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Vogel prallt gegen Fenster: Aufkleber bieten wenig Schutz

Immobilien Vogel prallt gegen Fenster: Aufkleber bieten wenig Schutz

Mit einem lauten Knall donnert ein Vogel an die Fensterscheibe. Er hat schlichtweg das Glas nicht als solches erkannt. Hausbesitzer, gerade jene mit Wintergarten und großen Glasfronten, sollten die Tiere davor schützen. Doch das gängigste Mittel bringt nur wenig.

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Vögel - hier ein Erlenzeisig - können sich schwer verletzen, wenn sie im Flug gegen Fenster und Wintergärten prallen.

Quelle: LBV/Carola Bria

Hilpoltstein. Vögel prallen schon mal im Flug auf den Wintergarten oder an große Fensterfronten, denn sie erkennen die Scheibe nicht. Oftmals verzieren Hausbesitzer das Glas daher zum Schutz mit schwarzen Aufklebern in der Form von Greifvögeln.

Aber das ist nahezu wirkungslos, erklärt der

Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV). Die Tiere nehmen in den Silhouetten von Greifvögeln keinen Feind wahr, sondern bestenfalls ein punktuelles Hindernis. Und diesem weichen sie nur kleinräumig aus - also prallen häufig direkt daneben auf die Scheibe.

Was ist dann die Lösung?

Großflächige Aufkleber auf den Scheiben sind besser, etwa senkrechte Klebestreifen oder großflächige und farbige Muster. Laut dem

Naturschutzbund Bremen (Nabu) haben sich zwei Zentimeter breite Streifen als wirkungsvoll erwiesen, die im Abstand von zehn Zentimetern aufgeklebt werden. Bei einem Zentimeter breiten Streifen sollte man nur fünf Zentimeter Abstand lassen.

Grundsätzlich gilt: Scharfe Umrisse sind besser als ausgefranste, genauso wie ein farblicher Kontrast zum Hintergrund. Und damit der Vogel die Muster auch wirklich erkennt und nicht von Spiegelungen geblendet ist, müssen die Markierungen an der Außenseite der Scheibe angebracht werden. Auch Vorhänge können helfen.

Was kann ich tun, wenn ich eine ungestörte Sicht nach draußen möchte?

Spezielle UVA-Markierungen, die sich mit Stiften auf die Scheibe aufgetragen lassen, können hier eine Lösung sein. Der Mensch erkennt die Zeichnungen kaum. Allerdings betont der LBV, dass diese Methode keine so gute Wirkung habe wie für Mensch und Tier deutlich sichtbare Aufkleber.

Eine Alternative: Man plant den Schutz für die Scheibe bereits beim Hausbau oder Umbau ein, wählt etwa geriffeltes oder mattiertes Glas für Lichtschächte oder die große Fensterfront im Treppenhaus. Oder es lassen sich Scheiben mit Mustern durch Siebdruck oder Folie einplanen. Der Nabu Bremen rät auch zu leicht nach außen geneigten Scheiben, ein Winkel von mindestens 20 Grad ist allerdings nötig.

Schützen höhere Sträucher in der Nähe des Fensters?

Nein. Spiegelungen von Sträuchern und Bäumen in den Scheiben des Wintergartens oder der Fensterfront erhöhen laut LBV sogar die Kollisionsrate um bis zu viermal gegenüber einer nicht begrünten Fläche.

Wie gehe ich mit einem verletzten Vogel um?

In eine gepolsterte Schachtel setzen und abwarten. Erholt sich das Tier innerhalb einer Stunde, versuchen Sie, ihn starten zu lassen, raten die LBV-Experten. Fliegt das Tier nicht los oder fällt sogar zu Boden, einen Tierarzt oder eine Vogelstation kontaktieren. Oft erleiden Vögel bei der Kollision mit Glas innere Verletzungen, manchmal aber auch nur eine leichte Gehirnerschütterung.

dpa

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