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Toyota Auris kommt als Diesel oder Hybrid
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Auto Toyota Auris kommt als Diesel oder Hybrid

Für umwelt- und sparbewusste Fahrer bietet der neue Toyota Auris gleich mehrere Antriebskonzepte an. Ab Sommer 2013 ist auch die Kombiversion Auris Touring Sports erhältlich.

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Der neue Auris steht für die neue Formensprache von Toyota.

Quelle: Hersteller

Lissabon. Mit einem größeren Ärgernis als dem Stau im morgendlichen Berufsverkehr kann der Tag wohl kaum beginnen. Und so wunderten sich die Testfahrerkollegen, dass sie von Toyota zum Kennenlernen des neuen Auris geradewegs durch das verstopfte Lissabon geschickt wurden. Im Nachhinein ergab diese Maßnahme absolut Sinn, denn eine bessere Gelegenheit, den Hybridantrieb im wahrsten Wortsinn zu erfahren, ist kaum denkbar.

Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h lässt sich der Toyota Auris Hybrid nämlich zwei Kilometer weit rein elektrisch fortbewegen. Um das zu bestätigen, dienen gleich zwei Anzeigen: Der Eco Drive Monitor, ein anstelle des üblichen Drehzahlmessers verbautes Rundinstrument, sowie die Energierückgewinnungsanzeige im Navigationsdisplay entpuppen sich im Stau als attraktives Männerspielzeug. Insbesondere der digital angezeigte Energierückfluss beim Abbremsen kann begeistern - und machte das zähe Vorankommen nahezu vergessen.

Doch der Auris Hybrid (ab 22950 Euro) kann mehr. In Verbindung mit einem 1,8-Liter-Benzinmotor leistet dieser 100 kW/136 PS, die für eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h genügen. Mit einem Verbrauch von lediglich 3,8 Litern im europäischen Normzyklus erreicht der Auris Hybrid folglich die niedrigsten CO2-Emissionen in seiner Klasse (87 g/km).

Diesen Verbrauchswert im Praxistest zu erreichen, gestaltet sich allerdings schwierig, und so stellt sich die Frage, warum Toyota das Hybridmodell für längere Autobahnetappen nicht mit einem Dieselaggregat ausrüstet. „Die Kombination Hybrid-Benzin ist eine bessere als die Hybrid-Diesel-Variante“, erklärt Markus Burgmer, Toyota-Produktmanager für den Auris, und begründet dies neben den Kostenfaktoren zudem mit der Gewichtsersparnis des Benziners gegenüber dem Selbstzünder. Platzsparend unter der Rücksitzbank positioniert, lässt die Hybridbatterie dem auf 340 Liter vergrößerten Kofferraum ausreichend Fläche für seine eigentliche Bestimmung. Vollgepackt allerdings dürfte die Leistung des Hybrid-Benziners so manchem Langstreckenfahrer eher nicht genügen.

Und so bot sich die Gelegenheit, den Auris in der 2,0-Liter-Diesel-Version (ab 23150 Euro) zu fahren, als gelungene Alternative. Auf den bergigen und kurvigen Küstenstraßen Portugals bereitete der 91 kW/124 PS starke Selbstzünder so viel Spaß, dass der angegebene Durchschnittsverbrauch von 4,3 Litern abermals verfehlt wurde. Das sportlich, aber komfortabel abgestimmte Fahrwerk, ein derart griffig in der Hand liegendes Nappalederlenkrad, das man am liebsten gar nicht wieder loslassen wollte, sowie das leicht zu schaltende Sechs-Gang-Getriebe konnten überzeugen. Mit nur 112 g/km CO2-Emission dürfte auch der größere Diesel durchaus noch das Umweltgewissen beruhigen, wozu auch die serienmäßig verbaute Start-Stopp-Automatik ihren Anteil beiträgt.

Optisch hat die zweite Auris-Generation ebenfalls hinzugewonnen. Mit seinen markanten Sicken und Kanten, einem über die gesamte Fahrzeugfront verlaufenden Kühlergrill sowie einem zugunsten der Aerodynamik abgesenkten Dach wirkt der Japaner nicht nur sportlicher - er ist es auch. Das empfindet natürlich zuallererst der Fahrer, senkte doch Toyota die Vordersitze gleich um mehrere Zentimeter ab, sodass der Asphalt etwas näher gekommen und das Fahrgefühl zugleich intensiver geworden ist.

Das hochwertige Interieur lässt erahnen, welchen Adressatenkreis Toyota mit dem neuen Auris avisiert. Volkswagen-Käufer stehen ganz oben auf der Liste. Die Japaner geben gleich zwei Zielgruppen an: sportliche, aber umweltbewusste Paare im Alter von 36 bis 45 Jahren sowie die jung gebliebenen Großeltern, die bevorzugt die Enkel spazieren fahren. Da selbst noch so Junggebliebenen einmal der Nacken schmerzt, bietet Toyota optional neben der Rückfahrkamera den Einparkassistenten SIPA (Simple Intelligent Parking Assist) an. Im Praxistest erkannten die zehn Sensoren die Parklücke ohne Probleme. Kein Schulterblick war nötig, Hände vom Lenkrad, System aktiviert, Rückwärtsgang eingelegt, und los ging’s. Der Wagen war in kurzer Zeit perfekt eingeparkt. Lediglich das Gaspedal muss der Fahrer selbst treten.

„Der Auris steht für die neue Formensprache von Toyota, insbesondere Heck und Front strahlen ein neues Selbstbewusstsein aus“, erteilt Produktmanager Burgmer jenen Skeptikern Nachhilfe, die sich mit dem japanischen Verständnis von Formensprache noch ein wenig schwer tun. Dabei wird der Auris „in Europa für Europa gebaut“, erklärt Burgmer weiter. Fünf Antriebe (zwei Diesel, zwei Benziner, Hybrid-Benziner) sowie fünf Ausstattungsvarianten stehen zur Verfügung. Vom Sommer 2013 an ist auch die Kombiversion Auris Touring Sports erhältlich. Mit Preisen ab 15950 Euro für das Basismodell sowie 22950 Euro für den Hybrid gilt der Auris zwar als Außenseiter gegenüber VW Golf & Co., doch zugleich als sauberste Alternative. Und wem beim Tritt aufs Bremspedal im Stau einmal der Kragen zu platzen droht, dem bietet der Auris mit seiner Anzeige zur Energierückgewinnung einen garantiert rezeptfreien Adrenalinsenker.

Markus Beims

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