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Mediterranes Bauen

Sonniges Wohnen wie im Urlaub


Mediterranes Bauen: Krumme Ecken sind Stilmittel und keine Baumängel.
Hoch im Kurs: Mit mediterranen Häusern und passenden Bautoffen holt man sich Urlaubsstimmung nach Hause.

Mediterranes Wohnen wird immer beliebter. „Seit dem vergangenen Jahr steigt die Nachfrage kontinuierlich“, berichtet die Marketing-Leiterin des Fertighaus-Herstellers ‚invivo haus’ in Landsberg am Lech, Andreina Ziegler. „Die Nachfrage ist spürbar“, sagt auch Andrea Taufkirch, Geschäftsführerin der GmbH ‚Mediterran Villa’ (www.mediterran-villa.de) in Dresden, die Einfamilienhäuser in möglichst originaler mediterraner Architektur in Deutschland nachbaut. „Vor allem rund um Berlin, in Bayern und Baden-Württemberg wollen viele Menschen leben wie am Mittelmeer.“

„Mediterrane Häuser sind Trend – nicht nur beim Kauf, auch bei der Renovierung“, weiß Michael Möhle, Geschäftsführer von www.rimini-portal.de. „Dabei muss das Haus nicht in seiner Grundsubstanz verändert werden. Es reicht, mediterrane Baumaterialen zu nutzen. So verleihen zum Beispiel bei einer Altdachsanierung rustikale Dachziegel dem Haus südlichen Charme.“

Wer mediterran wohnen will, zieht die Gemütlich- und Herzlichkeit der Nüchternheit modern-puristischer Wohnstile vor. Trotz Unterschiede innerhalb einzelner mediterraner Baustile: Ein hohes Maß an Wärme sind typisch. Je nach den jeweiligen Bedürfnissen des Bauherrn lässt sich der mediterrane Bungalow, der auch barrierefrei errichtet werden kann, das rustikale Landhaus oder die mehrgeschossige Luxusvilla bauen. Voraussetzung, um sich auch in Deutschland im Haus mit südlichen Flair wohlzufühlen: Dämmung und Heizung müssen dem rauen, deutschen Klima angepasst sein. „Darüber hinaus sollte das Grundstück mindestens 400 Quadratmeter groß sein, damit das Haus entsprechend wirken kann“, sagt Andrea Taufkirch.

Und das ist charakteristisch für Häuser rund ums Mittelmeer:

▶ Die Farben der Fassade: Meist sind es natürliche Farbstoffe in Kalk- und Lehmputzen. Sie reichen von erdbraun, ocker- und sandfarben über terrakotta bis zu orange und rosa. „Der Trend liegt bei den kräftigen Tönen“, berichtet Andrea Taufkirch. Auch Fassaden aus Natursteinen bestechen durch natürliche Farben.

▶ Der Grundriss: Quadratisch, aber innerhalb des kompakten Rahmens auch verwinkelt – das ist typisch für ein mediterranes Haus. Im Mittelpunkt: die Küche. Rund um den Herd findet das quirlige Familienleben statt. Klar, dass die Küche daher viel Platz bieten mus. „In Deutschland mediterran zu bauen, bedeutet, sich für einen offenen Wohn-, Ess- und Kochbereich zu entscheiden“, erklärt Taufkirch.

▶ Die Dachform: Wer sich beim Bauen möglichst nah an originalen Vorbildern orientieren will, hält sein Dach flach. „Verbreitet sind Dachformen mit ganz geringem Gefälle“, erklärt Lothar Schumacher, Geschäftsführer von www.fertighaus.de. Toskanische Villen stecken oft unter einem Walmdach, die spanische Finca schmückt sich meist mit einem flachen Satteldach mit Kniestock, das provinzalische Landhaus ist häufig mit verschachtelten, flachen Satteldächern in unterschiedlicher Höhe zu sehen.

▶ Die Dachziegel: „Die von mittelalterlichen Klöstern als ‚Mönch’ und ‚Nonne’ bekannte Dacheindeckung ist in Deutschland in der Regel nicht erlaubt. Sie gilt als nicht sturm- und schneelastsicher“, sagt Andrea Taufkirch. Es gibt Ersatz – Ziegel, die genauso aussehen und hier dem Wetter trotzen.

▶ Die Fenster: In Italien sind sie klein, sollen sie doch die Hitze aussperren. Deshalb wählen Bauherren in Deutschland, die viel Licht und Wärme in die eigenen vier Wände locken wollen, eher die französische Variante: groß und bodentief. Auffallend im Mittelmeer-Raum: Segmentbögen, Sprossenfenster und Klappläden.

▶ Der Eingang: Ein imposanter Eingang krönt jede mediterrane Villa. Dazu gehören Arkaden und ein Vordach.

▶ Die Böden: Zu einem mediterranen Haus gehört der Terracotta-Boden aus gebranntem, unglasiertem Ton. Terracotta-Fliesen, die es in allen Erdtönen gibt, reduzieren den Schall und regulieren die Raumfeuchte. In den Häusern gibt es außerdem Böden aus Sandstein oder Schiffsbohlen.

▶ Die Innenwände: Sie wirkt charmant – die ältere, unverputzte Mauer, doch in Deutschland will sie kaum jemand haben. Ähnlich urig wirken Innenwände, wenn sie in Wischtechnik gestrichen werden.

▶ Die Terrasse: Großzügige, umlaufende Terrassen und Veranden sind ein ‚Muss’ südlicher Architektursprach. Dazu gehört auch ein passendes Vordach oder eine Pergola.

Warme Erdtöne oder leuchtende Farben, Kratz- muster oder Perlmutteffekt, rustikal oder elegant: Lehm- und Kalkputze setzen dank ihrer unterschiedlichen Textur und Farbvielfalt ganz neue Akzente.

bw

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