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Die Immobilienpreise steigen und steigen

Immobilien Die Immobilienpreise steigen und steigen

In Deutschland gibt es nur wenige überhitzte Teilmärkte es besteht deshalb keine Gefahr, dass eine Immobilienblase platzt.

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In den Toplagen großer und mittelgroßer Städte lassen sich derzeit hohe Verkaufspreise für Immobilien erzielen. Ein Ende der immensen Nachfrage ist nicht abzusehen – Anlass zur Eile besteht für Verkäufer also nicht.

Quelle: dpa/tmn

Hannover. Unter jungen Familien, denen ihre Wohnung zu klein wird, ist das Thema derzeit allgegenwärtig: In attraktiven Lagen werden kaum Häuser verkauft, und die wenigen, die es gibt, werden immer teurer. Wer verkaufen will, trifft also auf eine hohe Nachfrage und gute Preise - doch auch abwarten kann sich lohnen. Denn noch ist kein Ende des Preisanstiegs in Sicht.

Die Immobilienpreise steigen und steigen, vor allem in den großen Städten. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin erwartet zum Beispiel für 19 der 25 deutschen Großstädte weiter anziehende Preise, zum Teil deutlich oberhalb der Inflationsrate. Auch der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA) der deutschen Immobilienwirtschaft rechnet in seinem Frühjahrsgutachten für 2013 mit einem Plus von rund fünf Prozent. Gute Zeiten für Immobilieneigentümer also, die ihr Haus verkaufen wollen?

Jetzt verkaufen, wenn alle kaufen wollen

Die einen meinen: Ja. „Jetzt ist ein günstiger Zeitpunkt zu verkaufen“, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Maklerverbands IVD in Berlin. „Unserer Einschätzung nach sind das zweite und dritte Quartal 2013 der ideale Zeitpunkt.“ Bei Immobilien beeinflusst die Lage maßgeblich den Preis. „Und in vielen Teilmärkten sind wir kurz vor dem höchsten Punkt. Wir glauben, dass sich die Preisentwicklung noch in diesem Jahr abflacht.“ Die Makler raten daher: „Jetzt verkaufen, wenn alle kaufen wollen.“ So könnten Verkäufer gute Preise erzielen.

Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen rät hingegen zur Zurückhaltung. „Die Makler wollen natürlich ein Geschäft machen und sind daher an Verkaufsangeboten interessiert. Man muss aber genau unterscheiden.“ Zwar seien die Preise in Top-Lagen erheblich angezogen. Die erhöhte Nachfrage betreffe aber nicht unbedingt „das durchschnittliche Reihenhaus in einer mittelgroßen Stadt“.

„Es gibt nur sehr wenige überhitzte Teilmärkte in Deutschland, vor allem Toplagen in Großstädten wie Berlin oder Hamburg“, sagt Tobias Just, Leiter des Lehrstuhls für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg. „In den meisten einfachen Lagen erklären sich die steigenden Preise sehr gut durch steigende Mieten.“ Wer also verkauft, um im Anschluss zu mieten, macht also nicht unbedingt ein gutes Geschäft - irgendwo muss der Verkäufer ja schließlich wohnen.

Auch in drei oder vier Jahren kein Problem mit dem Verkauf

Schwarz zufolge sollten nur jene handeln, die einen guten Grund für einen Verkauf haben - unabhängig von der aktuellen Preissituation. Wer sich zum Beispiel im Ruhestand verkleinern will, weil die Kinder aus dem Haus sind und viele Zimmer leer stehen, kann mit einem Verkauf flüssige Mittel für Reisen oder andere Annehmlichkeiten frei machen. Eile bestehe angesichts der Preisentwicklung aber nicht: „Wer ohnehin verkaufen will, der kann das machen, denn er findet angesichts der erhöhten Nachfrage aktuell eher einen Käufer“, sagt der Verbraucherschützer. „Wer Zeit hat, macht mit dem Abwarten aber auch keinen Fehler. Er wird auch in drei oder vier Jahren kein Problem mit dem Verkauf haben.“ Denn eine Blase, die platzen und die Immobilienpreise in den Keller stürzen lassen könnte, sieht Schwarz nicht.

„Die Preise steigen weiter, es ist aber keine Blase“, meint auch Konstantin Kholodilin von der Abteilung Makroökonomie im DIW. Wissenschaftler setzen dafür das verfügbare Einkommen ins Verhältnis zur Gesamtsumme der Kredite, die Banken für Immobilien vergeben haben. So lässt sich ablesen, ob hohe Preise auf Pump finanziert sind. Das sei in Deutschland derzeit nicht der Fall.

„In den kommenden Jahren werden die Preise in attraktiven Lagen von großen und mittelgroßen Städten noch weiter steigen“, fasst Kholodilin zusammen. „Hier ist der Wohnungsbestand begrenzt, die Bevölkerung wächst, und die Zahl der Haushalte steigt.“ Wer also jetzt verkaufe, verzichte sogar auf Gewinne.

Von Thorsten Wiese

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