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Milben unter Verschluss

Allergien Milben unter Verschluss

Viele Menschen leiden in ihren eigenen Vier Wänden unter Allergien. Teil drei der Serie „Mit der Allergie unter einem Dach“ – Von Encasings und Staubmasken beim Putzen: Haushaltstipps für Allergiker

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Durch den Verzicht auf Staubfänger lassen sich die Symptome mildern.

Quelle: BAUFRITZ 21

Hannover. Für die Hausstaubmilbe ist der Herbst keine gute Zeit: Mit Beginn der Heizperiode sterben die winzigen Spinnentiere zumeist ab, weil die Luftfeuchtigkeit im Gebäude sinkt. Das bedeutet aber nicht, dass Allergiker nun aufatmen können: Denn nicht die Milben selbst, sondern die Erreger in ihren Exkrementen lösen allergische Reaktionen aus. Und wenn diese nach und nach zerfallen, werden sie von der Heizluft aufgewirbelt.

Wirksamer Schutz gegen Milben

Zum Glück gibt es gegen Milben einen wirksamen Schutz: Sogenannte Encasings können über Matratzen, Kopfkissen und Oberkissen gezogen werden und verhindern, dass die Allergene in die Atemluft gelangen. Außerdem finden die Milben keine Nahrung mehr, die vornehmlich aus menschlichen Hautschuppen besteht. Wichtig sei, dass „die Überzüge die Matratze von allen Seiten hermetisch umschließen“, schreibt die Deutsche Haut- und Allergiehilfe (DHA) in einem Ratgeber.

Auch ein anderer Auslöser für allergische Reaktionen lässt sich in der Regel gut bekämpfen: Schimmelpilze wachsen bevorzugt an Orten, an denen es feucht ist, etwa hinter Tapeten, Holzverschalungen oder Kacheln. Sie vermehren sich ausgesprochen schnell, ihre Sporen enthalten viele Allergene. Wird der Wohnbereich regelmäßig gelüftet und im Winter beheizt, kann die Entstehung und Ausbreitung von Schimmel verhindert werden. Luftbefeuchter oder Hydrokultur-pflanzen, die für hohe Luftfeuchtigkeit sorgen, gehören auf keinen Fall in einen Allergikerhaushalt, im Schlafzimmer sollten außerdem grundsätzlich keine Pflanzen stehen.

Auf die Sauberkeit achten

Allergiker müssen penibel auf Sauberkeit in ihren vier Wänden achten: Glatte Fußböden wie Laminat oder Parkett werden möglichst spätestens alle zwei Tage feucht aufgewischt, empfiehlt der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Mit Antistaubtüchern, die elektrostatische Kräfte entwickeln, können Möbel gut von Hausstaub gereinigt werden. Nach dem Staubwischen sollten die Tücher sofort im Mülleimer entsorgt werden. Ein wirksamer Schutz bei Reinigungsarbeiten sind Staubmasken für Mund und Nase.

Teppiche müssen regelmäßig gesaugt werden. Damit die eingesogene Luft nicht wieder über den Filter und das Gehäuse abgegeben wird, sollten Allergiker herkömmliche Staubsaugermodelle meiden, rät Ehrhard Hackler, Geschäftsführer der DHA: „Ideal sind Zentralstaubsauger, bei denen die Abluft nach draußen geleitet wird.“ In allen Räumen oder zumindest auf allen Etagen sollte sich dafür ein Anschluss an ein Leitungssystem befinden, das mit einem Sammelbehälter etwa im Keller verbunden ist.

Wo eine solche Anlage nicht eingebaut werden kann, sind Staubsauger mit speziellen Filtern zu empfehlen, die nach Wirkklassen eingeteilt sind. Filter der Klasse 13 halten bis 99,95 Prozent des Staubes zurück. Hackler rät Allergikern grundsätzlich davon ab, selbst Staubsaugerbeutel zu wechseln oder zu leeren, weil dabei besonders viel Staub aufgewirbelt werde. Dieses Problem besteht bei Staubsaugern mit Wasserfilter nicht. Mit diesen Geräten werden Staubpartikel gebunden und anschließend mit dem Schmutzwasser entsorgt.

Staubfreies Schlafzimmer

Vor allem das Schlafzimmer sollte frei sein von allem, was Staub fängt: Dazu zählen Vorhänge und Plüschmöbel ebenso wie Teppiche. Ventilatoren sind ein absolutes Tabu, weil sie den Staub verteilen. Pollenallergiker sollten getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen lassen und sich dort auch nicht umziehen, heißt es auf der Website allergie-frei.info. Außerdem sollten sie sich die Haare waschen, bevor sie schlafen gehen. Zu Pollenflugzeiten bleibt das Fenster nachts besser geschlossen; erst nach dem Aufstehen kann dann am Morgen gelüftet werden.

Wer trotz Haustauballergie auf sein Daunenkissen nicht verzichten möchte, könne es alle paar Wochen für zwei Tage in die Tiefkühltruhe legen und anschließend im Freien ausklopfen, rät Julia Maurer, Autorin bei allergie-frei.info. Auch im Kampf gegen Milben gebe es einen wirksamen Trick: Bettzeug und Kuscheltiere in einen dichten Plastiksack packen, das Staubsaugerrohr einführen, dicht umschließen und dann den Staubsauger anschalten: Der entstehende Unterdruck lässt die Tierchen platzen. Anschließend sollte alles gründlich im Freien abgeklopft werden.

Tierhaltung ist für Betroffene schwierig

Haustiere in Allergikerhaushalten – das ist meist keine gute Idee. Bei engem Kontakt werden vielfach heftige Symptome ausgelöst, manche Betroffene reagieren sogar, wenn sie einen Raum betreten, der von dem Tier längst verlassen wurde. Katzenhaare können etwa monatelang in der Luft schweben. Allerdings lösen nicht die Tierhaare selbst die allergischen Reaktionen aus, sonder Proteine von Hautschuppen, Schweiß, Talg, Speichel, Kot oder Urin, die am Fell haften und mit Staub aufgewirbelt werden. Auch an Kleidungsstücken oder Teppichen bleiben sie kleben. Katzen und Hunde tragen zudem Pollen ins Haus, die nach Streifzügen durch die Natur an ihrem Fell hängen.

Serie: Mit der Allergie unter einem Dach

Serie: Mit der Allergie unter einem Dach

Teil 1: Auslöser und Auswege

Teil 2: Kein Zutritt für Allergene!

Teil 3: Tipps für den Alltag

Sebastian Hoff

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