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Induktionsherd Auf den Punkt

Induktionsherde werden bei Profis immer beliebter, sie haben aber auch ihre kleinen Tücken.

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Der Topf muss zur Platte passen? Das war einmal. Induktionsherde erkennen, wo ein Topf oder eine Pfanne steht, und erhitzen punktgenau.

Foto: Neff

Quelle: Wolfgang Riess

Profi- und Hobbyköche antworteten auf die Frage nach dem Mittel ihrer Wahl bislang stets entschieden: Gas- statt Elektroherd. Denn die Vor- und Nachteile des Kochens mit den verschiedenen Energieträgern lagen vergleichbar klar auf der Hand: Gasherde erreichen sekundenschnell die volle Leistung und sind genauso schnell wieder heruntergeregelt. Hausfrauen und Kochmuffel schätzten den Elektroherd jedoch, weil er einfach zu handhaben war.

Dank neuer Technik haben Profis und Küchenlaien nun aber die Qual der Wahl: „Die Vorteile des schnellen, punktgenauen Kochens mit Gas bieten heute auch strombetriebene Kochstellen mit Induktionstechnik“, sagt Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Moderne Küche in Mannheim.

Anders als beim herkömmlichen Kochen mit Strom leuchtet dort das Kochfeld nicht glutrot auf und strahlt auch keine Hitze ab. Wird ein Topf oder eine Pfanne mit magnetischem Boden auf das Feld gestellt, erhitzt sich das Metall des Bodens und überträgt die Wärme direkt auf den Inhalt. Dadurch gehen Aufheizvorgang und Hitzereduzierung ebenso schnell wie mit dem Gasherd.

Kochen mit Gas sei kostengünstiger als mit einem herkömmlichen Elektroherd, erläutert Werner Born vom Initiativkreis Kochen mit Erdgas in Köln. Aber ein Herd mit Induktionskochfeld erziele noch bessere Ergebnisse, rechnet Hüther vor: „Zwei Liter Wasser erhitzen sich viermal schneller von 15 auf 90 Grad als auf einem konventionellen Stromkochfeld und fast doppelt so schnell wie mit Gas.“ Allerdings falle die Ersparnis geringer aus als oft angenommen. „Wer wenig kocht, spart mit Induktion gerade mal um die fünf Euro im Jahr“, sagt Brigitte Kluth-Kosnik von der Stiftung Warentest in Berlin. In puncto Kosten rentiere sich daher ein Induktionsherd am ehesten für eine Großfamilie, die jeden Tag üppig auftischt.

Dafür kostet die Kochausrüstung für einen Induktionsherd mehr. Denn hierfür werden induktionstaugliche Töpfe und Pfannen mit magnetisierbarem Boden, etwa aus Stahlemaille, Gusseisen oder manchem Edelstahl, benötigt. „Ein großer Vorteil beim Kochen mit Gas besteht darin, dass jeder Topf benutzt werden kann“, sagt Born. Ob ein Topf induktionstauglich ist, kann man laut Hüther mit einem Magneten testen: Haftet dieser am Kochgeschirr, kann man es verwenden.

Induktionskochfelder haben zudem den Vorteil, dass sie leicht zu reinigen sind: „Da die Wärme direkt im Topfboden entsteht, wird das Induktionskochfeld selbst kaum heiß“, erklärt Hüther. Übergekochtes oder Fett brenne deshalb nicht an.

Auch gesundheitliche Aspekte spielen heute beim Kauf eine Rolle: Gerade wer einen Herzschrittmacher trägt, sollte sich auf Anraten vieler Hersteller vor dem Kauf eines Induktionsherdes nach der Störanfälligkeit ihres Implantats erkundigen, erläutert Claudia Oberascher von der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) in Berlin. Denn die Geräte haben eine geringe magnetische Strahlung. Um sich allgemein dieser Strahlung so wenig wie möglich auszusetzen, sollten nur geeignete Töpfe verwendet werden, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz. Die Töpfe sollten passgenau auf dem Kochfeld stehen. Grundsätzlich seien diese Streufelder aber gering und unbedenklich.

Einen weiteren Nachteil der elektromagnetischen Felder kennen nur Köche, die bereits mit einem Induktionsfeld kochen: Das Magnetfeld bringt die Töpfe zum Schwingen, und das kann laut werden. Auch Verbraucherschützerin Brigitte Kluth-Kosnik berichtet davon: „Induktionskochen kann nerven: Es ertönt häufig ein Surren, Knacken oder Brummen.“ Die Töne erreichten sehr hohe Frequenzen. Wie störend diese Geräusche sind, hänge allerdings vom Topf, der Füllung und vom individuellen Hörempfinden ab.

Von Stephanie Hoenig

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