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Glücksbringer für die Steuererklärung

Bauen Glücksbringer für die Steuererklärung

Wer haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen bei der Steuer angibt, zahlt weniger an den Fiskus. Im besten Fall lassen sich so insgesamt bis zu 5.710 Euro Steuern sparen – Ein Überblick.

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Der Arbeitslohn von Schornsteinfegern kann von der Steuer abgesetzt werden.

Quelle: iStock/Rendery

Hannover. Kaum hat das neue Jahr begonnen, fühlen sich viele Menschen schon wieder einer unangenehmen Aufgabe verpflichtet: der Steuererklärung. Doch wer alle steuerrechtlichen Möglichkeiten rund ums Haus oder die Wohnung ausschöpft, kann die eigene Abgabenlast deutlich senken. Der Gesetzgeber habe zwar in den vergangenen Jahren die Absetzbarkeit von Ausgaben für selbst genutzte Immobilien stark eingeschränkt, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Da aber viele Aufwendungen nicht vom Einkommen, sondern direkt von der Steuerschuld abgezogen werden, lohne es sich oft, alle relevanten Angaben ins Steuerformular einzutragen.

Im besten Fall lassen sich insgesamt bis zu 5.710 Euro Steuern sparen, rechnen die Autoren der Website steuertipps.de vor. Grundsätzlich werden drei Beschäftigungsverhältnisse beziehungsweise Dienstleistungsbereiche unterschieden, die bei selbst genutztem Eigentum steuerlich geltend gemacht werden können:

  • Minijob : Wer beispielsweise eine Putzkraft auf 450-Euro-Basis beschäftigt, kann bis zu 20 Prozent der Aufwendungen absetzen. Die Steuerschuld sinkt dann um maximal 510 Euro im Jahr. Voraussetzung ist allerdings, dass der angestellte Minijobber bei der Minijob-Zentrale gemeldet wurde. Außerdem muss der Arbeitgeber für ihn pauschale Sozialabgaben abführen.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen: Laut Steuerzahlerbund können für haushaltsnahe Dienstleistungen 20 Prozent aller Ausgaben von der Steuerschuld abgezogen werden. Das entspricht bei einer Höchstsumme von 20.000 Euro einer Ersparnis von 4.000 Euro. Unter haushaltsnahe Dienstleistungen fallen verschiedenste Tätigkeiten, darunter viele, die Immobilienbesitzer in Anspruch nehmen. Abgesetzt werden können etwa die Lohn- und Fahrtkosten für Gartenarbeiten oder Winterräumdienste. Aber Vorsicht: Werden diese Arbeiten auch außerhalb des eigenen Grundstücks ausgeführt, berücksichtigt die Finanzverwaltung die Ausgaben dafür nicht. Weil dazu derzeit vorm Bundesfinanzhof Klageverfahren anhängig sind, sollten die Kosten dennoch in voller Höhe in der Einkommensteuererklärung angegeben werden, empfiehlt der Bund der Steuerzahler. Voraussetzung für eine steuerliche Absetzbarkeit ist zudem, dass die Dienstleistung durch einen Selbstständigen erbracht wurde. Außerdem darf die Bezahlung nicht in bar erfolgen, sondern muss überwiesen werden. Die schriftliche Rechnung, in der Lohn-, Fahrt- und Materialkosten detailliert aufgeschlüsselt sind, ist auf Verlangen dem Finanzamt vorzulegen.
  • Handwerkerleistungen: Nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen gelten Arbeiten, die normalerweise von Fachleuten durchgeführt werden. Wenn der Installateur die Heizungsanlage austauscht oder der Fliesenleger das Bad neu verfliest, können die Arbeits-, Maschinen- sowie Anfahrtskosten dennoch ebenfalls steuerlich abgesetzt werden, erläutert der Steuerzahlerbund. Materialkosten sind hingegen nicht absetzbar. Von der Steuerschuld abgezogen werden 20 Prozent der Kosten, aber höchstens 1.200 Euro. Auch in diesem Fall gilt: Es muss eine aufgeschlüsselte Rechnung vorliegen, und die Bezahlung darf nicht in bar erfolgen. Steuerlich berücksichtigt werden nur Handwerkerleistungen, die im Rahmen von Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsaufgaben erbracht werden. Generell erkennt das Finanzamt keine Aufwendungen für Architekten oder Statiker an. Ausgaben für komplette Neubauten können ebenfalls nicht steuerlich geltend gemacht werden. Aber keine Regel ohne Ausnahme: „Wird die Neubaumaßname in einem bestehenden Haushalt durchgeführt, können die Kosten steuerlich abgesetzt werden. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden“, sagt Steuerexpertin Klocke. Wer sein Haus behindertengerecht umbaue, könne im Einzelfall die Aufwendungen als außergewöhnliche Belastung absetzen.

Grundsätzlich gilt bei der Steuererklärung, dass Ausgaben nicht zweimal geltend gemacht werden können. Wer also bereits Ausgaben etwa unter Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen eingetragen hat, kann diese nicht zusätzlich im Steuerformular unter haushaltsnahe Dienstleistungen angeben. Außerdem können die Höchstbeträge nur einmal pro Haushalt in Anspruch genommen werden.

„Auch Mieter können Steuern sparen, vergessen dies aber oft“, sagt Klocke. So sollten etwa Handwerkerleistungen für vorgeschriebene Schönheitsreparaturen bei der Steuererklärung angegeben werden. Auch Teilbeträge der Betriebs- oder Nebenkostenrechnung, beispielsweise für Fensterputzer oder Schornsteinfeger, können ins Steuerformular eingetragen werden – vorausgesetzt, die Dienstleistungen sind detailliert aufgeschlüsselt und den jeweiligen Mietwohnungen klar zugeordnet. Ist dies nicht der Fall, sollten sich Mieter vom Vermieter eine entsprechende Bescheinigung geben lassen.

Sebastian Hoff

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