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Eine App für den grünen Daumen

"GartenBank" Eine App für den grünen Daumen

Am kommenden Sonnabend beginnt die Ideen-Expo 2015. Die HAZ stimmt Sie in dieser Woche darauf ein – mit guten Ideen aus der Expo-Stadt.

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Simone Strey hat mit Freunden die GartenBank-App entwickelt, die Hobbygärtnern helfen soll, eigenes Obst und Gemüse anzubauen.

Quelle: Thomas

Hannover . Der Birnbaum in Sina Schröders Schrebergarten ist krank. Braune Flecken übersähen fast jedes Blatt der Pflanze. „Das ist Birnengitterrost“, sagt die 31-Jährige. Schröder ist keine ausgebildete Gärtnerin. Und trotzdem weiß sie, dass die Krankheit nicht schlimm ist und ganz einfach ohne den Einsatz umweltschädlicher Chemikalien behandelt werden kann: mit Schachtelhalmbrühe. Die Handy-App GartenBank hat ihr das verraten.

Seit gut drei Wochen können sich Hobbygärtner die kostenlose Anwendung auf ihr Android-Smartphone laden und damit überprüfen, warum die Tomaten nicht wachsen oder was sie gegen Blattläuse auf Erdbeerpflanzen machen können. Entwickelt wurde das Programm von einem siebenköpfigen Team aus Hannover und Berlin. „Ich habe mich immer schon für Pflanzen interessiert“, sagt Simone Strey. Im Herbst vergangenen Jahres haben die Diplomgeografin, die gerade an der Leibniz-Uni in Bodenkunde promoviert, und ihr Ehemann die Idee gehabt, Pflanzenkrankheiten von Obst, Gemüse und Kräutern zu katalogisieren. Denn laut Strey würden vor allem Kleingärtner meist gar nicht wissen, warum ihre Pflanzen nicht richtig wachsen oder von welchen Schädlingen sie befallen sind.

Die App GartenBank soll helfen, Pflanzenkrankheiten zu erkennen. Bisher gibt es die Betaversion nur für Android-Geräte.

Quelle: Thomas

GartenBank liefert einen Katalog mit mehr als 80 Ursachen. Damit auch Laien sie identifizieren können, werden die Krankheiten mit Fotos dargestellt, die mit den eigenen Pflanzen vergleichen werden können – auf dem Smartphone direkt im Garten oder auf dem Balkon. Wer eine Diagnose gestellt hat, bekommt dazu Behandlungsmöglichkeiten vorgeschlagen, die auch ohne den Einsatz von Pestiziden funktionieren. „Schließlich achten immer mehr Leute auf eine gesunde und ökologisch verträgliche Ernährung“, sagt die 31-Jährige.

Die Gärtner und Landwirte sollen aber nicht nur Anwender sein. Sie sollen ihre kranken Pflanzen selbst fotografieren und die Bilder per App an die Entwickler schicken. Die werden dann gesammelt und analysiert. Crowdsourcing-science nennt sich die wissenschaftliche Datenerhebung. „Jeder mit einem Smartphone kann so an Wissenschaft teilhaben“, sagt Strey.

All dass können die Streys aber nicht allein erarbeiten, geschweige denn zu einer App programmieren. Sie suchten sich Hilfe im Freundeskreis. Pierre Munzel aus Linden etwa war sofort von der Idee überzeugt. Er gab sogar seinen Job in einer sozialen Einrichtung auf und lebt nun wie die meisten seiner Kollegen von Ersparnissen. „Ich glaube aber, dass sich das irgendwann rechnen wird“, sagt der 31-Jährige. Und das Projekt scheint anzukommen: Bereits zwei Wochen, nachdem die erste Version im Google-Play-Store verfügbar war, schaffte es die App auf Platz zwei der Rangliste der neuen Apps im Bereich Education. Wenn genug Gärtner mitmachen, soll es Ende des Jahres eine Verbreitungskarte geben, die die häufigsten Pflanzenkrankheiten einer Region in Deutschland zeigt.

Künftig soll die App automatisch Pflanzenkrankheiten erkennen. Damit will die Gruppe aber nicht nur Hobbygärtnern wie Sina Schröder helfen. „Irgendwann können wir damit sogar Ernteausfälle verhindern und den Einsatz von Pestiziden verringern. Und so auch in Afrika helfen“, sagt Strey.

Von Isabell Rollenhagen

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