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Kleine Lifestyle-Flitzer erobern die Städte
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Auto Kleine Lifestyle-Flitzer erobern die Städte

Die modernen Lifestyle-Flitzer lassen sich hervorragend individualisieren und haben die automobile Hackordnung auf den Kopf gestellt.

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Der Mini: Er ist der Klassiker im Segment und trotzdem stets aktuell.

Quelle: Hersteller

Hannover. Sie sind klein, vielseitig und richtige Herzensbrecher: die Lifestyle-Flitzer, die zunehmend unsere Städte erobern und die automobile Hackordnung auf den Kopf gestellt haben. Denn längst ist klar: Kleinen Autos, die sich persönlich ausstatten lassen, gehört die Zukunft.

Als sich BMW vor zwölf Jahren von seinen Rover-Anteilen trennte und nur den Mini als Marke behielt, gelang den Bayern einer der größten Coups der automobilen Neuzeit: Optisch den legendären Mini Cooper zitierend, stellte man einen Kleinwagen mit Premiumanspruch auf die Räder - und revolutionierte damit ein Segment, das sich in erster Linie über günstige Preise definierte und von Hartplastik und spärlicher Ausstattung dominiert war. Denn plötzlich gab es einen Kleinwagen, mit dem man vor dem Theater oder der Oper vorfahren konnte. Heute ist der Mini der Klassiker im Segment. BMW bringt nahezu jedes Jahr ein neues Modell auf den Markt. Ob Cabrio, Roadster, den Clubman als „Kombi“ oder das SUV Countryman ­ - der Kleine deckt auf zwei Plattformen alle Karosserievarianten ab und spricht als rollender Hotspot auch junge Autofahrer an, bei denen sich die etablierten Hersteller zunehmend schwertun.

Das Leistungsspektrum der Diesel und Benziner reicht von 55 kW/75 PS bis 155 kW/211 PS. Hier kann jeder wählen, was ihm behagt - das Image bleibt davon unberührt. Das günstigste Modell gibt es ab 15650 Euro, am oberen Ende der Preisliste steht der Mini John Cooper Works (211 PS) mit 29500 Euro. Wer sein Auto allerdings persönlich ausrüsten möchte, tritt schnell in die Kostenfalle: Die Liste der Sonderausstattungen ist mehr als 20 Seiten lang. Der Mini-Käufer ordert noch einmal Sonderausstattungen für durchschnittlich 3000 Euro (zum Vergleich Suzuki Swift: 300 Euro). Dafür gehört der Mini zu den wertbeständigsten Fahrzeugen, die der Markt zu bieten hat.

Eine ähnliche Strategie wie BMW verfolgt der italienische Fiat-Konzern mit dem Fiat 500. Auch hier setzten die Designer auf den Retrogedanken, als man 2007 eine Neuauflage des legendären Fiat Nuova auf den Markt brachte, der von 1957 bis 1976 mehr als 3,7 Millionen Mal verkauft wurde und eine ganze Nation mobil machte. Die Neuauflage ist ein fahraktives Auto, das sich nur noch beim Design am Vorgänger orientiert. Sieben Benziner, zwei Diesel und eine Erdgasversion, die zwischen 51 kW/69 PS und 132 kW/180 PS (Abarth Tributo 695 Ferrari) leisten, lassen auch hier kaum Wünsche offen. Zudem hat das Auto als erstes Fahrzeug aus dem sogenannten A-Segment fünf Sterne beim Euro-NCAP-Crashtest erreicht - Höchstwertung.

Der Innenraum erinnert an den 50 Jahre alten Vorgänger: Das Armaturenbrett ist in Wagenfarbe lackiert, die Türgriffe sind verchromt, und im Blickfeld des Fahrers dominiert das runde Zentralinstrument. ABS und das Elektronische Stabilitätsprogramm inklusive Bremsassistenten sind hierzulande serienmäßig an Bord.

Bei Oberflächen, Stoffen, Außenlackierungen und den vielen Extras sind rein rechnerisch rund 549000 Kombinationen möglich. Die Chancen, einmal einem identisch ausgestatteten Auto zu begegnen, sind also gering. Und im Vergleich zum Mini ist die Preisgestaltung geradezu moderat: Sie reicht von 11600 Euro bis 16600 Euro. Das in einer Kleinserie aufgelegte Spitzenmodell Abarth Tributo 695 Ferrari bringt es dann allerdings auf mehr als 42000 Euro. Außer der Cabrio-Version mit Rolldach wird der 500 seit einiger Zeit auch als 500 L angeboten - dann kommt die Retroknutschkugel als Minivan daher.

Ganz anders nähert sich Citroën der Lifestyle-Idee. Die Franzosen haben beim Design ihres DS3 gar nicht in der Vergangenheit gewühlt: Das über dem Karosseriebody „schwebende“ Dach und die B-Säule sprechen eine moderne Formensprache. Die aggressive Front mit dem beherrschenden Kühlergrill und den an Lufteinlässe erinnernden Tagfahrleuchten unterstreichen den dynamischen Charakter des Fahrzeugs, das 2010 auf den Markt kam.

Auch beim DS3 liegt der Clou in der Möglichkeit, den Wagen nach Belieben auszustatten. Zweifarbigkeit in Wagen- und Dachfarbe, Alcantara- und Ledersitze im Innenraum, diverse Einsätze für das Armaturenbrett sowie Ausstattungspakete und viele Extras machen das Auto bei der Konfiguration zur Spielwiese. Doch schon in der einfachsten der drei Ausstattungslinien ist eine Menge mit an Bord: Dazu zählen neben ABS (mit Bremsassistent) und ESP auch ein Geschwindigkeitsregler inklusive Begrenzer sowie ein MP3-CD-Radio mit Lenkradfernbedienung und einem AUX-Eingang. Auch elektrisch einstellbare Außenspiegel oder eine Zentralverriegelung mit Hochfrequenzfernbedienung sind im Basismodell bereits vorhanden.

Die Motorenauswahl umfasst vier Benziner und drei Diesel, die 60 kW/82 PS bis 115 kW/156 PS leisten. Eine limitierte Sonderedition DS3 THP 200 Racing bringt es auf 207 PS. Im Frühjahr wird ein Cabriolet mit einem Stoffdach auf den Markt kommen, das sich bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h öffnen und schließen lässt. Dass der Franzose auch fahrdynamisch ernst zu nehmen ist, zeigt sich schon darin, dass sich das ESP vollständig abschalten lässt. Preislich beginnt die DS3-Welt bei 14950 Euro und reicht bis 26490 Euro.

Jüngster Vertreter trendiger Autos ist der Opel Adam. Obwohl der Wagen mit einem Einstiegspreis von 11500 Euro zu den günstigen Angeboten im Segment zählt, ist es den Rüsselsheimern gelungen, durch geschickten Materialmix einen hochwertigen Eindruck zu schaffen. Dazu sind den Gestaltungsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Im Fokus für den Kunden steht dabei das Spiel mit Farben und Dekors - von schrill poppig bis dezent barock lässt sich so ziemlich alles kombinieren.

Türverkleidungen, Zierblenden, Dachhimmel, Sitzdesigns ­- die Auswahl ist riesig. Auch die Bedienelemente brauchen sich nicht vor denen aus höheren Fahrzeugklassen zu verstecken - statt billigen Plastikknöpfen findet man hochwertige Drehschalter vor, die nicht nur exakt einrasten und hintergrundbeleuchtet sind, sondern auch noch mit Chromrändern veredelt wurden. Der Käufer hat außerdem die Wahl zwischen Ambientebeleuchtungen in acht Lichtfarben, und wem es gefällt, der lässt LED-Sterne vom Dachhimmel strahlen.

Ein vorläufiger Schwachpunkt sind allerdings die Motoren: Opel kann für dieses Auto lediglich drei Saugmotoren anbieten, die 51 kW/70 PS bis 74 kW/100 PS leisten. Ein moderner Turbodirekteinspritzer ist erst für Ende 2013 angekündigt. Serienmäßig ausgerüstet ist der Adam mit ESP und einem Berganfahr-assistenten. Toter-Winkel-Warner, beheizbares Lenkrad, Tempomat oder eine elektrische Servolenkung können nachgerüstet werden. Fahrdynamisch macht der Rüsselsheimer eigentlich keine Fehler. Wer sich aber für das Sportfahrwerk entscheidet, sollte vorher eine Testfahrt unternehmen: Das Fahrwerk reicht die Beschaffenheit der Fahrbahn ungefiltert an die Insassen durch. Unterm Strich aber kann man feststellen: Mit dem Adam ist Opel ein großer Wurf gelungen.

Gerd Piper

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