener Batterie, die sich bei entsprechender Fahrweise durchaus noch verringern lassen.

Das Fazit

Der Kia Soul EV ist ein erwachsenes Elektroauto mit einer hohen Alltagstauglichkeit. Die größte Einschränkung ist nach wie vor die beschränkte Reichweite. Das dürfte einer der Hauptgründe sein, dass es E-Autos schwer haben, am Markt Fuß zu fassen. Wer in der Stadt lebt und über eine Garage mit Stromanschluss verfügt, für den dürfte ein solches Auto ein gefälliger Begleiter sein. Alle anderen werden auf neue Batteriegenerationen warten und bis dahin künftig auch weiterhin zu konventionellen Antrieben greifen. Zumal es da noch den Preis gibt: Der Kia Soul beginnt in der Basisversion bei 16 000 Euro, für die elektrische Variante werden mindestens 30 790 Euro fällig. Das ist üppig und schwer zu vermitteln, zumal es immer noch viel zu wenig öffentliche Ladestationen in Deutschland gibt.

Von Gerd Piper

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