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So wird der Ofen zum Saubermann
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Heiztechnik So wird der Ofen zum Saubermann

Strenge Abgas- und Feinstaubgrenzen: Filter können nachgerüstet werden. Neue Heiztechnik spart Brennholz.

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Einfach austauschen: Der alte Heizeinsatz gegen ein effektiveres Gerät macht den Kachelofen fit für die Zukunft. Foto: epr/leda

Quelle: Photographer: Marc Richter

Gemütlichkeit – das verbinden Kaminofenbesitzer mit dem Knistern des Holzfeuers. „Bundesimmissionsschutzgesetz“, das klingt ungemütlich. Tatsächlich setzt das Gesetz strenge Abgas- und Feinstaubgrenzen für Kaminöfen. Bis 2014 müssen die ältesten Öfen (Baujahr bis Ende 1974) entweder sauber oder stillgelegt werden. Danach gelten Übergangsfristen – Modelle ab Jahrgang 1995 haben noch Zeit bis Ende 2024. Wie nachgerüstet werden kann:

Filtereinbau: Grundsätzlich ist es möglich, vorhandene Öfen mit nachträglich eingebauten Filtern zu modifizieren. Bei Brennkammern, die innen mit Schamotte-Platten ausgerüstet sind, könnten diese Platten ersetzt werden durch neue, mit einer porösen Oberfläche, zum Beispiel aus Schaumkeramik oder Lavasteinen. Während der Anbrennphase, wenn am meisten Feinstaub entsteht und der Schornstein noch am wenigsten zieht, setzt sich ein Großteil des Staubes in den Plattenporen ab. Wenn das Feuer heißer brennt, werden die Poren automatisch frei gebrannt. Technisch ist das die einfachste, rechtlich die komplizierteste Lösung: Plattenhersteller oder Betreiber müssen für den umgerüsteten Ofen eine Zulassung gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz erwirken.

Elektrostatische Partikelabscheider im Schornstein: Drahtgitter im Abgasstrom werden unter Strom gesetzt und erzeugen Gasionen. Diese lagern sich an Feinstaubpartikel an und führen so zu einer elektrischen Aufladung des Staubes. Wegen der elektrostatischen Felder werden die Partikel zur Wand des Abgasrohres gezogen und bleiben mit ihrer rauen Oberfläche dort dauerhaft hängen. Hersteller Kutzner und Weber aus Maisach nennt für den Partikelabscheider KW Zumikron eine Feinstaubreduzierung zwischen 50 und 90 Prozent. Der Einbau werde vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) auf Antrag mit 500 Euro gefördert. Etwa 1100 Euro betrage der Listenpreis. Wichtig sei, dass mindestens 1,5 Meter des Rauchrohres hinter dem Partikelabscheider aus Metall seien und dass die Anlage für Wartungsarbeiten eine Revisionsklappe aufweise.

Austausch des Heizeinsatzes: Bei fest eingebauten Öfen – wie zum Beispiel Kachelöfen – ist ein Komplettaustausch aufwendig und oft unwirtschaftlich. Einige Ofenhersteller bieten deshalb Austausch-Heizeinsätze an, die mit verstellbaren Fronten an verschiedene Ofenformen angepasst werden können. So zieht neue Brenntechnik in alte Formen ein.Kombilösungen: Neue Öfen geben nicht nur weniger Schadstoffe in die Umwelt ab, sie verbrauchen auch weniger Holz für die gleiche Wärmeleistung. So nennt Pressesprecher Michael Kozlowski vom Ofenbauer Hark aus Duisburg für die dort Ecoplus genannte Technik eine Brennstoffeinsparung von 40 Prozent. Angesichts steigender Holzpreise sei die neue Technik mit ihren verringerten Schadstoffausstößen also auch wirtschaftlicher für die Betreiber.Holzauswahl: Zulässig ist grundsätzlich nur naturbelassenes Holz einschließlich Rinde. Hausmüll, Altpapier, Möbel oder schutzbehandelte Dachlatten dürfen nicht im heimischen Ofen verbrannt werden. Was verbrannt wird, können behördliche Prüfer auch nachträglich feststellen, indem sie eine Probe vom Ruß analysieren lassen. „Ein Vater war immer sehr stolz darauf, dass die Mülltonne nie mehr als halb voll war. Schließlich haben seine Kinder beim Ordnungsamt angerufen. Sie wohnten oben im Haus und konnten vor Qualm manchmal kaum noch atmen“, erzählt Schornsteinfegermeister Martin Pawelczyk aus Nordrhein-Westfalen.

Von Ralf C. Kohlrausch

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