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3 Fragen an Dr. Andreas Schmidt

Interview 3 Fragen an Dr. Andreas Schmidt

Im Gespräch mit Dr. Andreas Schmidt, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen, geht es um den Ausbau der niedersächsischen Seehäfen.

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Dr. Andreas Schmidt

Hannover. Herr Schmidt, wie ist die Situation bei den niedersächsischen Seehäfen?

Die Bedeutung der neun Seehäfen des Landes einschließlich des Containerterminals JadeWeserPort wird unterschätzt. Immerhin leben rund 40 000 Menschen direkt oder indirekt von den Häfen. 2014 wurden hier 46,4 Millionen Tonnen umgeschlagen. Die Güter, die per Schiff ein- und ausgeführt werden, sind wichtig für unsere Wirtschaft. So kommen Kohle und Erdöl über Wilhelmshaven ins Land. Aber auch die Agrarindustrie braucht die Häfen, ebenso die Windkrafthersteller, die Stahlwerke Salzgitter und Volkswagen. Allein BMW lässt jährlich 170 000 Autos per Bahn nach Cuxhaven transportieren, um sie nach Europa zu verschiffen. Wenn es im Hafenumschlag dauerhaft hakt, sinkt letztlich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Was muss getan werden?

Nach einer Prognose des Bundeswirtschaftsministeriums wird der Umschlag der deutschen Seehäfen von 2010 bis 2030 um knapp drei Viertel wachsen. Für die Nordseehäfen rechnen wir mit einem jährlichen Plus von drei Prozent. Um das bewältigen zu können, muss die Hinterlandanbindung der Häfen gestärkt und zugleich in die Häfen selbst investiert werden. Schon heute fehlen Kaimauern und Lagerflächen, zum Beispiel in Cuxhaven für die Autoverschiffung. Zudem fordern wir die Vertiefung von Weser, Ems und Elbe, um die Häfen für größere Schiffe erreichbar zu machen. Es ist also nicht die Frage, ob größere Schiffe kommen, sondern wo sie anlegen: in Niedersachsen - oder in Hamburg oder Rotterdam.

Aber ist es sinnvoll, in alle Häfen zu investieren?

Jeder Seehafen ist spezialisiert: Brake unter anderem auf Futtermittel und massenhafte Stückgüter wie Papier und Stahlrollen, Stade auf flüssige und feste Massengüter wie Erz. Wir wollen daher die Häfen gezielt nach den Marktanforderungen ausbauen, damit sie mehr Verkehre auf sich ziehen können. Davon leben die Häfen, aber auch viele Menschen. Investitionen in die Häfen entscheiden über die Frage, ob wir in Niedersachsen an den weltweiten Wachstumsprozessen der Wirtschaft teilhaben. Oder der Wohlstand an uns vorbeizieht.

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