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3 Fragen an Prof. Dr. Stephan Rolfes

Interview 3 Fragen an Prof. Dr. Stephan Rolfes

Wir fragen nach bei Prof. Dr. Stephan Rolfes, Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen/Bremen
des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

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Prof. Dr. Stephan Rolfes

Herr Prof. Dr. Rolfes, immer mehr Menschen in Niedersachsen nutzen Bus und Bahn. Sind die Verkehrsunternehmen darauf vorbereitet?

Wir benötigen mehr Geld, um den Nah- und Regionalverkehr zu verbessern. Damit ließen sich beispielsweise zwei zusätzliche Gleise für den Hauptbahnhof in Hannover realisieren, die zu einer deutlichen Verbesserung des Leistungsangebotes beitragen würden. Da wir aus der Not eine Tugend machen, konzentrieren wir uns auf die Verbesserungen, die wenig kosten und möglichst viel bringen. Dazu befragt der VDV regelmäßig seine Mitgliedsunternehmen. Allein für dieses Jahr sind 39 Projekte gemeldet worden, die spürbare Verbesserungen bringen würden, deren Verwirklichung aber nicht absehbar ist.

Was sind das für Projekte, die den Nahverkehr verbessern würden?

Das sind oft einfache Maßnahmen: Haltepunkte, Weichenverbindungen, Abstell- und Überholgleise, damit der zunehmende Güterverkehr nicht den Personenverkehr verdrängt. In Hannover etwa fehlt der Umstieg von der SBahn zur Stadtbahn am Döhrener Turm. Auf Dauer kommen wir jedoch auch um größere Maßnahmen nicht herum. Ein Beispiel: Zwischen Seelze und Wunstorf benötigen wir zwei weitere Gleise, damit die S-Bahnen zuverlässiger fahren. Die Aufzählung ließe sich um viele Beispiele im Bereich des SPNV ergänzen. Hinzu kommt der große Bedarf bei den kommunalen Verkehrsunternehmen.

Land und Bund investieren mehr Geld. Reicht das aus?

Wir freuen uns, dass sich das Land finanziell stärker engagiert. Und auch Bund und Deutsche Bahn kommen langsam darauf, dass mehr Geld nach Niedersachsen fließen muss. Wir haben mittlerweile eine Reihe von unterschiedlichen Förderprogrammen. Das Problem ist nur, dass jedes Programm Projekte nach anderen Kriterien auswählt. Es fehlt an einer gewissen Systematik. Damit bleiben Lücken, die zu großen Löchern werden, wenn sich Bund und Länder nicht schleunigst in der Frage einigen, wie der Nah- und Regionalverkehr auf Schiene und Straße künftig finanziert werden soll.

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