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Die Landeshauptstadt spielt als Standort in der ersten Liga
Büro- und Gewerbeimmobilien

Immobilienmarkt Die Landeshauptstadt spielt als Standort in der ersten Liga

Die zentrale Lage und exzellent angebundene Gewerbeflächen machen Hannover zunehmend zu einer sehr interessanten Adresse für Gewerbe- und Büroimmobilien.

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Eins von vielen neuen Bürohäusern in Hannover: Das Gebäude der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe an der Berckhusenstraße. Seit Anfang des Jahres arbeiten hier etwa 170 Mitarbeiter.

Quelle: Region Hannover/Olaf Mahlstedt

Hannover. Auf dem Sprung in die erste Liga - was für Hannover 96 gilt, zeichnet sich auch für den Immobilienstandort Hannover ab. Der Prognos-Zukunftsatlas bescheinigt Stadt und Region eine sehr hohe Dynamik und Stärke. Bei Investoren aus dem In- und Ausland hat sich längst herumgesprochen, welches Entwicklungspotenzial hier steckt. Das belegt auch die neueste Marktanalyse des Forschungsunternehmens bulwiengesa, die gerade erschienen ist. Die Daten, die Stadt, Region und 17 Partner aus der Immobilienwirtschaft zusammengetragen haben, dokumentieren das Vertrauen in den bedeutsamsten Wirt-schaftsraum Niedersachsens. Sie liefern eines der wichtigsten Argumente, um auf der Immobilienmesse Expo Real für den Standort zu werben.

Die Beschäftigung ist seit 2010 kontinuierlich gewachsen. Im vorigen Jahr erreichte sie einen Rekordwert: Fast 490 000 Menschen waren sozialversicherungspflichtig beschäftigt - 60 000 mehr als vor fünf Jahren. Allein die Zahl der Bürobeschäftigten ist in dieser Zeit um 11,2 Prozent auf 175 000 gestiegen. Mit der Folge, dass die Nachfrage nach Büroimmobilien steigt. 125 000 Quadratmeter wurden 2015 neu vermietet. Der Standort umfasst 5,06 Millionen Quadratmeter Büroimmobilienfläche, davon rund 4,6 Millionen allein in der Stadt. Der Leerstand hat deutlich abgenommen; die Spitzenmiete ist auf 14,80 Euro gestiegen. In der City erreicht sie sogar 15 bis 18 Euro.

Am Immobilienmarkt haben Büroflächen mit einem Volumen von 372 Millionen Euro den stärksten Anteil: 46 Prozent. Herausragende Deals waren das Projekt Lister Dreieck am Zentralen Omnibus-Bahnhof, entwickelt von Kölbl Kruse aus Essen. Die Deutsche Bahn wird dort 25 000 Quadratmeter mieten. Die hannoversche BAUM Unternehmensgruppe hat die unter Denkmalschutz stehende ehemalige Sparkassen-Zentrale am Aegi erworben. Rund 10 000 Quadratmeter nutzt dort die Stadtverwaltung.

Die Mecklenburgische Versicherungsgesellschaft ist in ihren Neubau an der Karl-Wiechert-Allee gezogen, die Sparkasse in ihre grundsanierte Zentrale am Raschplatz. Das sogenannte Prinzenareal in der Innenstadt wird Mitte 2017 fertiggestellt. Schon Ende dieses Jahres wird die Gesellschaft für Bauen und Wohnen ihre Zentrale in ihr Büro- und Wohnprojekt am Klagesmarkt verlegen.

Allesamt Projekte, die Oberbürgermeister Stefan Schostok von den ersten Entwürfen über die Grundsteinlegung bis zur Inbetriebnahme kennt. Ein Besuch der Expo Real steht auch in diesem Jahr in seinem Terminplan.

„Nirgendwo sonst bietet sich die Möglichkeit, so intensiv mit möglichen Investoren zu reden und die Stärken unseres Standortes aufzuzeigen“, sagt Schostok. Für Hannover sprächen ein guter Branchenmix mit starken Unternehmen in vielen Bereichen, Netzwerke und Kooperationen von Wissenschaft und Wirtschaft, aber auch die von der Stadt geplanten zusätzlichen Investitionen in einer Größen-ordnung von mehr als einer halben Milliarde Euro. Denn: „Wir wollen attraktiv für alle sein, die nach einem zukunftsträchtigen Standort suchen. Dafür investieren wir in unsere Infrastruktur, fördern Wohnungsbau und Bildungseinrichtungen.“

Neuer Platz für die Hauptverwaltung: Die Continental AG baut am Pferdeturm.

Neuer Platz für die Hauptverwaltung: Die Continental AG baut am Pferdeturm.

Quelle: Region Hannover

Darum hat Hannover den Technologiekonzern Continental überzeugen können, die neue Konzernzentrale am Pferdeturm zu bauen. Der Autozulieferer und Reifenhersteller will dort im Jahr 2020 seinen neuen Hauptsitz beziehen. Noch gibt es keinen Architektenentwurf. Conti-Chef Elmar Degenhart verspricht „ein modernes, für die Stadt und unser Unternehmen markantes und die Kommunikation förderndes Bauwerk in Form eines Campus“. Experten sind sich sicher, dass mit der neuen Zentrale des Dax-Konzerns Hannovers Anziehungskraft auf Anleger aus In- und Ausland weiter wächst.

Das gilt im selben Maße für den Einzelhandel, das Hotelgewerbe und die Logistikbranche. Hannover ist nicht zu toppen – durch die zentrale Lage, hervorragende Infrastruktur und exzellent angeschlossene Gewerbeflächen. Die größte Einzelhandelsinvestition dürften die 150 Millionen Euro sein, die die Berliner Krieger-Gruppe in das A2-Centerund den Höffner-Möbelmarkt steckte. Den Rekord bei der Anmietung von Logistik-immobilien hat der Spezialist Fiege gesetzt, der im Güterverkehrszentrum Lehrte von Prologis 40000 Quadratmeter übernahm. Diese Größenordnung wird in diesem Jahr an derselben Stelle nur knapp verfehlt: 37500 Quadratmeter wird der Logistikdienstleister Hellmann im GVZ Lehrte nutzen.

Gehandelt wurden 175000 Quadratmeter Hallenflächen. Das sind 25 Prozent mehr als im Jahr 2014. Der Zuwachs könnte weitaus höher sein – es fehlen jedoch sowohl Grundstücke als auch hochwertige Immobilien. Die nicht endende Nachfrage wie auch Prognosen des Bundesverkehrsministeriums geben der Region allen Grund, neue Flächen auszuweisen. Laut Experten wird sich das Transportaufkommen erheblich erhöhen. Das gilt besonders für das Seehafenhinterland, die kombinierten Verkehre und den Transitverkehr.

150 Hektar Logistikfläche werden derzeit für die Bauleitplanung vorbereitet. 115 Hektar sind als Entwicklungsfläche ausgemacht. Damit scheint gesichert, dass Hannover auch in Zukunft eine der wichtigsten europäischen Logistikdrehscheiben bleibt.

Das zu leisten ist hohe Kunst. Denn das Bevölkerungsplus macht neuen Wohnraum nötig. Kay de Cassan, Leiterin des städtischen Fachbereichs Wirtschaft, beschreibt die Herausforderung: „Wir müssen sehr sorgfältig bei der Inanspruchnahme neuer Flächen sein und immer im Auge behalten, dass auch ausreichend Raum in guter Qualität für Unternehmen zur Verfügung steht.“ Auch die Wirtschaft einer Stadt müssemitwachsen können.

Viele große Städte stehen vor vergleichbaren Herausforderungen. „Darum“, so de Cassan, „ist die Expo Real für uns in diesem Jahr auch mehr als sonst ein Ort, an dem wir uns über die Ansätze und Lösungen in anderen Städten informieren, uns auch vergleichen und voneinander lernen können.“

Vera König

Stefan Schostok

Oberbürgermeister Stefan Schostok

Quelle: Schaarschmidt

Oberbürgermeister Stefan Schostok über die Expo Real:

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Nirgendwo sonst bietet sich die Möglichkeit, so intensiv mit möglichen Investoren zu reden und die Stärken unseres Standortes aufzuzeigen.

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