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Kein G für ein U vormachen lassen

Die Fenster-Serie, Teil 1 Kein G für ein U vormachen lassen

Moderne Fenster sind Alleskönner – vom Lärmschutz bis zur Wärmedämmung. Wie erkennt man gute Fenster? Unsere Serie sagt, worauf es ankommt.

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Vom Einfach- zum Wärmeschutzglas: Die rot eingezeichneten Glasbeschichtungen reflektieren die Heizungswärme zurück nach innen und die Sonnenhitze zurück nach draußen. Unten: So gut geschützt sitzt das Dreifachfenster im Rahmen. Die Dämmwirkung ist enorm.

Foto: Schwäbisch-Hall

U-Wert, K-Wert, G-Wert, A-Rahmen, Ü- und CE-Zeichen, RAL und ISO ... wer heute neue Fenster kaufen möchte, bekommt das ganze Alphabet präsentiert. Eine Orientierungshilfe.

P A-, B- und C-Profile: Die Profilklassen beschreiben die Qualität der Kunststoffrahmenprofile. In der Klasse A sind die Außenwandungen mindestens drei Millimeter und die isolierenden Luftkammern in den Profilen mindestens fünf Millimeter stark. B- und C-Profile sind schwächer, erfüllen aber auch die Energieeinsparungsverordnung (Enev).

P CE-Kennzeichnung: Die Buchstaben stehen für Communaute Européenne. Seit 2010 ist die CE-Kennzeichnung auch für Fenster vorgeschrieben, davor gab es eine mehrjährige Übergangsfrist, in der Fenster sowohl mit als auch ohne CE-Kennzeichnung verkauft werden durften. Mit der CE-Kennzeichnung erklären die Hersteller, dass das Produkt den EU-Vorschriften entspricht. Es ist kein Prüfsiegel.

P G-Wert: Der Gesamtenergiedurchlassgrad bezeichnet den Anteil Sonnenenergie, der durch das Fensterglas nach innen gelangt. Je höher der Wert, desto höher der solare Gewinn. Im Winter ist ein höherer G-Wert angenehmer, im Sommer ein niedriger.

Einfachglas: 83 Prozent.

Isolierglas: 77 Prozent.

Wärmedämmglas: 57 Prozent.

P RAL: 1925 wurde der Reichsausschuss für Lieferbedingungen gegründet. Sein Ziel war es, die Qualitätsanforderungen und Qualitätsbeschreibungen zu vereinheitlichen. Heute gehören mehr als 9000 Hersteller und Dienstleister dem RAL an. Die Bezeichnung bedeutet jetzt RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung. Das RAL legt Qualitätsanforderungen fest und prüft sie nach. Mitgliedschaft und Kennzeichnunge sind freiwillig.

P U-Wert: Der Wärmedurchgangskoeffizient beschreibt, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht. Die Zahl gibt an, wie viel Watt Energie pro Quadratmeter Bauteilfläche aufgewendet werden muss, um auf der anderen Seite einen Temperaturunterschied von einem Kelvin (entspricht einem Grad Celsius) zu erzeugen. Die Maßeinheit ist entsprechend W/m2K. Die Enev 2009 schreibt vor, dass für neu verbaute Fenster ein U-Wert von maximal 1,3, für Dachflächenfenster von 1,4 zulässig ist, erläutert Professor Dr. Elmar Junker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Fenstertechnik (ift) in Rosenheim. Mit der Enev 2002 wurde die Bezeichnung U-Wert eingeführt.

Einfachglas: 6 W/m2K

Isolierglas: 3 W/m2K

Wärmedämmglas: 1,1 W/m2K oder besser

P Ü-Zeichen: Ein großes Ü kennzeichnet die Erklärung des Herstellers, dass sein Produkt deutschen Baunormen entspricht. In oder neben dem Ü werden sowohl das Herstellerunternehmen als auch die entsprechenden Normen genannt, oft zusammen mit den dazugehörigen Werten zum Beispiel für Schallschutz, U- oder G-Wert. Seit 1996 ist das Ü-Zeichen auch für Fensterprodukte vorgeschrieben. Es findet sich beim Kauf meist als Aufkleber auf dem Glas. Die übrigen Angaben finden sich innen auf dem Abstandshalter zwischen den Scheiben. Ebenfalls möglich: Ein Aufdruck auf dem Scheibenrand, der dann nach Einbau durch die Halteleisten verdeckt wird. Bei älteren Fenstern gab es oft noch keine Kennzeichnung.

P Tipp vom Verbraucherschutz: Damit Käufer bei der Kombination von Zeichen, Siegeln und Markenbezeichnungen nicht durcheinanderkommen, empfiehlt Dipl.-Ing. Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren, einen Architekten oder Berater mit der Ausschreibung und Bauüberwachung zu beauftragen und sich von jedem Anbieter, auch wenn das Zeit kostet, alle Begriffe und Namen auf den Kostenvoranschlägen erklären zu lassen und bei Unterschieden nachzufragen.

Von Ingrid Lundberg-Pieper

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